Energie- / Umwelttechnik

Schutz seltener Arten nur mit ehrenamtlicher Hilfe möglich

Anlässlich des Internationalen Tag des Ehrenamts hebt der BUND die unentbehrliche Bedeutung ehrenamtlich Helfender für den Naturschutz hervor. „Ohne den unermüdlichen Einsatz unserer Helferinnen und Helfer wäre es vielerorts unmöglich, Naturschutzprojekte umzusetzen“, betont der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. „Es ist großartig, was wir mithilfe engagierter Menschen vor Ort für die Artenvielfalt bewegen können.“

„In Deutschland gibt es noch Arten, die kaum jemand kennt – die aber dringend auf unser aller Hilfe angewiesen sind“, so Anita Giermann, Ehrenamtskoordinatorin beim BUND. „Ein Beispiel dafür ist der Gartenschläfer, eine kleine Schlafmaus, die vielerorts aus noch unbekannter Ursache vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden ist. Weil sie so unbekannt ist, ist sie auch noch nicht ausreichend erforscht.“ Diese Tierart zu schützen, ist das Ziel des Projekts „Spurensuche Gartenschläfer“, das der BUND gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung umsetzt. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

„Ohne ehrenamtliche Hilfe wäre es unmöglich, eine Tierart bundesweit zu erforschen und zu schützen“, so Giermann. „Beim Gartenschläfer bedeutet das, dass allein in diesem Jahr hunderte Wildtierkameras von Freiwilligen kontrolliert, Nistkästen auf Bewohner überprüft, kleine Fußspuren ausgelesen und viele Hinweise zusammengetragen werden mussten.“ Mehr als 60 Menschen aus ganz Thüringen haben regelmäßig Daten erhoben und Informationen zusammengetragen. Deutschlandweit haben über 1.800 Menschen auf www.gartenschlaefer.de Hinweise auf Gartenschläfer zusammengetragen, sodass die Verbreitung der Tiere nun erheblich besser eingeschätzt werden kann. „Das ist eine überwältigende ehrenamtliche Unterstützung – gerade für eine noch so wenig bekannte kleine Schlafmaus.“

„Wir beim BUND bemerken sehr deutlich, dass die Menschen immer mehr die Naturschätze vor der Haustür entdecken“, resümiert Olaf Bandt. „Es gibt ein wachsendes Bewusstsein dafür, wie wichtig die Natur und ihre Vielfalt für uns alle ist. Und diese Entwicklung freut uns sehr. Denn jedes große und kleine Engagement für die Natur ist ein entscheidender Baustein für den Erhalt der biologischen Vielfalt.“

Mehr Informationen:

www.bund-thueringen.de/gartenschlaefer
www.gartenschlaefer.de sowie
www.biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/erarbeitung-eines-bundesweiten-schutzkonzepts-fuer-den-gartenschlaefer.html
Naturbeobachterinnen und Naturbeobachter können ihre Gartenschläfer-Hinweise dem Projektteam melden unter: www.gartenschlaefer.de

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