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Berufsorientierung ist oft Werbung – und genau deshalb scheitert Matching
Wenn Berufe wie Trailer verkauft werden, ist Enttäuschung vorprogrammiert Berufsorientierung soll jungen Menschen helfen, eine gute Entscheidung zu treffen. In der Praxis funktioniert sie oft wie Marketing: schöne Bilder, starke Slogans, wenig Reibung. Man zeigt die Highlights – und blendet den Alltag aus. Das ist nachvollziehbar. Wer will schon mit Stress, Schichtdienst, Staub, Lärm, Verantwortung oder Routine werben? Aber genau hier beginnt das Problem: Wenn Berufsorientierung wie Werbung funktioniert, produziert sie keine Orientierung, sondern Erwartungen. Und Erwartungen, die nicht mit der Realität zusammenpassen, enden fast immer gleich: Frust, Abbruch, Wechsel, „War doch nichts für mich“. Matching scheitert nicht daran, dass Jugendliche „keinen Bock“ haben. Es scheitert daran, dass wir…
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KI entlarvt die Bildung – und das ist ihr größtes Problem
Die Debatte über Künstliche Intelligenz in der Bildung wird meist moralisch geführt. KI zerstöre Leistung, untergrabe Eigenständigkeit und mache Lernen sinnlos. Diese Vorwürfe sind bequem. Denn sie lenken vom eigentlichen Problem ab. KI zeigt nicht, dass Lernende weniger können. Sie zeigt, dass wir jahrelang Leistungen bewertet haben, die nie besonders tief waren. Wer durch KI „entlarvt“ wird, hatte vorher keinen Vorsprung Viele Prüfungsformate brechen zusammen, sobald KI ins Spiel kommt. Hausarbeiten, Zusammenfassungen, Wissensabfragen – Aufgaben, die sich plötzlich automatisieren lassen. Das wird als Betrug interpretiert. Tatsächlich ist es ein Offenbarungseid. Denn wenn eine Maschine eine Leistung ersetzen kann, ohne den Kontext zu verstehen, dann war diese Leistung nie das, was…
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Wenn ‚Mach das mal‘ zum Risiko wird: Warum Berufssprache über Erfolg in der Ausbildung entscheidet.
Ein Satz im Betrieb, ein Nicken als Antwort, ein Arbeitsschritt, der falsch ausgeführt wird. Am Ende steht selten die Frage, wer schuld ist, sondern warum es überhaupt so weit kommen konnte. Viele Missverständnisse in der Ausbildung entstehen nicht, weil jemand unwillig ist oder nicht lernen möchte. Sie entstehen, weil Sprache im Betrieb mehr ist als korrektes Deutsch. Sprache ist dort ein Werkzeug für Handeln, Sicherheit, Zusammenarbeit und Qualität. Genau hier liegt ein unterschätzter Hebel. Wenn Berufssprache nur als Thema für den Unterricht betrachtet wird, bleibt das eigentliche Problem unangetastet. Denn im Betrieb entscheidet nicht die Grammatik, sondern der Kontext. Wer spricht mit wem, in welcher Rolle, unter welchem Zeitdruck, mit…
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Warum KI Integration nicht übersetzt, sondern Orientierung schafft
Deutschland braucht internationale Fachkräfte.Doch die entscheidende Frage ist längst nicht mehr, ob Menschen kommen.Sondern ob Integration in der notwendigen Breite überhaupt noch geleistet werden kann. Denn Integration beginnt nicht im Sprachkurs.Sie beginnt in Alltagssituationen, in denen Unsicherheit entsteht, lange bevor ein echtes Gespräch möglich ist. Ein Beispiel: der erste Arztbesuch. Schon die Anmeldung ist für viele Menschen eine Hürde.Krankenkassenkarte, Formulare, kurze Fragen, ein voller Wartebereich.Was für Einheimische Routine ist, wird für andere zum Stressmoment:Was wird erwartet? Was darf ich sagen? Was ist hier normal? Spätestens im Gespräch wird Integration intim.Ärztinnen und Ärzte stellen persönliche Fragen.Untersuchungen erfordern Vertrauen.Man muss sich erklären, obwohl einem die Worte fehlen.Und oft ist nicht einmal die…
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Virtuelle Pflegeschulungen und KI Assistenz: Digitalisierung wird zum Schlüssel für Integration und Versorgungsqualität
Die Herausforderungen im Gesundheitswesen sind längst Realität: Fachkräftemangel, steigende Belastung in der Pflege und die wachsende Bedeutung internationaler Fachkräfte. Gleichzeitig zeigt sich, dass klassische Ausbildungsformate allein nicht mehr ausreichen, um neue Pflegekräfte schnell, sicher und praxisnah in den Berufsalltag zu integrieren. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Schleswig Holstein (UKSH) wurde in kurzer Entwicklungszeit eine virtuelle Pflegeschulung realisiert, die beispielhaft zeigt, wie ernsthaft moderne Kliniken neue Medien als festen Bestandteil der Ausbildung verstehen. Von der ersten Idee bis zur fertigen Anwendung entstand ein digitales Trainingsformat, das nicht nur technologisch innovativ ist, sondern vor allem einen klaren praktischen Nutzen verfolgt: Pflegewissen dort vermitteln, wo es gebraucht wird, realitätsnah und unmittelbar anwendbar. Lernen durch…
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KI im virtuellen Bewerbungsgespräch: Warum immersive Trainings erst jetzt wirklich interaktiv werden
Künstliche Intelligenz wird im Bildungsbereich derzeit kontrovers diskutiert. Oft steht die Sorge im Vordergrund, Schüler:innen könnten durch KI eigenes Denken und Schreiben verlernen. Gleichzeitig wird deutlich: KI ist nicht nur ein Werkzeug zur Textproduktion, sondern kann Lernprozesse dort unterstützen, wo klassische digitale Formate bislang an Grenzen stoßen. Ein Beispiel dafür ist das virtuelle Bewerbungstraining 2.0 der twinC GmbH. Virtuelle Bewerbungstrainings sind heute ein wachsendes Feld in der digitalen Bildung. Als eines der ersten bekannten Formate dieser Art wurde das virtuelle Bewerbungstraining von twinC bereits 2018 entwickelt und früh in den schulischen Einsatz gebracht. Seitdem konnten damit bereits tausende Schüler:innen erreicht werden. Schon damals zeigte sich das Potenzial immersiver 360°-Szenarien für…
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KI als Vorbereitung auf echte Forschung und warum Verantwortung dabei zentral ist
Künstliche Intelligenz ersetzt keine Forschung. Aber ohne KI ist gute Forschung heute deutlich schwieriger. Nicht, weil Menschen nicht denken können. Sondern weil Forschung an Grenzen stößt, wenn Perspektiven fehlen, Annahmen unbewusst bleiben oder Erfahrungswelten nur aus der eigenen Sicht interpretiert werden. Genau hier verstehe ich KI nicht als Werkzeug, sondern als dritte, eigenständige Denkrolle im Forschungsprozess aber klar abgegrenzt, bewusst eingesetzt und methodisch kontrolliert. KI übernimmt nicht Denken, sie macht Denken überprüfbar In meiner Arbeit nutze ich KI nicht, um Texte zu schreiben oder Konzepte zu formulieren. Diese Verantwortung bleibt vollständig bei mir. KI übernimmt dort eine Rolle, wo menschliche Expertise an natürliche Grenzen stößt: bei der systematischen Erweiterung…
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Virtuelle Realität und Autismus: Chance, Schutzraum oder Reizfaktor?
Virtuelle Realität wird zunehmend im Bildungs- und Gesundheitskontext eingesetzt. Auch im Bereich Autismus existieren bereits verschiedene VR-Anwendungen. Dennoch bleibt eine zentrale Frage häufi g offen: Wie wird dieses Medium von Autist:innen selbst wahrgenommen?Ist VR eine abgeschottete Ruhezone mit klaren Strukturen und kontrollierbaren Situationen? Oder erzeugt sie zusätzliche Reize, Überforderung und Stress? Lernen und Erfahren oder lediglich ein weiteres Reizangebot? Therapeutisches Werkzeug oder begleitendes Medium? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines Forschungsprojekts der twinC GmbH, das bewusst ergebnisoffen angelegt ist. Bestehende Anwendungen – offene Fragen Es existieren bereits VR-Anwendungen für Menschen im Autismus-Spektrum, etwa Trainings- oder Bewerbungsszenarien. Diese orientieren sich häufi g an bekannten virtuellen Trainingsformaten und werden für eine spezifi…
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Warum hört man so wenig von deutscher KI-Innovation?
Ein europäischer Geschäftsmann hat uns vor Kurzem kontaktiert. Er investiert seit Jahren in Technologie-Startups und KI-Unternehmen, ist viel unterwegs zwischen Lissabon, Amsterdam und Kopenhagen. In seinem Schreiben beschreibt er eine Beobachtung, die uns selbst nachdenklich gemacht hat. Wir haben ihn um eine Stellungnahme gebeten – hier ist sie, ungekürzt. Ich lebe irgendwo zwischen Lissabon und Kopenhagen, lese täglich internationale Tech-News und investiere in junge Unternehmen mit klarer Vision. KI ist mein Alltag. Jeden Tag erhalte ich Pitches aus ganz Europa, höre Präsentationen, sehe Demos. London, Paris, Tel Aviv, Zürich – überall scheint die KI-Welt zu pulsieren. Doch wenn ich nach Deutschland schaue, bleibt es still. Zu still. Ab und zu taucht…
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Virtuelles Patientenzimmer: realitätsnahes Training für die Pflegepraxis
Mit dem Virtuellen Patientenzimmer bietet die twinC GmbH eine innovative Lernlösung für Auszubildende, Pflegekräfte in Weiterbildung und Bildungseinrichtungen im Gesundheitswesen. Ziel ist es, praxisnahes Lernen zu fördern und Pflegende optimal auf reale Pflegesituationen vorzubereiten. Lernen in einer realitätsnahen Umgebung In einer virtuellen Trainingswelt übernehmen die Lernenden die Rolle einer Pflegekraft und erleben authentische Pflegesituationen, von der Händedesinfektion über die Vitalzeichenerhebung bis hin zur Wundversorgung. Das Training vermittelt Sicherheit im pflegerischen Handeln und unterstützt den erfolgreichen Lerntransfer in den klinischen Alltag. Level 1: Fehlersuche im Patientenzimmer Der Einstieg in das Training beginnt mit einer praxisnahen Übung: dem Erkennen und Beheben von Fehlern in einem Patientenzimmer. Ziel ist es, den Raum so…