• Gesundheit & Medizin

    Neugeborenen-Screening auf metachromatische Leukodystrophie (MLD): Deutliche Vorteile für betroffene Kinder

    Die metachromatische Leukodystrophie (MLD) ist eine seltene, genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung. Sie tritt meist bereits im Kleinkind- oder frühen Kindesalter auf führt zu schweren körperlichen und geistigen Einschränkungen, u. a. wegen des fortschreitenden Funktionsverlusts des zentralen und peripheren Nervensystems. In Deutschland geht man von 5 bis 16 neuen Fällen pro Jahr aus. Unbehandelt führt die Erkrankung meist innerhalb weniger Jahre zum Tod. Doch dank einer verfügbaren Gentherapie lassen sich nach einer Diagnose noch vor den ersten Symptomen bei etwa der Hälfte der betroffenen Kinder ausgeprägte Beschwerden und der frühe Tod verhindern. Einen erheblichen Zusatznutzen der Gentherapie bei MLD im späten Säuglings- oder frühen Kindesalter hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bereits Ende 2021 festgestellt. Dies führte in…

  • Gesundheit & Medizin

    Anmeldestart: IQWiG-Datensymposium sucht nach Lösungen für den stationären Sektor

    Interessierte können sich über die IQWiG-Webseite für die Veranstaltung anmelden. Der Titel des Symposiums lautet: „Datenzugang macht einen Unterschied: bessere Entscheidungen für den stationären Sektor“. Im Fokus stehen dabei diese Fragen: Wer benötigt welche Daten zum stationären Sektor – und wofür? Wer verfügt über welche Daten? Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen gibt es für diese Datennutzung – und warum? Beleuchtet wird das Thema aus den verschiedenen Blickwinkeln: Aus Sicht der Datennutzer referieren Esra Eren Bayindir (Universität Hamburg), Ulrike Nimptsch (TU Berlin), Julian Witte (Vandage) und Sarah Mostardt (IQWiG). Die Perspektive der Datenhalter vertreten Jennifer Pohle (IQTiG), Christian Brachem (FDZ Gesundheit / BfArM), Stefan Kwast (Helios Health Institute), Dirk Horenkamp-Sonntag (Techniker Krankenkasse) und Roland Nagel (Gesundheitsforen…

  • Gesundheit & Medizin

    Der IQWiG-Jahresbericht 2025 liegt vor

    2025 prägten neue Aufgaben und Methoden das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Mit der 2024 in Kraft getretenen Krankenhausreform hatte das IQWiG die neue Aufgabe erhalten, wissenschaftliche Empfehlungen für Mindestvorhaltezahlen für Leistungsgruppen in der Krankenhausversorgung zu erstellen. Dafür erarbeitete das Institut 2025 die nötige Methodik und erprobte neue Beteiligungsformate wie Workshops und Webinare. Zudem entwickelte das Institut neue methodische Ansätze, um den Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Qualität auch bei seltenen Eingriffen und Erkrankungen systematisch bewerten zu können, wenn direkte Evidenz fehlt. Auf Basis solcher Bewertungen entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) über mögliche Mindestmengen für die Erbringung komplexer Krankenhausbehandlungen. Ein weiterer Schwerpunkt 2025 war die erste komplett eigenständig durchgeführte Modellierung zu einer Screening-Fragestellung. Am…

  • Gesundheit & Medizin

    Früherkennung des Prostatakarzinoms: Vorbericht zum risikoadaptierten PSA- und MRT-Screening veröffentlicht

    Der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung eines risikoadaptierten prostatakrebsspezifischen-Antigen(PSA)- und Magnetresonanztomografie(MRT)-Screenings zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms im Vergleich zu keiner spezifischen Prostatakarzinom-Früherkennung bei Personen im Alter von 50 bis 70 Jahren ohne Verdacht auf ein Prostatakarzinom beauftragt. Die vorläufigen Bewertungsergebnisse veröffentlicht das IQWiG nun mit dem Ziel, wichtige Argumente oder Hinweise aus der Fachöffentlichkeit und von allen Interessierten miteinzubeziehen. Stellungnahmen zum Vorbericht können bis zum 21.07.2026 über ein Online-Formular eingereicht werden. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite des IQWiG. Zum Ablauf der Berichterstattung Den Berichtsplan für dieses Projekt hatte das IQWiG am 18.02.2026 veröffentlicht. Schriftliche Stellungnahmen zum Vorbericht können bis 21.07.2026 eingereicht werden. Sofern diese Fragen offenlassen, werden die Stellungnehmenden…

  • Gesundheit & Medizin

    IQWiG veröffentlicht Vorbericht zum Aktualisierungsbedarf beim DMP Asthma bronchiale

    Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aktuelle evidenzbasierte Leitlinien zur Behandlung von Asthma bronchiale identifiziert, um deren Empfehlungen mit der Disease-Management-Programm-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL) abzugleichen und eventuelle Diskrepanzen festzustellen. Für den jetzt vorliegenden Vorbericht wertete das Wissenschaftlerteam des IQWiG Empfehlungen aus fünf aktuellen evidenzbasierten Leitlinien aus. Die vorläufigen Bewertungsergebnisse veröffentlicht das IQWiG nun mit dem Ziel, wichtige Argumente oder Hinweise aus der Fachöffentlichkeit und von allen Interessierten miteinzubeziehen. Stellungnahmen zum Vorbericht können bis zum 10.07.2026 über ein Online-Formular eingereicht werden. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite des IQWiG. Zum Ablauf der Berichterstellung Der G-BA hat das IQWiG am 15.10.2025 mit einer Leitliniensynopse zur Aktualisierung des DMP Asthma bronchiale beauftragt. Bei dem vorliegenden Vorbericht handelt es sich um eine…

  • Gesundheit & Medizin

    IQWiG-Vorbericht zur Elektrostimulation des Nervus peroneus communis bei venösen Beingeschwüren

    Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) prüft das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) derzeit den Nutzen der neuromuskulären Elektrostimulation des Nervus peroneus communis bei Patientinnen und Patienten mit venösen Beingeschwüren. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergleichen dabei die neuromuskuläre Elektrostimulation zusätzlich zur Standardtherapie im Vergleich zur Standardtherapie allein (u. a. Kompressionstherapie durch Verbände oder Strümpfe). Die vorläufigen Bewertungsergebnisse veröffentlicht das IQWiG nun mit dem Ziel, wichtige Argumente oder Hinweise aus der Fachöffentlichkeit und von allen Interessierten miteinzubeziehen. Stellungnahmen zum Vorbericht sind möglich bis zum 06.07.2026. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite des IQWiG. Zum Ablauf der Berichterstattung Den Berichtsplan für dieses Projekt hatte das IQWiG am 05.03.2026 veröffentlicht. Schriftliche Stellungnahmen zum Vorbericht können bis 06.07.2026 eingereicht werden. Sofern diese Fragen…

  • Gesundheit & Medizin

    IQWiG veröffentlicht Vorbericht zum Aktualisierungsbedarf beim DMP Brustkrebs

    Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aktuelle evidenzbasierte Leitlinien zur Behandlung von Brustkrebs identifiziert, um deren Empfehlungen mit der Disease-Management-Programm-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL) abzugleichen und eventuelle Diskrepanzen festzustellen. Für den jetzt vorliegenden Vorbericht wertete das Wissenschaftlerteam des IQWiG Empfehlungen aus zwölf aktuellen evidenzbasierten Leitlinien aus. Die vorläufigen Bewertungsergebnisse veröffentlicht das IQWiG nun mit dem Ziel, wichtige Argumente oder Hinweise aus der Fachöffentlichkeit und von allen Interessierten miteinzubeziehen. Stellungnahmen zum Vorbericht können bis zum 03.07.2026 über ein Online-Formular eingereicht werden. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite des IQWiG. Zum Ablauf der Berichterstellung Der G-BA hat das IQWiG am 15.10.2025 mit einer Leitliniensynopse zur Aktualisierung des DMP Brustkrebs beauftragt. Bei dem vorliegenden Vorbericht handelt es sich um eine vorläufige Bewertung.…

  • Gesundheit & Medizin

    Internationaler Konsens: Routinedaten liefern verlässliche Erkenntnisse nur mit großem Aufwand

    Ob Statistikerinnen, Kliniker, Epidemiologinnen, HTA- oder KI-Experten – alle sind sich einig: Bei der Nutzung von Routinedaten stellen sich besondere Herausforderungen, und es braucht gezielte Strategien, um sie sinnvoll zu nutzen. Wir zeigen, dass in vielen Fällen die Durchführung einer RCT, die Routinedaten nutzt, der bessere Weg ist. Tim Mathes, Leiter des IQWiG-Ressorts Gesundheitsökonomie 06/2026 Die wachsende Verfügbarkeit großer Datensätze aus routinemäßigen Erhebungen eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, mehr Fragen zu Gesundheit und Krankheit zu beantworten – und das mitunter in kurzer Zeit. Gerade bei Forschungsfragen, bei denen kein Anreiz mehr besteht, prospektive klinische Studien durchzuführen (wie der Evidenzgenerierung nach Zulassung), können Studien auf Basis von Routinedaten einen Beitrag leisten, Evidenzlücken zu verringern.…

  • Gesundheit & Medizin

    Mindestvorhaltezahlen in Krankenhäusern: Startschuss für die ersten IQWiG-Projekte ist gefallen

    Gemäß der Krankenhausreform von 2024 kann das Bundesgesundheitsministerium (BMG) das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) damit beauftragen, wissenschaftliche Empfehlungen für die erstmalige Festlegung und die regelmäßige Weiterentwicklung von Mindestvorhaltezahlen für Leistungsgruppen in der Krankenhausversorgung zu erstellen. Das ist jetzt erstmals geschehen – im Mai hat das Institut die Aufträge für folgende sechs Leistungsgruppen erhalten: -Endoprothetik Hüfte -Revision Hüftendprothetik -Endoprothetik Knie -Revision Knieendprothetik -Carotis operativ / interventionell -Komplexe periphere arterielle Gefäße Das IQWiG hat jetzt bis Anfang August 2026 Zeit, die Aufträge zu bearbeiten. Dies geschieht mithilfe einer eigens vom IQWiG entwickelten Methodik, die das Institut bereits im vergangenen Jahr vorgestellt hat. Diese sieht vor, die Empfehlungen der…

  • Gesundheit & Medizin

    Wichtiger Schritt im neuen EU-HTA-Verfahren: Erste Bewertung abgeschlossen

    Die neue europäische Nutzenbewertung hat ein wichtiges Etappenziel erreicht: Die erste gemeinsame Bewertung, an der das IQWiG als Co-Assessor direkt beteiligt war, wurde durch die HTA-Koordinierungsgruppe der Mitgliedstaaten verabschiedet. Gegenstand der ersten Gemeinsamen klinischen Bewertung (Joint Clinical Assessment, JCA) war das Krebsmedikament Tovorafenib zur Behandlung des pädiatrischen niedriggradig malignen Glioms. Für Deutschland hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) als Co-Assessor mitgewirkt. Gemeinsam mit dem National Center for Pharmacoeconomics aus Irland erstellte es den Bericht. „Wir sind stolz, dass wir direkt am ersten Bericht beteiligt waren. Die Zusammenarbeit mit den mit den irischen Kolleg*innen und auch insgesamt auf europäischer Ebene war hervorragend“, sagt Beate Wieseler, Leiterin des…