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VEM-Aufsichtsrat verabschiedet Erklärung zur Lage in Papua

Der Aufsichtsrat der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) hat vom 9. bis 16. März 2026 in Westpapua, Indonesien, getagt. Das internationale Leitungsgremium, dem Mitglieder aus Afrika, Asien und Deutschland angehören, verabschiedete eine Erklärung, in der es seiner tiefen Sorge über die humanitäre Situation in der Region Ausdruck verleiht. Der Rat hörte dabei auf die Stimmen seiner Mitgliedskirche in Papua, der Gereja Kristen Injili di Tanah Papua (GKI-TP), sowie auf indigene Gemeinschaften, die weiterhin unter Gewalt, Vertreibung und Umweltzerstörung leiden.

Vielschichtige Krise erfordert internationale Aufmerksamkeit

Die Lage in Papua hat sich nach Einschätzung des Rates zu einer vielschichtigen humanitären Krise entwickelt. Unter dem Deckmantel nationaler Sicherheit werden indigene Papua grundlegender Rechte und Schutzgarantien beraubt. Gewaltsame Konflikte und Militäroperationen haben über 100.000 Menschen in die Flucht getrieben. Parallel dazu führen großangelegte Entwicklungsprojekte wie das Merauke Food Estate zu anhaltendem Ökozid: Angestammtes Land, Nahrungsgrundlagen und kulturelle Identität indigener Gemeinschaften wie der Malind werden systematisch zerstört.

Hinzu kommen gravierende Mängel in der staatlichen Grundversorgung: Papua verzeichnet die höchste HIV/AIDS-Prävalenz in Indonesien, und schätzungsweise 700.000 Kindern bleibt der Zugang zu Bildung verwehrt. Der Rat betont, dass diese Entwicklungen keine voneinander getrennten Probleme darstellen, sondern Facetten einer einzigen tiefgreifenden Krise, die eine entschlossene Reaktion der Weltgemeinschaft erfordert.

Solidarität und konkrete Forderungen

Der Aufsichtsrat würdigt die Stärke und Widerstandsfähigkeit der Menschen in Papua, versichert den Gemeinden seine Solidarität und ermutigt die Schwestern und Brüder vor Ort, die Hoffnung zu bewahren und ihren Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit fortzusetzen. Konkret fordert der Rat:

  • die sofortige Beendigung aller Formen von Gewalt gegen die Bevölkerung Papuas,
  • einen sicheren und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen zu den betroffenen Gemeinschaften,
  • die Förderung eines offenen, inklusiven und würdevollen Dialogs unter gleichberechtigter Beteiligung papuanischer Gemeinschaften sowie
  • eine transparente Überwachung und verantwortungsvolle Bewertung von Entwicklungsinitiativen, insbesondere solcher mit erheblichen ökologischen und sozialen Auswirkungen.

In der Überzeugung, dass jeder Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen ist und geleitet vom biblischen Leitwort aus Micha 6,8, bekräftigt die VEM, dass das Evangelium Jesu Christi die Kirche dazu aufruft, denen beizustehen, die Ungerechtigkeit erfahren.

Aufruf an die Mitglieder

Die VEM ruft alle Mitglieder auf, die Situation in Papua weiterhin aufmerksam zu beobachten – durch Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung von Forschung sowie Förderung von Initiativen, die Bildung, Selbstbestimmung und die Resilienz der Gemeinschaften stärken. Die Mitglieder werden zudem ermutigt, die Menschen in Papua im Gebet und in tätiger Solidarität zu begleiten.

Mit dieser Erklärung bekräftigt der Aufsichtsrat der VEM sein Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Würde aller Menschen und ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, konstruktive und friedliche Lösungen für die Herausforderungen in Papua zu fördern.

Über Vereinte Evangelische Mission (VEM)

Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mit Büros in Wuppertal, Indonesien und Tansania ist eine internationale, gleichberechtigte Gemeinschaft von 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien sowie sechs deutsche EKD-Kirchen und den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die VEM verfolgt konsequent ein ganzheitliches Missionsverständnis. Dazu gehört, die Lebensumstände notleidender und benachteiligter Menschen unter Achtung ihrer persönlichen Würde und Berücksichtigung ihres kulturellen Kontexts zu verbessern.

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