Nachhaltig reisen – Geht das überhaupt?
Frau Schröder, Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Nachhaltigkeit im Tourismus. Was bedeutet denn eigentlich Nachhaltigkeit für Sie?
Bei einer verantwortungsvollen Reiseplanung sollten ökologische und soziale Auswirkungen gleichermaßen berücksichtigt werden. Wir als Veranstalter können bewusst entscheiden, bei wem unser Geld ankommt und dadurch lokale Wirtschaftsstrukturen und die Wertschöpfung vor Ort unterstützen. Wir kooperieren z.B. fast ausschließlich mit einheimischen Sprachschulen und Anbietern, unterstützen soziale Projekte vor Ort, die dann auch besichtigt werden können, nutzen öffentliche Verkehrsmittel, informieren Kund*innen über wichtige Aspekte des „fairen“ Reisens und kompensieren für unsere Kund*innen den CO₂ Ausstoß ganz- oder teilweise, wenn dieser auf der Reise nicht vermieden werden kann.
Zertifikate gibt es viele. Was bedeutet aber konkret bei Ihnen das Zertifikat zur Nachhaltigkeit Ihrer Reisen?
Es macht einen Unterschied von Nachhaltigkeit nur zu sprechen oder sich einer unabhängigen Prüfung zu unterziehen. Wir haben mit der ersten Zertifizierung vor 11 Jahren einen Rahmen und Strukturen für ein nach innen und außen geleitetes und sichtbares Nachhaltigkeitsmanagement geschaffen. TourCert als Partner bietet dabei mehr als nur die Zertifizierung, denn wir werden angehalten, den Nachhaltigkeitsprozess ständig zu überprüfen und zu verbessern.
Sie haben Ihr Nachhaltigkeitsmanagement bereits früh extern prüfen und zertifizieren lassen. Warum ist das so und seit wann ist Nachhaltigkeit Teil Ihres Geschäftsmodelles?
Als ich lernen & helfen Sprachreisen vor fast 20 Jahren gegründet habe war der Kerngedanke bereits sozialverträgliche Sprachreisen insbesondere in Entwicklungsländer zu organisieren. Daher ist die Nachhaltigkeit schon immer Teil des Geschäftsmodells gewesen. Ich würde mir sehr wünschen, dass sich der Gedanke der Nachhaltigkeit in unserer Branche immer mehr durchsetzt und dadurch auch Kund*innen bewusster reisen und Sprachen lernen können.
Wie gehen Sie bei Ihren Reisen mit den CO₂-Emissionen der Flüge um?
Wir übernehmen zu 100% den atmosfair-Beitrag der berechneten Flugemissionen für alle Sprachrundreisen und Schülersprachsprachreisen. Für alle reinen Sprachkurse bieten wir ein gemeinsames Handeln an: Wenn die Kund*innen freiwillig kompensieren möchten, übernehmen wir den halben Preis der Flugkompensation. Unser Partner im Klimaschutz atmosfair setzt hier auf einer der höchsten und anerkanntesten Standards für Klimaschutzprojekte, den UNFCCC und Gold Standard.
Sie sagen auch, dass die Wahl der richtigen Unterkunft ein Thema zur Nachhaltigkeit ist. Wie soll man das verstehen?
Auch die Art der Unterkunft beeinflusst den Ressourcenverbrauch einer Reise. Daher sind unsere Kundinnen auf ihrer Sprachreise aus drei einfachen Gründen besonders gut in einer Gastfamilie aufgehoben: Nutzung bestehender Ressourcen, Sprachpraxis und Authentizität. Dadurch, dass diese Unterkunft bereits besteht, also nicht erst für Reisende geschaffen werden muss, wird vorhandener Wohnraum genutzt und die Reisenden passen sich an den Lebensstandard der Einheimischen an. Auf diese Art lernen unsere Sprachschüler*innen auch die lokale Kultur in der intimen Sphäre des Zuhauses der Einheimischen kennen und erhalten eine ganz andere Insider-Sicht, als wenn sie im Hotel unterkommen.
lernen & helfen Sprachreisen ist ein Reiseanbieter für Bildungsurlaub, Schülerreisen und Sprachreisen. Das zertifizierte Nachhaltigkeitsmanagement ihrer Reisen ist aber nur ein Alleinstellungsmerkmal. Viele weitere Informationen zum Thema findet man hier auf der Webseite.
Sprachreisen –
Viel erleben für den perfekten Sprachurlaub!
Begegnungen mit Menschen aus aller Welt – das ist die Leidenschaft von Silvia Schröder. Für sie sind Reisen eine wundervolle Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern und mit Vorurteilen aufzuräumen. Denn trotz der in aller Munde liegenden Globalisierung wissen wir doch so wenig von der Lebensweise und Kultur anderer Menschen, insbesondere der ärmeren Länder. Gerade diese Länder erhoffen sich in wirtschaftlicher Hinsicht viel vom Tourismus. Oftmals werden diese Erwartungen enttäuscht, da die Bevölkerung selbst nicht vom Tourismus profitiert, sondern im Gegenteil der Tourismus soziale Ungerechtigkeiten noch verstärkt und Kulturen überfordert werden.
Deshalb hat Silvia Schröder 2003 das Projekt lernen & helfen Sprachreisen ins Leben gerufen. Sie möchte sprachbegeisterten Menschen die Möglichkeit geben, zu lernen und gleichzeitig zu helfen. Der Leitgedanke dahinter: „Fair reisen statt nur verreisen.“ Für lernen & helfen bedeutet das insbesondere, lokale Wertschöpfung zu fördern, mit Partnern vor Ort zusammenzuarbeiten und Reisende für soziale und ökologische Aspekte zu sensibilisieren.
lernen & helfen Sprachreisen bietet ein breites Spektrum an Sprachkursen, Sprachrundreisen, Familiensprachreisen und Schülersprachreisen – auch in Entwicklungs- und Schwellenländer. Dabei haben die Qualität des Sprachunterrichts sowie die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte bei der Gestaltung der Reisen eine hohe Priorität. Denn Silvia Schröder weiß: „Damit Tourismus auch der einheimischen Bevölkerung zugutekommt, spielen für uns partnerschaftliche Zusammenarbeit und lokale Wertschöpfung eine wichtige Rolle.“
Was uns auszeichnet:
– Kooperation mit kleinen, einheimischen Wirtschaftsbetrieben
– Ausgestaltung der Reisen in partnerschaftlicher Zusammenarbeit
– Berücksichtigung ökologischer Aspekte bei Transport und Mobilität
– Information der Reisenden zu sozialen und ökologischen Aspekten des Reisens
– Finanzielle Unterstützung ausgewählter Projekte vor Ort
lernen & helfen Sprachreisen
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