Tabuthema Tod aus kindlicher Sicht betrachtet
Premiere am 22. Februar um 15 Uhr, BOXX des Theaters Heilbronn
Schlafen Fische?
Von Jens Raschke
Regie: Stefanie Roschek
Ausstattung: Georg Burger
Licht: Marvin Ott
Dramaturgie: Elena Saalfrank / Nicole Buhr
Theaterpädagogik: Simone Endres
Jette: Magdalena Lehnen
Tabuthema Tod aus kindlicher Sicht betrachtet
»Schlafen Fische?« – Das Theaterstück von Jens Raschke über die kleinen, großen und letzten Fragen des Lebens kommt in die BOXX
Die schwere Erkrankung und der Tod eines Kindes sind kaum zu ertragen und eine harte Belastung für die ganze Familie. »Schlafen Fische?« von Jens Raschke nähert sich aus kindlicher Sicht den damit zusammenhängenden kleinen, großen und letzten Fragen des Lebens. Im Mittelpunkt steht die zehnjährige Jette, die sich aus ihrer Trauer um den Verlust ihres kleinen Bruders herauskämpft und viele Fragen stellt: Was passiert, wenn wir sterben? Wie fühlt sich tot sein an? Und warum darf man auf dem Friedhof keine Pizza essen? Mit »Schlafen Fische?« realisiert Stefanie Roschek ihre vierte Regiearbeit in der BOXX. Die Premiere ist am 22. Februar um 15 Uhr. Magdalena Lehnen spielt in diesem Monologstück die Jette. Für die Ausstattung ist Georg Burger verantwortlich.
Autor Jens Raschke, von dem am Theater Heilbronn schon »Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute« und »Petty Einweg« zu sehen waren, erweist sich einmal mehr als Spezialist, der noch so heikle Themen mit leichter Hand kindgerecht und gleichzeitig differenziert umsetzt und so zu einer aktiven Auseinandersetzung mit angstbesetzten Fragen anregt.
Zum Inhalt
Jette ist gerade zehn geworden. Ihr Papa sagt, das nennt man zweistellig. Es gibt Leute, die werden sogar dreistellig. Einhundert Jahre. Und noch mehr! Jettes Bruder Emil ist nur sechs geworden. Das ist bloß einstellig.
Emil war sein ganzes Leben lang krank. Vor einem Jahr ist er gestorben. Ihre Eltern waren danach erst einmal von ihrer eigenen Trauer wie gelähmt. Und überhaupt hatten sie auch während der Erkrankung des Bruders kaum Zeit und Nerven, sich auch noch um Jette zu kümmern. Das fand sie manchmal ziemlich unfair.
Regelmäßig geht Jette auf den Friedhof und erinnert sich an Emil, die gemeinsam gespielten Spiele, seine Träume und wie sie auf der Beerdigung seinen Sarg bunt angemalt haben. Sie fragt sich: »Warum müssen Menschen sterben? Was kommt nach dem Tod? Geht es Emil jetzt besser?« All das hat sie auch ihren Vater gefragt. Aber der weiß auf viele Fragen ebenfalls keine Antwort. Das hat Jette längst gemerkt. Als sie vor ein paar Jahren in einem Urlaub in Dänemark zusammen einen Staudamm gebaut haben, fragte sie, ob die Fische hinter der kleinen Staumauer nicht nach Hause müssen zum Schlafen? Schlafen Fische überhaupt? Wusste der Vater nicht. Auch nicht, ob Blindschleichen niesen.
Die schwarzen Wolken, die sich nach dem Tod ihres Bruders in Jette ausgebreitet haben, werden jetzt, ein Jahr später, langsam heller. Ob sie eines Tages richtig weiß werden? Keine Ahnung! Aber vielleicht müssen sie das ja gar nicht.
Undogmatisches Theaterstück für alle Generationen
Der Tod wird im Kindertheater häufig thematisiert: »Aber selten so einfühlsam und klar, wie es dem Autor Jens Raschke gelingt«, würdigt Paul Maar. Raschke hat ein undogmatisches, zuweilen sehr heiteres und manchmal auch trauriges Einpersonenstück über eines der letzten Tabuthemen unserer Zeit geschrieben. Ein Stück für alle Generationen.
Trauer und Heilen funktionieren für alle Menschen unterschiedlich. »Schlafen Fische?« richtet seinen Blick vor allem darauf, wie die Großen und die Kleinen miteinander trauern und sich gegenseitig stützen können.
Unterstützung von Fachleuten
Begleitet wird die Inszenierungsarbeit von Fachleuten. Das Theater kooperiert mit dem Kinder- und Jugendhospizdienst Heilbronn der Malteser e.V. sowie dem Verein »Lichtblick-TAK«, die das Theater im Probenprozess und bei den Nachgesprächen unserer Thementage unterstützen. Am Sonntag 22. Februar und am Sonntag 22. März können alle Interessierten ohne Voranmeldung an den Gesprächen im Anschluss an die 15- Uhr-Vorstellungen teilnehmen.
Schulklassen können ihre Gespräche unter jungestheater@theater-hn.de vereinbaren.
Theater Heilbronn
Berliner Platz 1
74072 Heilbronn
Telefon: +49 (7131) 5634-03
Telefax: +49 (7131) 56-4159
http://www.theater-heilbronn.de
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