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BCA insider-Magazin: AUF RAUER SEE

Das ab 1. Januar 2027 gültige Altersvorsorgereformgesetz will der privaten Altersvorsorge mit leicht verständlichen, transparenten, rentablen, kapitalmarktorientierten Anlagen ohne starre Beitragsgarantien neuen Schwung geben. Seit Vorlage des ersten Gesetzentwurfs Mitte Dezember 2025 schlagen bei den Debatten zwischen Finanz- und Versicherungswirtschaft und Verbraucherschützern die Wellen hoch, wobei es oft um das geplante Standardprodukt geht. Verbraucherschützer finden es zu teuer, Anbieter dagegen fürchten, zu diesen Kosten nicht mehr qualifiziert beraten zu können. Welche Wellen spülen dem Vertrieb Chancen zu?

Gehen wir auf Schiffsreise. Kapitän ist der Gesetzgeber, die Passagiere die potenziellen Altersvorsorge-Kunden. Wohin steuert der Kapitän? Und wie zeigt sich die See? Aufgrund der demografischen Entwicklung müssen immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner finanzieren. Gleichzeitig hat sich die Rentenbezugsdauer seit den 1960er-Jahren fast verdoppelt. Das große Seebeben steht den meisten Passagieren bei der Altersvorsorge also noch bevor.

Der Fehlbetrag muss noch mit einem Inflationsfaktor multipliziert werden. Diesen ermittelt growney bei einem Preisanstieg von zwei Prozent p. a. wie folgt: Rentenbeginn in fünf Jahren: 1,1; in 20 Jahren: 1,49; in 30 Jahren: 1,81 und in 40 Jahren: 2,21. Wer also als Durchschnittsverdiener in 30 Jahren in Rente gehen will, dem fehlen im Jahr knapp 16.000 Euro. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Menschen ihre Lebenserwartung unterschätzen.

Wie es also aussieht, müssen Rettungsringe her. Die freundliche Crew, also der Vertrieb, sollte die Passagiere dabei unterstützen. Welcher Passagier braucht welchen Ring? 

Die Rentenlücke muss ausgeglichen werden

Zu den bisher bekannten Rettungsringen klassische Altersvorsorgeprodukte und Fondspolicen gesellen sich verschiedene geförderte Produkte, u. a. das Standardprodukt und das reguläre Altersvorsorgedepot, die Riester ablösen. Was spricht dafür, zu klassischen Altersvorsorgeprodukten oder Fondspolicen zu greifen? die Bayerische, die Stuttgarter und der Volkswohl Bund betonen ausdrücklich die lebenslangen Leistungen der beiden Formen. Laut die Bayerische ist entscheidend, dass Menschen überhaupt frühzeitig vorsorgen – weniger die Frage „klassisch oder Fonds“. Alle Statistiken zeigten, dass in Deutschland eine erhebliche Rentenlücke bestehe. Wer seinen Lebensstandard im Alter halten wolle, komme an zusätzlicher Vorsorge kaum vorbei. Ein zentraler Vorteil der Lebensversicherung sei die Möglichkeit, angespartes Kapital in eine lebenslange Rente umzuwandeln. Genau das unterscheide sie von vielen reinen Spar- oder Depotlösungen. „Ob nun Sicherungsvermögen oder Fondspolice liegt im Sicherheitsbedürfnis des Kunden“, sagt Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender von die Bayerische. Bei klassischen Produkten übernehme die Bayerische die Kapitalanlage und biete planbare Leistungen. Der Versicherungsnehmer profitiere von der Anlage im Kollektiv, da er auch mit kleinen Beträgen an einem breit diversifizierten Anlageportfolio partizipiere. Bei Fondspolicen entscheide der Kunde stärker selbst über die Anlage und sei an den Chancen und Risiken der Kapitalmärkte direkter beteiligt. Laut Volkswohl Bund punkten klassische Rentenversicherungen bei denjenigen, die Wert auf Planbarkeit legen und Verlässlichkeit im Sicherungsvermögen eines Versicherers suchen, während Fondspolicen Kunden ansprechen, die sich langfristig am Kapitalmarkt orientieren möchten, um die zusätzlichen Renditechancen dort zu nutzen. „Wir bieten beides an und versetzen unsere Vertriebspartner damit in die Lage, alle Bedarfe ihrer Kunden bei uns abzudecken“, so Simone Szydlak, Pressesprecherin beim Volkswohl Bund. Die klassischen Lösungen der Stuttgarter stehen für stabile Rahmenbedingungen, garantierte Leistungen und eine gut nachvollziehbare Vorsorge-Logik, v. a. für sicherheitsorientierte Kunden. Die Fondspolicen des Hauses ermöglichten eine konsequente Kapitalmarktbeteiligung, was v. a. bei langem Anlagehorizont sinnvoll sei. „Ein Beispiel ist unsere FlexRente alpha+, die den Sparanteil zu 100 Prozent in Fonds investiert und damit konsequent auf Renditechancen setzt“, sagt Jens Göhner, Leiter Produktmanagement bei der Stuttgarter Lebensversicherung a. G. Im „Versicherungsmantel“ ließen sich Erträge während der Ansparphase i. d. R. steuerlich aufschieben und die Auszahlung könne gegenüber Direktanlagen steuerlich begünstigt sein. „Außerdem kann die Fondsvorsorge als Versicherungslösung, anders als bei einem reinen Depot, strukturell auf lebenslange Leistungen ausgerichtet werden und damit das ‚Risiko‘, lange zu leben, absichern – ganz nach dem Motto: ‚Länger leben lohnt sich‘“, so Göhner weiter.

Standardprodukt und reguläres Altersvorsorgedepot als neue Altersvorsorge-Angebote

Ab 1. Januar 2027 sollen nun weitere Rettungsringe dazukommen. Einer ist zweifarbig und heißt Standardprodukt. Zweifarbig, weil hier zwei Fonds bespart werden sollen. Der andere, das reguläre Altersvorsorgedepot, schillert in allen Farben der Fondspalette. Beide Produkte sollen günstig, transparent und leicht verständlich sein. Garantien haben beide keine. Ein Schelm, wer hier ausgerechnet bei einem Rettungsring Böses denkt … Zur Beruhigung: Kapitalmarktanalysen zeigen bei langfristigem Anlagehorizont durchaus Sicherheit.  

Zunächst zum Standardprodukt, das hohen Wellengang verursachte. Ausgelöst wurde dieser durch den Kostendeckel, das Zillmer-Verbot, den gesetzlich geforderten vollständig digitalen Abschluss ohne Beratung, die geförderte Möglichkeit eines Auszahlungsplans frühestens zum 85. Lebensjahr, der die Pflicht zur lebenslangen Absicherung herausnimmt, sowie die Ausstattung mit ausschließlich zwei Fonds. Aber der Reihe nach. Als Rettungsring soll sich das Standardprodukt sehr einfach und ganz ohne Hilfe der Crew greifen lassen: Der Abschluss ist mit wenigen Klicks und ohne Beratung möglich. Die Effektivkosten sollen bei 1,0 Prozent gedeckelt und über die gesamte Laufzeit verteilt werden. Falls jemand dennoch Beratung benötigt, etwa zur Auswahl des für ihn geeigneten Standardprodukts, stellt sich die Frage: Können Vermittler unter diesen Vorgaben qualitativ beraten? Bereits unter der bis zum Bundestagsentscheid Ende März geltenden Annahme von 1,5 Prozent zeigte sich die Branche skeptisch. Die Stuttgarter verweist darauf, dass es unter den diskutierten Rahmenbedingungen sehr schwierig werde, eine sinnvolle und faire Vergütung für Vermittler sicherzustellen. Da es bei komplexen Vorsorgethemen eine qualifizierte persönliche Beratung brauche, führe eine wirtschaftliche Unattraktivität dieser Beratung am Ende dazu, dass v. a. die Verbraucher betroffen seien. Göhner unterstreicht: „Hier besteht klarer Nachbesserungsbedarf, da dieser Punkt die grundsätzlich sinnvollen Ansätze der Reform unnötig ausbremst.“ Schneidemann befürchtete bereits, dass die Kostenobergrenze noch weiter sinken werde – teilweise seien 0,5 Prozent Effektivkosten diskutiert worden. Dazu sagt er: „Unter solchen Rahmenbedingungen wird eine umfassende persönliche Beratung wirtschaftlich kaum darstellbar sein.“ Das Standardprodukt dürfte daher v. a. als digitales Produkt mit wenigen Klicks funktionieren. Anbieter mit stark digitalisierten Abschlussprozessen hätten hier Vorteile. Das könne den Zugang zur Vorsorge erleichtern, ersetze aber keine individuelle Beratung über langfristige Lebensentscheidungen. Laut Volkswohl Bund ist das Standardprodukt als besonders kostengünstiges und digital abschließbares Modell vorgesehen. Es mache Menschen mit einem einfachen Vorsorgebedarf den Zugang zur privaten Altersvorsorge leichter. Aber es werde auch künftig Kunden geben, die eine persönliche Beratung wünschten, bevor sie sich langfristig entschieden. „Hier wird auch in Zukunft die Erfahrung und die Übersicht der Vermittler gefragt sein, etwa bei der Einordnung des Produkts, bei der Risikotragfähigkeit und bei der wirksamen Zusammensetzung von gesetzlicher, privater und betrieblicher Altersvorsorge“, so Szydlak. Wenn statt einer lebenslangen Leistung auch Auszahlungspläne möglich seien, sei eine gute Beratung umso wichtiger. Szydlak unterstreicht: „Die Auszahlungsphase dieser Verträge birgt ein echtes Risiko für den Kunden, denn ihm werden im hohen Alter, sobald der persönliche Geldvorrat erschöpft ist, Teile seines Einkommens wegbrechen.“ Auch laut die Bayerische birgt der Gesetzentwurf des neuen Altersvorsorgedepots ein zentrales Risiko: Die steigende Lebenserwartung sei nicht berücksichtigt worden. Das sei grundsätzlich eine erfreuliche Entwicklung. Für die Altersvorsorge schaffe sie aber neue Anforderungen. Denn nach den bisherigen Plänen solle ein Auszahlungsplan bis zum 85. Lebensjahr ausreichen, um die staatliche Förderung zu erhalten. Eine lebenslange Rentenzahlung wäre damit nicht automatisch vorgesehen. „Genau darin liegt aus unserer Sicht ein Problem: Viele Menschen, genauer gesagt die Hälfte aller Männer und sogar zwei von drei Frauen, leben heute deutlich länger als 85 Jahre. Damit droht im hohen Alter eine neue Versorgungslücke“, gibt Vorstandschef Schneidemann zu Bedenken. Hinzu komme, dass das Altersvorsorgedepot voraussichtlich ohne Kapitalerhaltungsgarantien auskommen solle. Lebensversicherer könnten dagegen – je nach Produkt – weiterhin Garantien zwischen 80 Prozent und 100 Prozent anbieten. Für sicherheitsorientierte Kunden bleibe das ein wichtiges Argument.

Versicherer setzen auf ihre Beratungsstärke

Sehen sich die Versicherer durch ihre gesetzlich vorgeschriebene Beratungspflicht bei der digitalen Abschlussstrecke für das Standardprodukt gegenüber Anbietern wie Neobrokern oder Banken im Nachteil? Laut Volkswohl Bund beobachtet die Versicherungsbranche das Thema sehr aufmerksam, denn am Ende sollten gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter gelten. Klar sei: Das geplante Standardprodukt funktioniere nur, wenn alle regulatorischen Anforderungen an Beratung und Prüfstrecken erfüllt seien. die Bayerische und die Stuttgarter verweisen auf die Beratungsstärke der Versicherer. Beratung werde gerade bei komplexen Vorsorgethemen, bei denen es ja auch um langfristige finanzielle Entscheidungen gehe, eher an Bedeutung gewinnen als verlieren. Laut Stuttgarter können Vermittler auf die individuellen Bedürfnisse, Ziele und auch Sorgen der Kunden eingehen. „Gerade weil die Altersvorsorge für die meisten Menschen emotional besetzt ist und oft mit Unsicherheit verbunden wird, schafft Beratung auf Augenhöhe Vertrauen und erhöht die Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen“, betont Göhner, Produktmanager der Stuttgarter. Qualifizierte persönliche Beratung sei dann kein Kostenfaktor, sondern ein wesentlicher Mehrwert – sowohl für die Kunden als auch für die Qualität der Vorsorge. Schneidemann sieht Neobroker beim rein digitalen Abschluss zunächst durchaus im Vorteil – auch wenn die Versicherer längst digitale Abschlussstrecken anböten. Der Unterschied liege eher im Beratungsansatz, weil viele Menschen ihre Altersvorsorge nicht allein über eine Eingabemaske abschließen wollten. Außerdem sei der Vertragsabschluss nur der erste Schritt: „Themen wie Förderlogik, Zulagen oder langfristige Betreuung spielen über Jahrzehnte eine Rolle. Genau dort haben Versicherer große Erfahrung“, so Schneidemann. Für das Standardprodukt fordert der Gesetzgeber eine vollständig digitale Abschlusstrecke. Sind die Versicherer darauf vorbereitet? Ja, sagt der Volkswohl Bund. die Bayerische verfüge bereits über eine vollständige digitale Abschlussstrecke, in deren Infrastruktur man auch das Standardprodukt integrieren könne. Die Stuttgarter bereite sich derzeit umfassend auf die gesetzlichen Anforderungen einer vollständig digitalen Abschlusstrecke vor. Göhner dazu: „Aktuell prüfen wir verschiedene Umsetzungsoptionen, von eigenen Lösungen bis hin zur Zusammenarbeit mit spezialisierten externen Dienstleistern.“ Das Thema, welche Fonds die Häuser für das Standardprodukt wählen wollen, ist derzeit noch in der Analyse- und Planungsphase. Schneidemann vermutet, dass durch die Kostenbegrenzung die Fondsauswahl voraussichtlich auf wenige ETF-basierte Strategien eingeschränkt sein werde. Die Stuttgarter erwäge hier auch eine mögliche Auslagerung.   

Altersvorsorgedepot erfordert fundiertes Investmentwissen

Nun zum viel bunteren Rettungsring: dem regulären Altersvorsorgedepot. Hier können Fonds kunterbunt kombiniert werden, solange sie nicht spekulativ sind. Zugelassen sind Fonds der Risikoklassen 1–5, bspw. ein Welt-Aktien-ETF wie der MSCI ACWI und Anleihen von EU-Staaten, deutschen Ländern oder Gemeinden. Nicht zugelassen sind Einzelaktien, Derivate, Edelmetalle, Kryptowährungen oder ähnliche spekulative Anlageformen. Für die Auswahl der Fonds sind zwei Möglichkeiten vorgesehen: Entweder der Kunde wählt diese selbst oder er entscheidet sich für eine Anlagestrategie, die der Vertragsanbieter vorgibt. Jede Menge Anforderungen an die Versicherer, zumal das Altersvorsorgedepot auch kostentransparent und wettbewerbsfähig sein soll. Aber auch Vermittler stehen vor der Herausforderung, künftig zu wissen, welche Investmentstrategie für die Altersvorsorge des Kunden möglichst lukrativ sein wird – gerade wenn Kunden ihre Fonds selbst auswählen wollen. Gleichzeitig ergibt sich hier eine erstklassige Beratungschance. die Bayerische, die Stuttgarter und der Volkswohl Bund unterstreichen unisono, dass der Vermittler hier eine wichtige Rolle spielen werde. Denn je komplexer das Produkt sei, umso wichtiger seien die persönliche, abgesicherte, qualifizierte Beratung sowohl zur Anlagestrategie als auch zur Kostenstruktur sowie die langfristige und kontinuierliche Betreuung über die gesamte Laufzeit. Zwar stiegen die Anforderungen, aber gleichzeitig auch der Mehrwert persönlicher Beratung. Der Berater müsse die Vorteile individueller Lösungen darstellen, denn Altersvorsorge sei ein Prozess, der über Jahrzehnte laufe. Pressesprecherin Szydlak vom Volkswohl Bund fasst die Aufgaben des Vermittlers zusammen: „Er berät bei der Auswahl, die zur bestehenden Vorsorgesituation passen muss, bei der Risikoeinschätzung, der Anpassung des Vertrags an sich ändernde Lebensumstände und er plant mit dem Kunden die Rentenphase.“ Haben die Versicherer bereits Pläne für die Ausgestaltung der Anlagestrategie in ihrem Altersvorsorgedepot? Die Stuttgarter und der Volkswohl Bund analysieren noch, wie eine verständliche, transparente, ausgewogene und langfristig tragfähige Lösung aussehen kann. Für die Bayerische sagt Schneidemann: „Wir planen, unser erfolgreiches fondsgebundenes Produkt ‚Hallo Zukunft‘ an die neue Förderlogik anzupassen.“ Die bestehenden Anlagestrategien funktionierten bereits sehr gut und könnten auch im neuen Förderrahmen weiter genutzt werden. Damit böte man Strategien, die über ein reines ETF-Standardprodukt hinausgingen. 

Neben den beiden Rettungsringen ohne Garantie plant der Gesetzentwurf auch solche mit Garantie zu fördern, nämlich mit 80 Prozent oder 100 Prozent. Die Versicherer werden auch diese Produkte weiterhin anbieten, damit individuelle Vorsorgelösungen sowie der häufige Wunsch nach planbaren Mindestleistungen abgedeckt werden können. Göhner betont, dass auch bei garantiestarken Ausgestaltungen eine kosteneffiziente Vorsorgelösung möglich sei. So hätte bspw. die Riester-Rente performance+ der Stuttgarter bei 35 Jahren Laufzeit und einem kostengünstigen ETF 1,49 Prozent Effektivkostenquote – bei voller Beitragsgarantie.

Es besteht die Aussicht, dass in den Markt für Altersvorsorge wieder Bewegung kommt und geförderte Fondspolicen sowie individuelle Altersvorsorgedepots an Bedeutung gewinnen. Im Vertrieb wird es also darum gehen, jedem Kunden die passende Lösung für seine Altersvorsorge anzubieten: Klassik, Fondspolice, Standardprodukt oder Altersvorsorgedepot. Oder anders ausgedrückt: Die Crew muss das individuelle Sicherheitsbedürfnis sowie die Lebenssituation jedes Passagiers richtig einschätzen, dafür haften und ihn individuell betreuen. Interessant ist auch eine genauere Betrachtung der Passagiere, die noch den Riester-Rettungsring tragen: Lohnt sich für sie ein Wechsel ins Vorsorgedepot? Auch die Selbstständigen, Freiberufler und Gewerbetreibenden unter den Passagieren dürfen mit Beschluss des Bundestags von Ende März nach den Ringen mit staatlicher Förderung greifen. Mit Sicherheit eine wichtige Zielgruppe für private Vorsorge. Essenziell für Vermittler sind drei Punkte: gutes Investmentwissen, dem Kunden seine Versorgungslücke aufzeigen und ihm bewusst machen, dass eine lebenslange Absicherung wichtig ist – Longevity ist im Trend. 

Auch Investmentgesellschaften planen, geförderte Produkte anzubieten

Und es gibt noch weitere Rettungsringe von anderen Herstellern. Neben den Versicherern planen auch Investmentgesellschaften Angebote im Bereich der kommenden geförderten Altersvorsorge. So sieht sich Fidelity International hervorragend dafür aufgestellt, eine vollständige Lösung für das Altersvorsorgedepot aus einer Hand anzubieten. „Wir gehören zu den wenigen Häusern, die sowohl über eine leistungsstarke Investmentplattform als auch über eigene Asset-Management-Kompetenz verfügen“, erläutert Jan Schepanek, Sprecher der Geschäftsführung der zu Fidelity International gehörenden Investmentplattform FFB. Für eine mögliche Anlagestrategie schaue man aktuell insb. Lebenszyklus-Lösungen an, die man seit über 30 Jahren in verschiedenen Märkten anbiete. In Großbritannien sei man etwa etablierter Partner mit den sog. FutureWise Lebenszyklus-Lösungen, in denen rd. 30 Mrd. Euro gemanagt würden. Auch die DWS plant entsprechende Produkte. Laut dem Vermögensverwalter geht der aktuelle Kabinettsentwurf zur Reform der privaten Altersvorsorge in die richtige Richtung. Man begrüße, die Chancen des Kapitalmarkts zu nutzen, insb. für den langfristigen Kapitalaufbau zur Altersvorsorge. Thorsten Ritzheim, Spezialist Private Vorsorge & Vermögensaufbau, DWS, sagt: „Aufgrund unserer Historie als einer der größeren Altersvorsorgeanbieter im Bereich der Riester- und Basisrente sind wir bestrebt, auch künftig mit geeigneten Produktlösungen, Altersvorsorgedepot und Standardprodukt, wieder aktiv im Vorsorgemarkt vertreten zu sein.“ Die Ausgestaltung eines möglichen Altersvorsorgedepots hänge allerdings maßgeblich von der finalen Gesetzgebung ab. Sowohl Fidelity als auch DWS wollen ihr zukünftiges Produktangebot für die Altersvorsorge einfach und transparent digital abschlussfähig anbieten – in einem Prozess, der sowohl Selbstentscheider als auch Kunden, die Beratung wünschen, optimal unterstütze. Trotz dieser Möglichkeit sieht Schepanek in den künftigen Altersvorsorgethemen einen wichtigen Gesprächsanlass, um mit Kunden, gerade auch nach längerer Zeit, wieder in den Austausch zu kommen: „Geldanlage ist und bleibt ein Vertrauens- und Beziehungsthema, bei dem die persönliche Beratung eine zentrale Rolle spielt“, betont er. Auch Ritzheim sagt: „Grundsätzlich sehen wir bei dem Thema Altersvorsorge weiterhin großen Beratungsbedarf, da hier viele individuelle Parameter zu beachten sind. Denn insb. in der Altersvorsorge gilt unseres Erachtens: Es gibt nicht das eine Produkt, das für jede Lebensplanung passt.“

Zum Abschluss der Seefahrt, kurz vor dem Hafen, noch ein Punkt aus dem Bundestagsbeschluss von Ende März – einer, der ebenfalls für hohen Seegang sorgte: Künftig sind die Altersvorsorgeangebote nicht mehr rein privatwirtschaftlich organisiert, denn auch der Staat plant ein Standardprodukt und tritt nun selbst als Anbieter in den Wettbewerb um Sparer ein. Zeitgleich ist er Regulierer. Der Kapitän verlässt also seinen Posten, kreiert Rettungsringe und bietet sie auch an. Ein Szenario, das nachdenklich stimmt. Dazu noch einmal Schneidemann von die Bayerische: „Die Reform der privaten Altersvorsorge ist dringend erforderlich. Allerdings wurde in letzter Sekunde ein Tabubruch in das Gesetz eingearbeitet – quasi durch die Hintertür. Der Staat setzt die Regeln – und tritt zugleich selbst als Anbieter auf. Das ist ein struktureller Interessenkonflikt. Private Anbieter tragen Kapitalanforderungen und Vertriebskosten. Der Staat greift im Zweifel auf Steuermittel zurück. Von einem Wettbewerb auf Augenhöhe kann so kaum die Rede sein. Am Ende leidet die Vielfalt und damit die Wahlfreiheit der Kunden.“ Es kann also durchaus sein, dass Versicherer und Vertrieb sich nicht nur auf die geförderten, sondern künftig auch sehr stark auf ihre ursprünglichen Produkte fokussieren müssen.  

Die BCA AG unterstützt den Vertrieb

Die Reform der Altersvorsorge bringt Bewegung in den Markt und genau jetzt eröffnen sich für Vermittler große Chancen. Mehr Renditeorientierung, mehr Eigenverantwortung und mehr Gestaltungsspielraum geben der privaten Vorsorge neuen Schub. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an Beratung, Produktauswahl und Dokumentation erheblich. Für viele Vermittler bedeutet das: neue Möglichkeiten, aber auch steigende Komplexität. Und genau dort setzt die BCA AG an.

Als Servicemanufaktur für freie Vermittler ist der Anspruch der Allfinanz-Maklerpools BCA, regulatorische Vorgaben in klare, praxistaugliche Beratungskonzepte zu übersetzen und Komplexität vollständig aus dem Tagesgeschäft des Vermittlers herauszuhalten. Während politische Entscheidungen und staatliche Markteingriffe – wie vom GDV kritisiert – für Unsicherheit sorgen, schafft die BCA stabile, vertriebsstarke Rahmenbedingungen. Denn Wettbewerb ist ein zentraler Treiber für innovative und effiziente Vorsorgelösungen. Unabhängige Makler sind der Garant dafür, dass Kunden wirklich passende Produkte erhalten. Mit leistungsfähigen Produktanbindungen, modernen Vorsorgelösungen und digitalen Prozessen sorgt die BCA AG dafür, dass Vermittler ihre Kunden bestmöglich beraten können und dabei organisatorisch wie technologisch entlastet werden. Gemeinsam mit der BfV Bank für Vermögen AG werden Lösungen entwickelt, die aus regulatorischen Veränderungen echte Vertriebsmöglichkeiten machen bzw. erfolgreiches Geschäft ermöglichen.

Ein zentraler Baustein dabei ist die BCA Vermittlerplattform DIVA. Sie bringt digitales Arbeiten, Produktauswahl, Kundeninteraktion und rechtssichere Dokumentation auf ein neues Level. DIVA ermöglicht eine moderne Beratung, die schnell, intuitiv und prozesssicher funktioniert. Vom CRM über die Kunden-App bis zum integrierten E-Commerce-Center deckt die Plattform den kompletten Beratungs- und Abwicklungsprozess ab. Das bedeutet: Weniger Aufwand im Hintergrund, mehr Qualität im Kundengespräch und v. a. mehr Zeit für das, was zählt: aktiven Vertrieb. Die Reform wird den Markt verändern. Mit der BCA AG an ihrer Seite sind Vermittler jedoch bestens gerüstet, damit aus Herausforderungen echte Wachstumschancen werden.

STATEMENT Dr. Frank Ulbricht, Vorstand BCA AG:

„Mehr Kapitalmarktorientierung, weniger Garantien und neue Förderlogiken eröffnen dem Vertrieb große Chancen, verlangen aber gleichzeitig deutlich mehr Know-how, Struktur und Prozesssicherheit. Vermittler stehen heute vor der Aufgabe, wachsende Komplexität bei gleichzeitig steigenden Kundenerwartungen zu bewältigen. Gefragt sind dabei nicht weitere Einzelprodukte, sondern klare Prozesse, Versicherungs- und Investmentkompetenz sowie verlässliche Systeme. Genau hier setzen wir mit unserer Servicemanufaktur an: Unser Ziel ist es, Beratung auch unter neuen regulatorischen Bedingungen erfolgreich zu machen. Mit unserer Vermittlerplattform DIVA, leistungsfähigen Produktanbindungen und klaren Beratungskonzepten sorgen wir dafür, dass Vermittler ihren Fokus auf das Wesentliche legen können: auf qualifizierte Kundenberatung, langfristige Betreuung und profitables Wachstum.“

Mehr Infos unter: Altersvorsorgedepot: Überblick und Einordnung für Makler

 

 

Über die BCA AG

Mit über 10.000 Partnern und einem verwalteten Vermögen von mehr als 5,5 Milliarden Euro ist die BCA AG der größte Dienstleister für unabhängige Finanzvermittler und damit Marktführer unter den Maklerpools in Deutschland. Kernstück des Unternehmens ist der BCA Broker Pool, Europas größte elektronische Abwicklungsplattform für Fonds, Versicherungen und andere Finanzprodukte mit weit über 2.000 Produkten von mehr als 100 Gesellschaften.

Darüber hinaus ist die BCA AG Kompetenzführer bei Portfoliooptimierungs- und Risikomanagement-Software für den Privatkundenbereich. Modernste Programme versetzen BCA Partner in die Lage, in einem Anlageprozess auf institutionellem Niveau effiziente Kundenportfolios zu entwickeln und zu optimieren. Ein fundiertes qualitatives und quantitatives Investment Research sorgt dafür, dass nur die besten Fonds in die Portfolios der Kunden aufgenommen werden.

Eine innovative Produktpalette mit eigenen Deckungskonzepten im Sachversicherungsbereich eröffnet dem BCA Partner die Möglichkeit, seinen Kunden umfassenden preisgünstigen Versicherungsschutz zu attraktiven Courtagen zu bieten. Im Segment Krankenversicherung erschließt der BCA KV-Pool dem Makler Zugang zu den führenden privaten Krankenversicherungen mit elektronischen Tarifberechnungen und topaktuellen Informationen.

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