Kunst & Kultur

ALLES-BLEIBT-NEU: 15 Jahre Kunstgruppe MoArts

Ein Jubiläum zwischen Beständigkeit und Wandel: Die MoArts sind eine Kunstgruppe des Unionhilfswerks für Menschen mit Behinderungen und psychischer Erkrankung. In diesem Jahr feiern die MoArts 15 Jahre kreatives Schaffen und laden ein zu einer besonderen Werkschau vom 01. Februar bis 22. März, mit Vernissage am 7. Februar.

Die Kunstgruppe MoArts aus Berlin-Moabit besteht seit 15 Jahren.

„Vieles ist in dieser Zeit entstanden – aber nicht alles bleibt: Werke wurden mitgenommen, verkauft oder verschenkt. Ausstellungen und Performances sind flüchtig, manche Materialien hielten der Zeit nicht stand – und von einigen Künstler*innen mussten wir uns verabschieden“, sagen Birgitta von Homeyer und Irina Wußmann, in deren Händen die fachliche Leitung, Begleitung und Kuration der MoArts liegen.

Unter dem Motto ALLES-BLEIBT-NEU zeigt die Kunstgruppe nun eine Auswahl, die ihre vielfältigen Schaffensphasen widerspiegelt. Wiederkehrende Motive in neuer Gestaltung lassen Vertrautes in einem ganz neuen Licht erscheinen. Die MoArts freuen sich darauf, diesen Einblick mit Interessierten zu teilen und laden ein zur Ausstellungseröffnung.

Vernissage am 7. Februar 2026 von 15 bis 17 Uhr
Heilandskirche | Thusnelda-Allee 1 | 10555 Berlin-Moabit

Birgitta von Homeyer und Irina Wußmann betonen: „Wir danken dem Unionhilfswerk herzlich für die große Unterstützung, ohne die die Ausstellung nicht möglich wäre. Ein ebenso großer Dank geht an die Heilandskirche der evangelischen Kirchengemeinde Tiergarten, die uns den Kirchenraum überlassen hat und mit der wir so fruchtbar zusammenarbeiten.“

Raum für eigene Ideen und Gemeinschaft

Die Kunstgruppe MoArts hat sich als feste Instanz etabliert, die den Teilnehmenden die Möglichkeit bietet, eigene Ideen umzusetzen und zu vertiefen. Ob in der Malerei, beim Bau von Objekten, beim Töpfern oder in Gemeinschaftsarbeiten – immer wieder gibt es Neues zu entdecken. Birgitta von Homeyer und Irina Wußmann geben ihnen die entscheidenden Impulse und unterstützen die Künstler*innen der Gruppe:

Aktuell: Gaby Czeslik, Reiner Köhn, Mario Hertel, Brigitte Mutschke, Martina Bein.

Ehemals: Michael Schmitt, Alfons Baumgärtner, Melisa Asar, Rene Pfeil, Barbara Plieth, Sonja Lausch, Brigitte Schacht.

In liebevollem Gedenken: Gisela Furcht, Gerhard Daniels, Günther Wolf, Lothar Conradt, Horst Bayer, Ludwig Hits, Erika Komischki.

Von der tagesstrukturierenden Hilfe zur echten Teilhabe

Die Geschichte der MoArts begann 2009 als Beschäftigungsgruppe des Unionhilfswerks. Unter der Leitung der Künstlerin und Kunstvermittlerin Birgitta von Homeyer entdeckten Bewohner*innen aus verschiedenen Wohngemeinschaften schnell ihre Talente jenseits des Filzens: Es wurde gemalt und gedichtet.

Die Arbeit machte deutlich, wie wichtig es für beeinträchtigte Menschen ist, mit den eigenen Fähigkeiten gesehen zu werden. Durch jährliche Ausstellungen wuchs die Gruppe in das gesellschaftliche Leben hinein. Diese reale Teilhabe schenkte den Künstler*innen ein neues Selbstbild und stärkte ihr Selbstvertrauen enorm. Seit 2012 gestaltet die Pädagogin und Modedesignerin Irina Wußmann die Kunstgruppe mit. Nach dem Erfolg der Ausstellung „Verwandelte Schatten“ wurde schließlich ein Name gesucht: die MoArts waren geboren.

Inklusion als Wegweiser

Über die Kunstgruppe MoArts hinaus initiierte Birgitta von Homeyer weitere inklusive Projekte, wie die Garten-Kunst-Gruppe im Schulgarten Moabit und die Töpfergruppe im Stadtschloss Moabit. Ein zusätzliches Angebot während der Pandemie bot Raum für mehr Kreativität: es entstanden gefühlvolle Arbeiten für die Ausstellung „Seelenvögel und andere Tiere“.

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