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Antibiotikaverordnungen in NRW bei akuten Atemwegserkrankungen deutlich gesunken

Die Antibiotikaverordnungen bei akuten Atemwegserkrankungen sind in vergangenen Jahren in den beiden NRW-Landesteilen Nordrhein und Westfalen-Lippe stark zurückgegangen. Eine bessere Kommunikation zwischen Arzt und Patient, unterstützt durch gezielte Fortbildungen der Ärzte sowie Patienteninformationen wie Flyer, Praxisposter oder einem Infozept (statt Rezept) mit Tipps zum Umgang mit Erkältungskrankheiten, können entscheidend dazu beitragen, die Verordnungsrate von Antibiotika bei Atemwegserkrankungen zu senken.

Dies zeigt eine aktuelle Studie zum Innovationsfondsprojekt „RESISTenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen“ (RESIST). Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek), die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und acht Kassenärztlichen Vereinigungen haben das Projekt vom 1.7.2017 bis 30.6.2019 bei Haus-, Kinderund HNO-Ärzten sowie bei Fachärzten für Innere Medizin durchgeführt.
In Nordrhein-Westfalen (NRW) haben sich die KVen Nordrhein und Westfalen-Lippe sowie der vdek NRW gemeinsam für den rationalen Einsatz von Antibiotika bei Atemwegserkrankungen engagiert, um Ärzte und Patienten für das Thema Resistenzbildung zu sensibilisieren und zu einem bewussteren Umgang mit Antibiotika bei akuten Atemwegsinfekten zu motivieren. Das Projekt wurde vom Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Rostock sowie dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) wissenschaftlich begleitet. An dem Projekt teilnehmen konnten alle Versicherten der sechs Ersatzkassen TK, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK.

Weniger Verordnungen und mehr Qualität in der Verordnung von Antibiotika

In Nordrhein haben sich 318 Ärztinnen und Ärzte beteiligt. Ausgewertet wurde unter anderem der Antibiotikaeinsatz bei Infektionen der Atemwege im Vergleich zu einer Kontrollgruppe in der Wintersaison Q4/2016-Q1/2017 und in der Wintersaison Q42018-Q1/2019. Insgesamt ist der Anteil der Patienten, die ein Antibiotikum erhielten, bei den am RESISTProjekt teilnehmenden Ärzten auch in Nordrhein zurückgegangen – am deutlichsten war der Rückgang der Antibiotika-Verordnungen bei Infektionen der unteren Atemwege (von 48 auf 38 Prozent). Bei akuten Atemwegsinfektionen sank der Anteil der Ärzte, die ein Antibiotikum verordneten, bei den Projektteilnehmern von 27 auf 21 Prozent.

Der Anteil von Patienten mit einer Antibiotikaverordnung bei akuten Atemwegsinfekten sank im Auswertungszeitraum in Westfalen-Lippe um absolut 6,7 Prozentpunkte. 368 Ärzte haben mit großem Engagement an RESIST teilgenommen und auch die Verordnung von Reserveantibiotika wie Fluorchinolonen deutlich reduziert.

Dirk Ruiss, Leiter der vdek-Landesvertretung NRW: „RESIST hat gezeigt, wie wichtig eine gute Kommunikation zwischen Arzt und Patienten ist. Dadurch konnten die Antibiotika-Verordnungen reduziert werden. Damit alle Versicherten davon profitieren, wollen wir RESIST in die Regelversorgung bringen.“

Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, zieht eine positive Bilanz: „Das Ergebnis zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, Mediziner, aber auch Patienten auf das Thema aufmerksam zu machen. Wir müssen noch mehr Kolleginnen und Kollegen dafür sensibilisieren, dass der Einsatz von Antibiotika genau bedacht und geprüft sein will. Wichtig ist auch, Patientinnen und Patienten besser zu informieren, damit sie nicht immer und sofort die Gabe von Antibiotika erwarten.“

Dr. med. Volker Schrage, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Westfalen-Lippe: „Viele Atemwegsinfekte werden von Viren ausgelöst, gegen die ein Antibiotikum nichts ausrichten kann. Antibiotika sollten nur dann eingesetzt werden, wenn man es mit einer bakteriellen Infektion zu tun hat, um eine Resistenzbildung zu vermeiden. Im Vergleich zu den Nicht-Teilnehmern verzichteten die Ärzte in Westfalen-Lippe, die an RESIST teilnahmen, bei Atemwegsinfekten überproportional häufig auf ein Antibiotikum.“

 

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