Familie & Kind

Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr macht sich kompetent für den Umgang mit „Gewalt in der Häuslichkeit“

Die Geschäftsstelle des Runden Tischs Berlin – Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt begrüßt das Engagement des Rettungsdienstes der Berliner Feuerwehr: In der 3. aktualisierten Neuauflage seiner Medizinischen Handlungsanweisungen (SOP) wurde erstmals eine eigene Handlungsanweisung für den „Umgang mit Gewalt in der Häuslichkeit" aufgenommen. Alle Einsatzkräfte der Berliner Notfallrettung (insbesondere alle Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter, Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten und Notärztinnen und Notärzte) sind aufgefordert, Sicherheit zu gewährleisten, zuzuhören und Verletzungen zu versorgen. Bei Bedarf sollen sie an eine zum Thema häusliche Gewalt qualifizierte Notaufnahme oder an die Hotline bzw. eine andere Krisen- und Beratungseinrichtung weiterleiten. Die Situation von Kindern, die von Gewalt im Elternhaus stets mitbetroffen sind, findet ebenfalls Berücksichtigung in der SOP.

Angeregt wurde diese Entwicklung durch die Arbeit des Runden Tischs Berlin – Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt, an dem die Berliner Feuerwehr aktiv beteiligt ist. Karin Wieners, Referentin in der Geschäftsstelle des Runden Tischs, sagt: „Die Berliner Feuerwehr zeigt mit dieser Maßnahme in eindrucksvoller Weise, dass die Integration des Themas „Versorgung bei häuslicher Gewalt" in die Einsatzpraxis des Rettungsdienstes möglich ist. Ich wünsche mir, dass das Beispiel Schule macht und unsere Mitglieder zu weiteren Aktivitäten motiviert."

Die Handlungsanweisung berücksichtigt auch Kinder, denn sie sind von der Gewalt im Elternhaus stets mitbetroffen. Einsatzkräfte werden deshalb aufgefordert, die Situation der Kinder zu erfragen, mögliche Verletzungen abzuklären und sie ggf. gemeinsam mit dem betroffenen Elternteil in eine Klinik zu bringen.

Der Ärztlichen Leitung der Berliner Feuerwehr, Dr. Stefan Poloczek und der Oberärztin Susanne Drescher, ist es ein großes Anliegen, Hilfe zu leisten bei häuslicher Gewalt: „Unsere Rettungskräfte müssen wissen, was sie tun können und tun dürfen. Und genau dafür ist unsere neue SOP gedacht. Sie soll Klarheit bieten, entlasten und dazu beitragen, dass die Kolleginnen und Kollegen in den Situationen ruhig und sicher handeln können."

Marion Winterholler, Referentin in der Geschäftsstelle des Runden Tischs Berlin, sagt: „Aus Sicht von Betroffenen ist es von entscheidender Bedeutung, dass Rettungskräfte genau wissen was zu tun ist, wenn sie bei häuslicher Gewalt hinzugerufen werden. Mit Hilfe der SOP können Rettungskräfte jetzt auch ganz konkrete Wege in die weitere Versorgung bahnen – sowohl zu einer kompetenten Klinik, als auch zu Beratungs- und Zufluchtseinrichtungen."

Anmerkungen

1. Medizinische Handlungsanleitungen (SOP) der Berliner Notfallrettung, 3. Aktualisierte Auflage 2/2020 (Seiten 124-125)

https://www.berliner-feuerwehr.de/fileadmin/bfw/dokumente/Publikationen/Rettungsdienst/Medizinische-Handlungsanweisungen-fuer-die-Notfallrettung-im-Land-Berlin.pdf

2. Runder Tisch Berlin – Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt: Anfang 2019 wurde in Berlin ein Runder Tisch eingerichtet, um die evidenzbasierten WHO Leitlinien für Gesundheitsversorgung und -politik „Umgang mit Gewalt in Paarbeziehungen und mit sexueller Gewalt gegen Frauen" (2013) umzusetzen. Den Vorsitz hat die Senatorin für Gesundheit, Frau Dilek Kalayci. Beteiligt sind Verbände und Organisationen der Gesundheitspolitik und -versorgung, Fach- und Interventionsstellen bei häuslicher/sexualisierter Gewalt, Zufluchtseinrichtungen, Polizei, Kinder- und Jugendhilfe, das Berliner Zentrum Public Health, das Aktionsbündnis Patientensicherung sowie mehrere Senatsabteilungen. Weitere Informationen unter www.signal-intervention.de/geschaeftsstelle-des-runden-tischs-berlin

3. Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Umgang mit Gewalt in Paarbeziehungen und mit sexueller Gewalt gegen Frauen (2013) www.signal-intervention.de/sites/default/files/2019-02/WHO_Broschuere_4_9_18_web.pdf

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