Automobilclub KS e.V. fordert mehr Aufklärung bei Rettungskarten
Nach einem schweren Verkehrsunfall ist das beschädigte Fahrzeug oft so stark verformt, dass sich die Türen nicht mehr öffnen und Verletzte nicht bergen lassen. Einsatzkräfte müssen dann unter Hochdruck mit Rettungsschere, Spreizer und anderem Gerät versuchen, eingeklemmte oder eingeschlossene Insassen aus dem Auto zu befreien. Zwar hat sich der Insassenschutz in den vergangenen Jahren durch teilweise hochfesten Stahl oder Airbags kontinuierlich verbessert, gleichzeitig sind die Fahrzeuge jedoch technisch komplexer geworden. „In heutigen Fahrzeugen kommen zunehmend hochfeste Werkstoffe, umfangreiche Airbag-Systeme und neue Antriebstechnologien zum Einsatz. Die stabile Fahrgastzelle schützt Insassen sehr gut, kann nach schweren Kollisionen aber auch die Befreiung erschweren“, so Unfallforscher Markus Egelhaaf von der DEKRA. Da dabei jede Sekunde zählt, ist es wichtig, dass den Rettungskräften die entscheidenden Informationen zur Verfügung stehen: Wo verlaufen Hochvoltleitungen? Wo sitzen Airbag-Zünder oder Gurtstraffer? Denn das Wissen darüber, an welchen Stellen hydraulische Rettungsgeräte sicher eingesetzt werden können, ist entscheidend für die Sicherheit der Einsatzkräfte und Insassen gleichermaßen und entscheidet über eine erfolgreiche Rettungsmaßnahme.
Schnelle Orientierung für Rettungskräfte
Hier kommen Rettungskarten ins Spiel. Sie liefern Einsatzkräften auf einen Blick wichtige Informationen über den Aufbau eines Fahrzeugs. Dazu zählen unter anderem die Positionen von Airbags, Gurtstraffern, Batterien, Hochvoltleitungen, Kraftstofftanks oder besonders verstärkten Karosserieteilen. Die Dokumente werden von den Fahrzeugherstellern standardisiert erstellt und speziell für Rettungseinsätze konzipiert. „Bei einem schweren Verkehrsunfall zählt jede Minute. Die Rettungskräfte müssen innerhalb kürzester Zeit entscheiden, wo Gefahren bestehen und wo ein Fahrzeug entsprechend sicher geöffnet werden kann. Eine Rettungskarte kann dabei entscheidende Orientierung geben“, erläutert Isabella Finsterwalder, Pressesprecherin des Automobilclub KS e.V. Besonders relevant sind Rettungskarten heute nicht zuletzt bei Elektro- und Hybridfahrzeugen oder auch bei mit Biomethan bzw. Flüssiggas betriebenen Autos wegen der Hochvoltbatterien und Hochspannungskabel bzw. Gasleitungen und Tanks, die besondere Vorsicht im Umgang erfordern. Fehlen hier Informationen kann dies wertvolle Zeit kosten und für die Rettungskräfte zusätzliche Risiken bedeuten.
Rettungskarte: wie und wo?
Grundsätzlich existieren für nahezu alle modernen Fahrzeugmodelle entsprechende Rettungskarten. Allerdings liefern nur einige wenige Hersteller eine Rettungskarte in Neuwagen standardmäßig ab Werk mit. Die allermeisten Marken bieten die Rettungskarten jedoch auf ihren Websites kostenlos zum Download an, ebenso wie verschiedene Organisationen wie DEKRA oder TÜV. Eine Rettungskarte – sie sollte unbedingt farbig statt nur schwarz-weiß sowie in DIN A4 ausgedruckt werden – wird gut sichtbar hinter der Sonnenblende auf der Fahrerseite platziert. Dort suchen Einsatzkräfte standardmäßig nach den Unterlagen. Zusätzlich können entsprechende Hinweisaufkleber auf der Windschutzscheibe Rettungskräfte darauf aufmerksam machen, dass eine Rettungskarte vorhanden ist. „Die Rettungskarte ist kein Ersatz für moderne Sicherheitssysteme, aber sie ist eine wichtige Ergänzung. Und auch wenn einige Feuerwehren auf digitale Fahrzeugdatenbanken zurückgreifen können, bleibt die klassische Papier-Rettungskarte dennoch weiter ein wichtiger, schneller und zuverlässiger Bestandteil der Rettungskette – vor allem, wenn digitale Systeme ausfallen oder keine stabile Verbindung verfügbar ist“, so Finsterwalder.
Insgesamt fordert der Automobilclub KS e.V. eine stärkere Aufklärung über Rettungskarten, etwa bei Fahrzeugübergaben, Werkstattbesuchen oder den Hauptuntersuchungen. Denn obwohl die Unterlagen kostenlos verfügbar sind und ihre Hinterlegung im Fahrzeug nur minimalen Aufwand bei gleichzeitig riesigem Nutzen bedeutet, kennen viele Autofahrerinnen und Autofahrer ihre Bedeutung nicht. Gleichzeitig wird ihre Relevanz in den kommenden Jahren weiter steigen: Moderne Fahrerassistenzsysteme, alternative Antriebstechnologien und neue Fahrzeugplattformen verändern Aufbau und Struktur der Fahrzeuge massiv und machen Rettungseinsätze zunehmend komplexer.
Der Automobilclub KS e.V. ist mit rund 660.000 Mitgliedern der zweitgrößte Automobilclub in Deutschland. Er ist seit Jahrzehnten Mitglied der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und zählt zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Auf europäischer Ebene ist der KS zudem Gründungsmitglied des EAC (European Automobile Clubs). Das Ziel ist eine europaweit sichere und nachhaltige Verkehrspolitik. Darüber hinaus engagiert sich der KS seit mehr als 40 Jahren für mehr Umweltschutz und Energiesparen im gesamten Bereich des automobilen Verkehrs. Um den Stellenwert der Automobilbranche für Energiesparen sowie Klima- und Umweltschutz zu unterstreichen, beschloss der KS, ab 1981 jährlich den KS Energie- und Umweltpreis zu vergeben.
Mit seinen Töchtern AUXILIA Rechtsschutz-Versicherungs-AG und KS Versicherungs-AG bietet er eine umfassende Palette an Club- und Versicherungsleistungen – von der Wildschadenbeihilfe über den KS-Notfall-Service bis hin zu preiswerten Rechtsschutz- und Schutzbriefversicherungen –, die aufgrund von Leistung und Preis in den vergangenen Jahren viele Rankings gewonnen haben. In der Münchner Zentrale und in acht Bezirksgeschäftsstellen sind rund 180 Mitarbeiter beschäftigt. Der Jahresumsatz der KS-Gruppe liegt bei rund 140 Millionen Euro. Der Vertrieb erfolgt über 10.000 unabhängige Makler und Mehrfachagenten.
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