Krug: „Die Villa Raab zeigt, was möglich ist in der Region“
Es sind mehrere Themen, die an diesem Nachmittag erörtert werden. Vor allem interessiert sich Krug als Sozialdezernent natürlich für die Frage des Fachkräftemangels. Begleitet wird er daher auch von Harald Raschel vom Arbeitgeberservice der KVA, die schon einige Beschäftigungen vermittelt hat.
Doch zunächst steht Corona im Fokus – kein Wunder: Kaum eine Branche hat so unter der Pandemie gelitten wie die Gastronomie. „Wir hatten Umsatzausfälle und mussten uns fragen, wie wir unsere Leute halten können, wie wir deren Existenzen sichern?“, blickt Geschäftsführer Otterbein zurück. Es gelang, alle konnten bleiben, fügt Nico Döring an, verhehlt indes nicht, dass sich die Bedingungen – auch was das Personal angeht – nach der Pandemie stark verändert hatten. Mittlerweile sieht Otterbein eine Trendwende. „Der Markt entspannt sich, wir merken, dass sich etwas ändert, man kann auch wieder etwas fordern von seinem Personal.“ Und er macht Mut und Lust auf eine Ausbildung in der Gastronomie: „Zu uns sind junge Leute in die Ausbildung gekommen mit Fernblick. Denn wer in der Gastro in Deutschland gelernt hat, der ist international anerkannt, der hat die Freifahrkarte für die Welt. Und einige, die bei uns gelernt haben, drehen wirklich das große Rad.“
Was die Akquise von Personal angeht, so verweist Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug auf die Initiativen des Kreises wie das Netzwerk Fachkräftesicherung, die Ausbildungsmesse oder Berufsorientierung in den Schulen. „Zudem gibt es im Pflegebereich Initiativen, die Fachkräfte aus dem Ausland anwerben. Ich denke, auch da haben wir noch Potenzial“, so der Erste Kreisbeigeordnete. Er empfiehlt ein gemeinsames Vorgehen, um auch kleinen Betrieben diese Möglichkeit zu eröffnen. „Und man muss starke Partner haben wie zum Beispiel die IHK, denn das Finden von Fachkräften wird die Herausforderung sein – und da sprechen wir schon lange nicht mehr nur über das europäische Ausland“, so Patrick Krug.
Auf die Fachkräfte wartet in der Villa Raab jedenfalls nicht nur ein ansprechendes Ambiente, dort gibt es auch die unterschiedlichsten Events. Kein Wunder: Otterbein und Döring – übrigens auch Geschäftsführer von Schloss Romrod – kommen aus der Veranstaltungsbranche, Hoteliers sind sie erst in zweiter Linie. „Wir sind eher die Gestalter als die Verwalter“, lacht Andreas Otterbein. Für Hochzeiten, Geburtstage oder Firmen-Events legen sich die Beiden mit ihrem Team richtig ins Zeug, machen vieles möglich, ein „Geht nicht!“ gibt es nicht in der Villa Raab. „Unser Anspruch ist es, fünf von fünf Sternen zu bekommen.“ Ob im Restaurant mit neu interpretierter gut bürgerlicher Küche oder bei Events. Um diese eingangs schon beschriebenen Spitzen abzufangen, wird flexibel gearbeitet. „Wir denken in Aufgaben, nicht mehr in Abteilungen“, sagt Andreas Otterbein. „Und natürlich muss man die passenden Leute finden für die entscheidenden Stellen.“ Und schließlich gibt es noch Schloss Romrod, sodass man sich mit Personal aushelfen kann.
Die Zukunft sehen die beiden Geschäftsführer neben Firmen- und Familienfeiern übrigens in Community-Events. „Diese Veranstaltungen wird es immer geben – trotz Krisen.“ Der Standort Alsfeld, so ergänzt Nico Döring „ist interessant – und eben nicht nur für Logistiker“.
Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug zeigt sich beeindruckt vom Engagement des Villa Raab-Teams. „Wenn euer Geschäft läuft, dann hat das was mit euch zu tun. Das zeigt auch, was möglich ist in unserer Region – trotz aller Schwierigkeiten, denen sich die Gastronomie insgesamt stellen muss“, betont er und nennt beispielhaft die hohen Preise für Lebensmittel, Energie und Mieten, den damit verbundenen wirtschaftlichen Druck und das veränderte Konsumverhalten der Gäste. „Viele überlegen sehr genau, wofür sie ihr Geld ausgeben. Restaurantbesuche werden seltener.“
Aber: „Trotz aller Schwierigkeiten zeigt die Gastronomie große Anpassungsfähigkeit. Ein Paradebeispiel dafür ist die Villa Raab, die sich als Veranstaltungsbetrieb etabliert hat und flexibel und schnell auf Schwankungen reagieren kann“, unterstreicht der Erste Kreisbeigeordnete. „Es braucht kreative Konzepte, um wettbewerbsfähig zu bleiben, und genau die wurden und werden hier entwickelt“, so Patrick Krug abschließend.
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