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Kieler ORC-WM: Höchste Qualität und große Quantität

Die ORC-Weltmeisterschaften vor Kiel (4. bis 12. August 2023) verbinden höchstes Niveau mit rekordverdächtigen Teilnehmerzahlen. Bereits 18 Wochen vor dem Auftakt sind 100 Yachten in den Kategorien A (13 Meldungen), B (26) und C (62) gemeldet.

Und mit der Meldung der „Outsider“ (Hansen/Teichmann/Kieler Yacht-Club) sind nun auch alle neun Medaillengewinner von der WM in Tallinn/Estland (2021) am Start. Dazu gesellen sich zwei amtierende Weltmeister, „Essentia 44“ (Catalin Trandafir/Rumänien) in der Kategorie B sowie „Sugar 3“ (Ott Kikkas/Estland) in der Kategorie C. Die „Katarina II“ (Aivar Tuulberg/Estland), Bronzemedaillengewinnerin der WM 2022 in Porto Cervo (Italien),  komplettiert das Feld der Hochkaräter. Alle zusammen gehören zum Favoritenkreis, und die „Outsider“ will nach zwei zweiten Plätzen 2018 vor den Haag (Niederlande) und 2021 vor Tallinn (Estland) mehr als ein Triple in Silber.

„Wir freuen uns, dass so viele Top-Yachten antreten, und dass so viele ORC-Yachten so schnell gemeldet haben“, erklärt Organisationschef Eckhardt von der Mosel, der bereits bei der Kieler ORC-Rekord-WM 2014 die Organisation leitete.

„Unser Ziel ist es bestimmt nicht, als ewiger Zweiter bezeichnet zu werden“, so Bo Teichmann. Der 39-jährige Projektleiter segelt seit 23 Jahren zusammen mit „Outsider“-Eigner Tilmar Hansen (KYC). Nach zweimal WM-Silber 2018 hinter Karl Kwok (Hongkong) mit der „Beau Geste“ und 2021 hinter Michael Berghorn mit der „Halbtrocken 4.5“ soll das Silber-Triple verhindert werden.

Dazu steigen fünf Profis an Bord, angeführt von Markus Wieser (VSaW und Bayerischer YC). Der gebürtige Bayer hat Titel in vielen Klassen gesammelt und gilt als einer der vielseitigsten Taktiker nicht nur in Deutschland. Vaurien, Tempest (amtierender Weltmeister, 2022 vor Kiel), FD (Olympia-Kampagnen), drei EM-Titel mit der Asso 99, Weltmeistertitel im 5.5, 6mR, Drachen und Swan 50 sowie zweimal WM-Silber in der TP52 stehen zu Buche.

Nicht zuletzt wegen der gewonnen Tempest-WM im Vorjahr hat Wieser gute Erinnerungen an Kiel. „Ich freue mich immer auf Kiel-Schilksee“, so der Segel-Tausendsassa, der die Kieler Woche dreimal im Drachen und zweimal im FD gewonnen hat.

Zur ORC-WM rückt der 60-jährige vierfache Familienvater gleich mit vier weiteren Profis an, unter anderem mit Michi Müller. Der Kieler segelte 2014 bei der Kieler ORC-WM zusammen mit Markus Wieser auf der „Platoon“ (Harm Müller-Spreer/Hamburg) und war vor dem zurzeit laufenden The Ocean Race der bis dahin letzte Deutsche, der an der zehnten und elften Auflage des Volvo Ocean Races als Grinder an Bord der „Puma“ teilnahm. Neben Müller gehören Gert Habermüller, Victor Marino und Peter van Niekerk zur Wieser-Crew.

Auch dem „Outsider“-Bootsmann Holger Lenning (Ready4Race), der auf die Optimierung von Regattayachten spezialisiert und zurzeit in Neuseeland im Einsatz für das Schweizer Sail GP-Team ist, sowie North Sails Deutschland-Chef Stefan Matschuck wird man mit dem Begriff Amateur nicht gerecht.

Aber auch die deutsche Konkurrenz rüstet weiter auf: Zum Stammcrew-Mitglied auf der „Halbtocken 4.5“, Jes Gram Hansen aus Dänemark, steigt Frans Hinelaaar (Niederlande) an Bord. Der Match-Race-Spezialist ist vor allem in der J-Class kein Unbekannter.

„Wir haben schon große Ziele, aber wir wissen auch, dass bei der Qualität am Start ein falsches Manöver entscheiden kann. Die drei Medaillengewinner von 2021 sind am Start, dazu der amtierende Weltmeister aus Rumänien und der Bronzemedaillengewinner von 2022 aus Estland“, weiß Berghorn um die hohe Qualität der Konkurrenz. Und wie eng es an der Spitze zugeht, hat auch die „Outsider“ bei der WM 2021 zu spüren bekommen. „Führend vor der letzten Wettfahrt, haben wir den Gennaker bei der Lee-Tonne ins Wasser geworfen und den Titel verspielt“, so Teichmann, der bedauert, dass bisher ein großer Konkurrent fehlt: Karl Kwok (Hongkong) mit der „ Beau Geste“.

Die Vorbereitung auf das große Ziel ist sehr unterschiedlich. Während Berghorn bis zu WM das volle Vorbereitungsprogramm von der Maior bis zur Kieler Woche absolviert, konzentriert sich die „Outsider“ auf ein Trainingswochenende vorab. Nach der WM ist dann die Schifffahrtsregatta der Abschluss einer sehr auf die WM- fokussierten Saison.

Bei den Bronzemedaillengewinnern von 2021 in der Kategorie C treten Boot und Crew getrennt auf. Die „sportsfreund“ segelt für Dänemark. Axel Seehafer hat seine x-41 an Erik Stannow verkauft. Die einstige deutsche „sportsfreund“-Crew um die Nickel-Brüder Gordon und Morten startet ,wie auf der boot Düsseldorf bekannt wurde, mit einem anderen Boot, das noch nicht gemeldet wurde. Reine Frauencrews zählen im Offshore-Bereich noch immer zu den Ausnahmen, doch in Deutschland gibt es immer wieder Projekte. Den Auftakt machte die „Rodeo“ (1985 bis 1990), es folgten die „Tutima“ (2009 bis 2020), die nach drei Jahren Pause dieses Jahr zur WM zurückkehrt, und die „Akka“ (2016/2017). Und seit zwei Jahren gibt es ein weiteres Frauen-Offshore-Segel-Projekt in Deutschland. Eine Gruppe junger Seglerinnen hat 2021 das Netzwerk Offshoreseglerinnen gegründet und segelt seit 2022 in Kooperation mit dem Hamburger Segel-Club auf der „RubiX“ auch ORC. Das Netzwerk umfasst rund 30 aktive Seglerinnen. „Unser Konzept fußt darauf, dass wir mithilfe einer Stammcrew und unserer Skipperinnen versuchen, jungen Seglerinnen eine Möglichkeit zu Kompetenzerweiterung und -aufbau zu geben, mit dem langfristigen Ziel, den Frauenanteil auf der Seebahn zu erhöhen“, so Eshana Müller, Projekt-Koordinatorin und eine von vier Skipperinnen.

Die ORC-WM sei das große Highlight „Nicht nur weil es unsere erste gemeinsame WM ist, sondern auch, weil es für die Frauen im ORC- Segeln ein wichtiger Termin ist. Nach einer relativen Flaute bezüglich des Frauenanteils zur WM in Tallinn 2021 werden in diesem Jahr mindestens drei reine Frauenteams an den Start gehen. Neben der ‚Tutima‘ und uns wird auch das Team ‚Rebella‘ aus Norwegen dazukommen. Wir freuen uns schon wahnsinnig darauf, uns endlich auch live kennenlernen zu können und das Netzwerk in der Ostsee größer zu spannen“, so Müller.

Vorläufiger Terminplan der Seesegel-WM vor Kiel, 4. bis 12. August 2023:  

  • Freitag, 04., bis Samstag, 05. August: Registrierung und Vermessung
  • Samstag, 05. August: Practice Race, Eröffnungsfeier
  • Sonntag, 06. bis Freitag, 11. August: Wettfahrten
  • Samstag, 12. August: Finale Rennen & Siegerehrung
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