Finanzen / Bilanzen

Krise macht Afrika-Erfolge des vergangenen Jahrzehnts zunichte

„Die aktuelle Krise hat dafür gesorgt, dass in Afrika Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen sind. Wir können sicher sein, dass das zu stärkerem Migrationsdruck führen wird und dass dabei auch die Stabilität einiger Staaten gefährdet werden wird“, sagt Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft (AV).

Der Außenhandel mit dem Nachbarkontinent sei dramatisch eingebrochen. Allein im ersten Halbjahr verzeichnete die deutsche Wirtschaft einen Rückgang des Exports um 26 Prozent. Liebing: „Wenn die deutsche Wirtschaft und die Bundesregierung nun nicht schnell gegensteuern, laufen wir Gefahr, dass die Erfolge des vergangenen Jahrzehnts in der wirtschaftlichen Entwicklung des Kontinents in nur wenigen Wochen verloren sein werden“.

Im Rahmen seiner Mitgliederversammlung hat der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft e.V. (AV) nun einen Acht-Punkte-Plan vorgelegt, mit dem die außenwirtschaftlichen Beziehungen mit dem Nachbarkontinent gestärkt werden sollen. Der Verband, dem ein Großteil der in Afrika tätigen deutschen Unternehmen angehört, fordert kurzfristige Liquiditätshilfen und Finanzierungsangebote für afrikanische Unternehmen, die Projekte mit deutschen Lieferanten ohne diese Hilfen aktuell nicht umsetzen könnten. „Das kurbelt unsere geschwächte Exportwirtschaft an und schafft Arbeitsplätze vor Ort“, so der Vorsitzende.

Zudem müssten kurzfristig Geschäftsreisen von und nach Afrika erleichtert werden. „Wir befinden uns mitten in einer Neustrukturierung internationaler Wertschöpfungsketten. Es könnte sinnvoll sein, wenn Unternehmen Bezugsquellen und Produktionsstandorte auch nach Afrika diversifizieren.“ Dafür bedürfe es einer stärkeren bilateralen Außenwirtschaftsdiplomatie. Liebing: „Das ist derzeit erkennbar keine Priorität für die zuständigen Ministerien des Bundes. Das halte ich für gefährlich. Der Wettbewerb aus Asien ist schneller als wir.“

Der Afrika-Verein fordert die Bundesregierung zudem auf, von einem „Lieferkettengesetz“ Abstand zu nehmen. „Das passt nicht in die Zeit. Nun müssen wir mit Priorität daran arbeiten, dass deutsche Unternehmen weiterhin in Afrika investieren. Sie mit zusätzlicher Bürokratie zu belasten und hohe Strafen anzudrohen, wenn ein Mittelständler den Vorlieferanten seines Vorlieferanten nicht vollständig überwachen kann, wird nur dafür sorgen, dass noch weniger der dringend notwendigen guten Arbeitsplätze in Afrika entstehen“, so Stefan Liebing. Sinnvoller sei, eine Einigung auf europäische Standards zu finden und diese auf Ebene der Regierungen zu implementieren.

Der Verband weist zudem darauf hin, dass Afrika für die Bewältigung des Klimawandels eine wichtige Rolle spielen könne. So fordern die Unternehmen, einen „Wasserstoffpakt“ abzuschließen. Liebing: „Wir haben uns lange genug mit Strategieworkshops und Potentialstudien beschäftigt. Jetzt wäre es an der Zeit, erste Pilotprojekte in konkreten Partnerschaften in Afrika zu realisieren, damit Deutschland auf diesem wichtigen Gebiet international die Marktführerschaft übernehmen kann.“

Das vollständige Papier ist hier abrufbar.

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