• Gesundheit & Medizin

    Akupunktur zur Prophylaxe bei Migräne: Nutzen nur für engen Anwendungsbereich – für den Großteil fehlen Studien

    Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) untersuchte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Nutzen einer manuellen Akupunktur zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen im Vergleich zu einer medikamentösen Prophylaxe. In einem zweiten Vergleich wurde geprüft, ob für Menschen, die keine Prophylaxe-Medikamente einnehmen können, Akupunktur besser ist als keine Prophylaxe. Derzeit erhalten Personen, die unter häufigen Migräneattacken leiden, verschiedene Medikamente zur Prophylaxe, z. B. Propranolol und Metoprolol (Betablocker), Flunarizin, Topiramat, Amitriptylin oder ein Botulinumtoxin. Wenn diese Prophylaxe nicht ausreichend hilft, stehen seit 2019 als Zweitlinientherapie auch Antikörper zur Verfügung, die am Calcitonin Gene-Related Peptid (CGRP) ansetzen. Unterstützt werden kann die Prophylaxe durch nicht medikamentöse Methoden, z. B. verhaltenstherapeutische oder…

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    Darmkrebs-Screening: Keine aussagekräftige Evidenz zur Anpassung der Altersgrenzen oder Koloskopie-Frequenz

    Gesetzlich Versicherte haben gemäß den aktuellen Regelungen ab einem Alter von 50 Jahren Anspruch auf eine Darmkrebs-Früherkennung. Denn mit der Früherkennungsuntersuchung kann man Krebsvorstufen im Dickdarm (Polypen) oder Krebs entdecken und meist sehr gut behandeln. Auf diese Weise lassen sich fortgeschrittene Krebsstadien, belastende Therapien und krebsbedingte Sterblichkeit vermindern. Zur Früherkennung von Dickdarmkrebs (kolorektales Karzinom) stehen sowohl die Darmspiegelung (Koloskopie) als auch der Test auf Blut im Stuhl zur Verfügung. Nationale wie internationale Organisationen befürworten das Darmkrebs-Screening bei Personen mit einem durchschnittlichen Darmkrebsrisiko, wobei sich die jeweils bevorzugten Screening-Strategien unterscheiden. Die US-amerikanischen Fachgesellschaften haben unlängst ihre Altersempfehlungen für den Beginn des Screenings überprüft und schlagen dafür erstmals ein Alter von 45…

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    IQWiG-Vorbericht zum Neugeborenenscreening auf metachromatische Leukodystrophie liegt vor

    Im Auftrag des Gemeinsame Bundesausschuss bewertet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Nutzen eines Neugeborenen­screenings auf metachromatische Leukodystrophie (MLD). Von zentraler Bedeutung ist dabei, ob die damit einhergehende Vorverlegung von Diagnose und Behandlung gegenüber dem jetzigen klinischen Vorgehen (ohne ein Neugeborenenscreening auf MLD) für die Betroffenen von Vorteil ist. Im Rahmen dieser Fragestellung sollen außerdem die verschiedenen diagnostischen Testverfahren zur Früherkennung der MLD sowie zur Differenzierung der unterschiedlichen MLD-Verlaufsformen bewertet werden. Die metachromatische Leukodystrophie ist eine autosomal-rezessiv vererbte lysosomale Speicherkrankheit, die zu den Stoffwechselerkrankungen zählt. Es handelt sich um eine seltene Erkrankung: In Deutschland wird von fünf bis sechszehn Fällen pro Jahr ausgegangen, bezogen auf die…

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    IQWiG-Vorbericht zur lokal-hyperbaren Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußulkus liegt vor

    Im Auftrag des Gemeinsame Bundesausschuss bewertet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Nutzen einer Behandlung von Patientinnen und Patienten mit diabetischem Fußulkus mit lokal-hyperbarer Sauerstofftherapie, die zusätzlich zur Standardwundbehandlung eingesetzt wird bzw. die die Standardwundbehandlung zum Teil ersetzt. Diese Nutzenbewertung erfolgt im Vergleich zu einer Standardwundbehandlung. Ein diabetisches Fußulkus (DFU), eine Wunde am Fuß, ist eine häufige Folge des diabetischen Fußsyndroms (DFS). Zwischen 19 Prozent und 34 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus erkranken in ihrem Leben an einem DFU. Das DFS stellt eine lebenslange, gefährliche Komplikation des Diabetes mellitus dar, beeinträchtigt die Mobilität sowie die Lebensqualität der Betroffenen und kann bei verzögerter oder…

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    Lungenkrebs: Kann künstliche Intelligenz die Auswertung von Röntgen- oder CT-Bildern der Lunge unterstützen?

    Zur Erkennung und Untersuchung von Lungenkrebs werden täglich viele Röntgen- oder Computertomografie(CT)-Aufnahmen der Lunge gemacht. Der vorliegende ThemenCheck-Bericht untersucht, ob Radiologinnen und Radiologen diese Bilder mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz (KI) ebenso gut oder besser auswerten können als ohne KI. Zudem beleuchtet er, welche Folgen dies für die medizinische Versorgung hätte. Die nun vorliegenden vorläufigen Bewertungsergebnisse veröffentlicht das IQWiG mit dem Ziel, wichtige Argumente oder Hinweise aus der Fachöffentlichkeit und von anderen Interessierten miteinzubeziehen. Das IQWiG bittet um Stellungnahmen Zu dem vorläufigen Bericht bittet das IQWiG bis zum 21.04.2026 um Stellungnahmen. Es handelt sich dabei um eine Gesundheitstechnologie-Bewertung (engl. Health Technology Assessment = HTA) im Rahmen des IQWiG-Verfahrens ThemenCheck Medizin.…

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    Probleme in der Studiendurchführung: Es trifft oft die patientenberichteten Endpunkte

    Asciminib wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase. In einer Nutzenbewertung hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nun untersucht, ob Asciminib den Betroffenen Vorteile gegenüber dem bisherigen Therapiestandard bietet. Die vom Hersteller vorgelegten Studiendaten offenbaren allerdings ein zentrales Problem: Die patientenberichteten Endpunkte (engl. Patient-Reported Outcomes, kurz PROs) wurden nur unvollständig erhoben. Für PROs beurteilen die Patientinnen und Patienten selbst, wie sich der Einsatz einer medizinischen Maßnahme etwa auf Symptome oder die gesundheitsbezogene Lebensqualität auswirkt. Deshalb haben PROs für die Betroffenen und für die Bewertung von Nutzen und Schaden von Arzneimitteln eine hohe Relevanz. Dennoch stellt…

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    IQWiG-Vorbericht zur Fundusfotografie für die Diagnostik von diabetischer Retinopathie

    Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) prüft das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) derzeit den Nutzen der Fundusfotografie zur Diagnose und Verlaufsbeurteilung einer diabetischen Retinopathie, also von Veränderungen der Netzhaut bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 ohne bekannte abklärungsbedürftige bzw. behandlungsbedürftige diabetische Retinopathie. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergleichen dabei die diagnostische Güte der Fundusfotografie mit einer binokularen Untersuchung des Augenhintergrundes in Mydriasis (Ophthalmoskopie). Die vorläufigen Bewertungsergebnisse veröffentlicht das IQWiG nun mit dem Ziel, wichtige Argumente oder Hinweise aus der Fachöffentlichkeit und von allen Interessierten miteinzubeziehen. Stellungnahmen zum Vorbericht sind möglich bis zum 19.03.2026. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite des…

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    Interatrialer Shunt bei Herzinsuffizienz: Neue Daten belegen höheren Nutzen

    Anfangs war die Datenlage lückenhaft. Doch nachdem der Hersteller nach der Veröffentlichung eines vorangegangenen IQWiG-Berichts weitere Studienergebnisse vorlegte, zeigt sich jetzt ein Hinweis auf einen höheren Nutzen – zumindest bei den Hospitalisierungen. Bei Herzinsuffizienz ist der Blutfluss und damit die Sauerstoffversorgung im Körper gestört, was u. a. zu körperlicher Schwäche und Wassereinlagerungen führen kann. Bei einer stark verminderten Auswurfleistung des Herzens (reduzierte linksventrikuläre Ejektionsfraktion, LVEF < 40 %) ist die Herzinsuffizienz bereits fortgeschritten. Der erhöhte Druck im linken Vorhof des Herzens könnte durch Implantation eines interatrialen Shunts, einer direkten Verbindung zwischen linkem und rechtem Vorhof, gesenkt werden. Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) analysierte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit…

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    Donanemab bei früher Alzheimer-Krankheit: Wichtige Fragen bleiben offen

    Für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit ist es entscheidend, Betroffene mit leichten kognitiven Störungen ohne Demenz von denen mit leichter Alzheimer-Demenz zu unterscheiden. In der vorgelegten Studie erfolgt diese Trennung jedoch nicht. Donanemab ist der zweite in der EU zugelassene monoklonale Antikörper gegen die frühe Alzheimer-Krankheit. Wie Lecanemab soll der Wirkstoff das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Donanemab ist seit 1. November 2025 in Deutschland erhältlich, Lecanemab seit 1. September 2025. In einer Nutzenbewertung hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nun untersucht, ob Donanemab Erwachsenen mit früher Alzheimer-Krankheit Vorteile gegenüber dem bisherigen Therapiestandard bietet. Für Betroffene mit leichter kognitiver Störung (engl. mild cognitive impairment, MCI) hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) „beobachtendes Abwarten“…

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    Expertengremium zeigt Möglichkeiten zur Verbesserung von Krebs-Studien auf

    Zum Zeitpunkt der Zulassung sind viele Fragen zum optimalen Einsatz von neuen Krebsmedikamenten unbeantwortet. Das betrifft zum Beispiel die geeignete Dosierung in verschiedenen Patientengruppen, die Dauer der Behandlung, aber auch den Vergleich der verfügbaren Therapieoptionen untereinander oder deren optimale Reihenfolge. Wegen dieser Wissenslücken werden oft nicht die bestmöglichen Ergebnisse für Patientinnen und Patienten erzielt. Dieses Problem hat sich in den letzten Jahren verschärft, weil die Bemühungen sich mehr auf die rasche Zulassung neuer Wirkstoffe als auf deren optimalen Einsatz im klinischen Alltag konzentriert haben. Die Publikation fasst die Ergebnisse eines Workshops des Cancer Medicines Forum bei der europäischen Arzneimittel-Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) zusammen, an dem auch das IQWiG beteiligt…