Stolpersteine vor der Philharmonie Essen erinnern an früheren Konzertmeister der Essener Philharmoniker und dessen Tochter
Elkan Kosman, auch bekannt als Alexander Kosmann, wurde am 12. Februar 1872 in eine jüdische Familie in Rotterdam geboren. Nach seinem Studium in Rotterdam und am Konservatorium in Paris wurde er Konzertmeister an der Oper in Paris. In den Folgejahren führten ihn Engagements nach Großbritannien, bevor er nach Stationen in Glasgow, Manchester und London ab 1901 einige Jahre in den USA wirkte, wo er in der Saison 1901/1902 Konzertmeister des Philadelphia Orchestra war. Von 1906 bis 1931 wirkte Elkan Kosman als Konzertmeister bei den Essener Philharmonikern (damals Städtisches Orchester Essen). So war er gleich zu Beginn dieser Ära beteiligt an der Uraufführung der sechsten Sinfonie von Gustav Mahler am 27. Mai 1906 im früheren Essener Saalbau, dem Vorgängerbau der heutigen Philharmonie. 1938 kehrte Elkan Kosman in die Niederlande zurück und spielte für kurze Zeit im Royal Concertgebouw Orchestra. Seine Laufbahn endete dort. Der Essener Stadtdirektor behielt nach Kosmans Übersiedelung in die Niederlande die Pensionszahlungen mit der Begründung ein, diese nicht ins Ausland auszahlen zu dürfen. Bis 1941 liefen diese auf ein Sperrkonto. Nach 1941 wurden die Zahlungen gänzlich eingestellt. Elkan Kosman musste aus wirtschaftlichen Gründen seine Violine – eine Giovanni Battista Guadagnini von 1773 – verkaufen. Danach wollte er auf keinem anderen Instrument mehr spielen. Er starb am 1956 in Amsterdam.
Lilian Kosman, geboren am 04. April 1907 in Essen als Tochter von Elkan Kosman und Ida Elcock, lebte in Essen bis zu ihrer Auswanderung in die Niederlande im November 1938. Seit ihrem sechsten Lebensjahr erhielt sie Violin- und Klavierunterricht. 1928 legte sie die Prüfung als Klavierlehrerin beim Musikpädagogischen Verband in Essen ab und unterrichtete danach sowohl Klavier als auch Violine. Ab Herbst 1934 erhielt sie aufgrund ihrer jüdischen Abstammung keine Erlaubnis mehr zum Unterrichten sowie in Konzerten mitzuwirken. Nach dem Pogrom im November 1938 wanderte sie mit ihren Eltern in die Niederlande aus, um weiteren Verfolgungsmaßnahmen des NS-Regimes zu entgehen. 1958 wurde ihr eine Entschädigung in Höhe von 40.000 DM zugesprochen für einen erlittenen Schaden im beruflichen Fortkommen von 1934 bis 1955. Lilian starb 1986 in Amsterdam.
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