Gesundheit & Medizin

Volle 6 Monate: Neue AWMF-S3-Leitlinie bringt Klarheit zur Stilldauer und eine Public-Health-Empfehlung für Deutschland

Die soeben veröffentlichte AWMF-S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“ formuliert erstmals eine allgemeine Public-Health-Empfehlung zur Stilldauer in Deutschland: Säuglinge sollen bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat voll gestillt werden, bei einer anzustrebenden Gesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten.

So empfiehlt nun auch die evidenzbasierte deutsche Leitlinie die sechs Monate exklusiver Stilldauer, die der weltweiten Empfehlung der WHO entsprechen. Eine frühere nationale Orientierung von nur vier bis sechs Monaten gilt damit als überholt. Die an der Leitlinie beteiligte Fachgesellschaft WHO/UNICEF-Initiative Babyfreundlich begrüßt gerade diesen Schritt ausdrücklich: Klare, einheitliche und evidenzbasierte Empfehlungen sind zentrale Voraussetzung für eine glaubwürdige und eindeutige Gesundheitskommunikation.

„Die Leitlinie ist ein echtes Gemeinschaftswerk und beendet eine jahrelange fachliche Unschärfe in Deutschland“, erklärt Prof. Dr. Alfred Längler, Kinderarzt und Erster Vorsitzender der Initiative, „erstmals liegt eine unmissverständliche, wissenschaftlich fundierte Empfehlung vor, die die Begleitung Schwangerer, die Stillberatung und die öffentliche Kommunikation auf eine gemeinsame transparente Grundlage stellt. Damit hat nun beispielsweise jeder Kinderarzt, jede Hebamme und jede Gynäkologin eine klare Richtschnur.“

Beteiligt an der Entwicklung waren neben den federführenden Fachgesellschaften der Kinderheilkunde (DGKJ), der Geburtshilfe (DGGG) und der Hebammenwissenschaften (DGHWi) auch Gesellschaften der Pflege, der Ernährungsmedizin, der Still- und Laktationsberatung sowie Müttervertretungen. Die beteiligte Initiative Babyfreundlich ist die einzige Organisation in Deutschland, welche die Themen Stillen, Bindung und Muttermilchernährung in einem Anforderungskatalog für Geburts-, Perinatal- und Kinderkliniken zusammenfasst und nach erfolgreichem Audit auch zertifiziert.

„90% der Schwangeren in Deutschland möchten stillen. Klare, fundierte Informationen und eine gute Begleitung erleichtern Familien eine informierte Entscheidung und deren Umsetzung – das erleben wir täglich in unseren zertifizierten Kliniken“, ergänzt Vera Hesels, Geschäftsführerin der Initiative, die inzwischen 175 Geburts- und Kinderkliniken in Deutschland vertritt. „Die Leitlinie bestätigt, wie babyfreundliche Krankenhäuser arbeiten.“

Die AWMF-Leitlinie richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, Pflegefachpersonen, Still- und Laktationsberaterinnen, Ernährungsfachkräfte, Klinikpersonal sowie an alle Institutionen, die Schwangere, Mütter, Familien und Säuglinge begleiten. Sie kann zugleich als Referenz für zukünftige nationale Empfehlungen und gesundheitspolitische Entscheidungen dienen.

Die vorliegende Veröffentlichung behandelt die beiden zentralen Fragestellungen zur Stilldauer. Empfehlungen zu wirksamen Interventionen zur Stillförderung werden in einem weiteren Teil veröffentlicht.

Die vollständige Leitlinie ist unter der AWMF-Registernummer 027-072 abrufbar.

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