Bautechnik

Blockträgerbrücke in Frankenberg (Eder) gewinnt Anerkennung beim Deutschen Holzbaupreis 2023

Auf der LIGNA in Hannover wurde am 16. Mai der Deutsche Holzbaupreis verliehen, der seit 2003 alle zwei Jahre von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister in Zusammenarbeit mit Organisationen der Holzwirtschaft ausgelobt wird. Im Fokus des Deutschen Holzbaupreises stehen Wohn- und Geschäftsgebäude sowie Bauten der öffentlichen Verwaltung und Bildung. Umso erfreulicher ist es, dass die von Schaffitzel Holzindustrie gebaute Blockträgerbrücke im nordhessischen Frankenberg (Eder) unter den 149 eingereichten Projekten eine Anerkennung bekommen hat. Dies betont zugleich die zunehmende Bedeutung des Holzbrückenbaus für die Planung von Verkehrswegen in Städten und Gemeinden.

„Die Jury würdigt das Engagement der am Bau Beteiligten, durch eine gestalterische Neuinterpretation sowie durch sorgfältige Detailplanung den kommunalen Brückenbau als Aufgabe für den Werkstoff Holz wieder zu gewinnen,“ heißt es im zusammenfassenden Urteil über das Projekt der innovativen Radwegbrücke in Frankenberg.

Geplant wurde die Radwegbrücke Frankenberg vom Ingenieurbüro Miebach aus Lohmar. Der Magistrat der Stadt Frankenberg entschied sich aufgrund der positiven Erfahrung mit der ersten Brücke dazu, noch zwei weitere „Schwesternbrücken“ gleicher Art zu bauen, von denen eine zurzeit in den Hallen von Schaffitzel vorgefertigt wird. Diese ist mit 80 m etwas länger und soll bis Ende August dieses Jahres fertiggestellt sein.

2019 kam die von Schaffitzel gebaute Neckartenzlinger Brücke in die Engere Wahl des Deutschen Holzbaupreises, 2017 gewannen die Planer mit der Konzeptstudie der Stuttgarter Holzbrücke in der Kategorie Komponenten/Konzepte, bei der Schaffitzel+Miebach beratend tätig war und nach welcher zwei Jahre später drei Brücken von Schaffitzel Holzindustrie in Weinstadt und Urbach gebaut wurden.

Weitere Informationen zum Projekt der Blockträgerbrücke Frankenberg (Eder):

„Frankenberg 2020“ ist ein umfangreiches Modernisierungsprogramm, das die Energiewende einleiten und die Stadt durch Investitionen in Kultur, Handel, Wirtschaft und Infrastruktur attraktiver machen soll. Eine der Maßnahmen zur Umsetzung dieses Programms ist ein neues Radverkehrskonzept, das neben neuen Brückenbauwerken auch den Radwegeausbau vorsieht. Die nordhessische Stadt Frankenberg wird besser mit den sieben überregionalen Radwegen verbunden werden, die zuvor an ihr vorbei – und nicht durch sie hindurchgeführt hatten. Zugleich soll die Eder besser in das Stadtbild eingebunden und der Zugang zu Naherholungsflächen erleichtert werden. Auch im etwas außerhalb der Stadt gelegenen Bereich der „Wehrweiden“, wo u.a. der jährliche Pfingstmarkt stattfindet, soll die Eder mehr in das Gesamtbild des Platzes eingebunden werden. Die neue, ca. 60 m lange und 4-5 m breite Brücke ersetzt eine nicht mehr sanierungsfähige Brücke und zeigt auf, wie Bauen, Naturschutz und Nachhaltigkeit im Einklang zueinanderstehen können.

Die zweifeldrige Blockträgerbrücke ist durch ihre Konstruktion in Holzbauweise ein „klimagerechtes Bauwerk“ bestätigt Frank Miebach, Geschäftsführer des Ingenieurbüro Miebach. In den 120 m³ Brettschichtholz des Brückentragwerks werden immerhin rund 97 m³ CO2 gespeichert und machen die Brücke damit klimaneutral.

Der Verlauf der Brücke nimmt die anschließenden Wege durch eine ausgerundete Grundrissform auf. Die Brettschichtholzträger selbst sind zweiachsig gebogen und getreppt. Zusätzlich wird eine dynamische Querschnittshöhe zwischen 45 und 140 cm (die größte Ausdehnung liegt über dem Pfeiler) durch Blockverleimung einzelner Brettschichtholzträger unterschiedlicher Längen und Breiten erreicht, was die Produktion mit wenig Verschnitt und optimaler Materialausnutzung sehr wirtschaftlich macht.

Die Produktion eines solchen Brückentragwerkes erfordert höchste Präzisionsarbeit bei der Verleimung, Blockverklebung und dem Abbund. Festigkeitsklasse und Maße jeder einzelnen Holzlamelle, sowie wie deren Position im fertigen Blockträger, müssen dabei berücksichtigt werden, erläutert Jörg Schaffitzel, Geschäftsführer von Schaffitzel Holzindustrie, dem ausführenden Ingenieurholzbau-Unternehmen. Die Umsetzung erfordere viel Erfahrung und qualifiziertes Fachpersonal, worauf er stolz ist.

Das Tragwerk wurde vor Ort aus zwei großen Blockträgern zusammengesetzt. Der Pfeiler der Brücke liegt genau in der Mitte, sodass symmetrische Spannweiten entstehen. Die Verbindung der beiden Brückenteile mithilfe Gerbergelenken erfolgte allerdings innerhalb des zweiten Bogens an der Stelle mit der geringsten Biegebelastung.

Die Konzeption als geschützte Holzbrücke gemäß DIN EN 1995-2 garantiert eine hohe Lebenserwartung, die einer Brücke aus Stahl oder Beton gleichgestellt wird. Zudem wird der Holzbrückenkörper durch den aufliegenden Gehbelag aus Betonfertigteilen in der Güte C50/60 so gut geschützt, dass auf den Einsatz von Chemie als Holzschutz komplett verzichtet werden konnte. Das ist auch im Hinblick auf die Nisthilfen für Wasseramseln gut, die am Brückenbau im Rahmen der „baubiologischen Begleitung“ angebracht worden waren.

Gut für die Natur – gut für den Menschen: Eine entscheidende Vorgabe für den Bau war die Barrierefreiheit der Brücke mit maximalen Steigungen von 6%. Zusätzlich wird die Brücke mit in den Handlauf integrierten LED-Leuchten auch nachts sicher begehbar sein.

Das Brückenkonzept hat überzeugt, sodass die gleiche Konstruktion – jetzt mit 80 m Länge – für eine weitere Brücke angewandt wird, die bereits in den Montagehallen von Schaffitzel Holzindustrie vorgefertigt wird. Diese Schwesterbrücke wird etwas oberhalb des Verlaufes der Eder den Stadtteil Schreufa, den Wildpark und den Hessischen Fernradweg R6 verbinden. Rund 80% der Kosten der neuen Brücke fließen über Fördergelder von Bund und Land wieder zurück an die Stadt. „Die Bedingung für die Förderung war, dass wir schnell sind. Und wir waren schnell …,“ erläutert Bürgermeister Rüdiger Heß stolz. Im August dieses Jahres soll diese Schwester bereits fertiggestellt sein und damit eine weitere Maßnahme des Modernisierungsprogramms um Stadt und Natur zu verbinden.

Bautafel:

Bauherr: Magistrat der Stadt Frankenberg (Eder)

Objekt- und Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Miebach, Lohmar

Ausführung: Schaffitzel Holzindustrie, Schwäbisch Hall

Maße: 60 und 80 m x 4-5 m

Baujahr: 2022/23

Konstruktion: Zweifeldrige Blockträgerbrücken mit getrepptem Holztragwerk aus blockverklebtem Brettschichtholz, Belag aus Betonfertigteilen, Geländer aus v-förmigen Flachstahlpfosten und horizontalen Edelstahlseilen mit Handlauf aus Accoya.

Über Schaffitzel Holzindustrie GmbH + Co.

Seit über 113 Jahren arbeitet das Unternehmen mit Holz. Aus den Anfängen als Sägewerk hat es sich zum modernen Ingenieur-Holzbauunternehmen mit eigener Brettschichtholz-Produktion entwickelt. Schaffitzel Holzindustrie ist im Hallenbau, Brückenbau, Kreativbau und im Bereich der Brettschichtholzlieferungen tätig. Führend bei zahlreichen innovativen Projekten ist Schaffitzel Holzindustrie auch Vorreiter im Verkleben von Sonderholzarten wie Accoya, Buche, Lärche und Douglasie.

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