Natur & Garten

Mehr Insekten in Privatgärten und auf öffentlichem Grün

Wilde Malve statt Kanadischer Goldrute, Margeriten statt Chrysanthemen – heimische Pflanzen in privaten Gärten und auf öffentlichen Grünflächen sind ein Gewinn für Mensch und Natur. Das neue Projekt „Insektenfreude – mit regionalen Wildpflanzen“ soll deshalb die Nachfrage nach heimischen Wildstauden erhöhen und den Handel bei der Produktion und Vermarktung des regionalen Pflanzguts fachkundig unterstützen. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums in Höhe von rund 590.000 Euro gefördert.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Viele Menschen haben den Wert der Artenvielfalt für Natur und Mensch erkannt und sind auch bereit sich hierfür zu engagieren. Das wollen wir gezielt unterstützen und die Lücke zwischen Wissen und Handeln, zwischen Einsatzbereitschaft und Umsetzung schließen. Das Projekt „Insektenfreude“ macht deshalb qualitätsgesichertes, insektenfreundliches und zugleich regionales Pflanzgut besser verfügbar – und das nicht nur für den Einsatz in privaten Gärten, sondern auch in öffentlichen Grünanlagen und auf Betriebsgeländen. Wer sich über heimische Stauden informiert und sie auch pflanzt, hilft konkret, schnell und nachhaltig, um den Insektenschwund aufzuhalten.“

BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel: „Fehlen heimische Blühpflanzen, bedeutet das weniger Lebensraum, Nahrung, Nistmöglichkeiten und Überwinterungsplätze für Insekten. Fehlen die Insekten, fehlt ein Puzzleteil im großen Ganzen – in der Natur und ihren Leistungen für uns Menschen. Insekten sind schließlich nicht nur Nahrung für Fische, Vögel und Säugetiere. Insekten sind unsere wichtigsten Pflanzenbestäuber und sorgen so auch für unsere tägliche Ernährung. Darüber hinaus tragen sie zur Humusbildung und Bodenbelüftung sowie sogar zur Selbstreinigung von Gewässern bei und erfreuen zusammen mit bunt blühenden Pflanzen das Auge. Wir brauchen die Insekten – und sie die Unterstützung von uns allen.“

Die NABU-Naturschutzstation Niederrhein kooperiert im Projekt „Insektenfreude – mit regionalen Wildpflanzen“ mit Gärtnereien und Gartenbaubetrieben. So soll zunächst in der Region Niederrhein ein großes Angebot an heimischen Wildpflanzen im konventionellen Gartenhandel etabliert werden. Gehandelt werden jedoch keine Samen, die oftmals nur eine Saison wirken, sondern fertig gezogene Stauden im Topf wie zum Beispiel Wiesen-Flockenblume, Heide-Nelke oder Echte Schlüsselblume. Die Staudenanzucht aus zertifiziertem Regio-Saatgut stellt dabei die ökologische Qualität des Pflanzgutes sicher. Neben der Insektenfreundlichkeit und Regionalität der Wildpflanzen spielt auch die Nachhaltigkeit der Produktion eine wichtige Rolle. So soll beispielsweise Plastik vermieden und der Einsatz von Torf und Pestiziden reduziert werden.

Workshops und Schulungen für Mitarbeitende von Gartenbaubetrieben sowie die Beratung von Firmen, Großabnehmern sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sollen den Aufbau eines stabilen Marktes für regionales Pflanzgut unterstützen. Mit einer bundesweiten Regio-Pflanzgut-Tagung wollen die Projektverantwortlichen teilnehmende Betriebe der Pflanzgutproduktion und Vermarktung miteinander vernetzen und den Erfahrungsaustausch fördern und damit einen Anstoß für ähnliche Projekte, sogar grenzübergreifend aus den Niederlanden und Belgien, geben.

Kontaktdaten sowie Projekt-Steckbrief unter: https://bit.ly/insektenfreude

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm:

https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm

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