Primärversorgung stärken: Apotheken an Rhein und Ruhr bereit für mehr Verantwortung
Die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Deutschland könnte schneller und effizienter werden, wenn Apothekerinnen und Apotheker stärker in die Primärversor-gung eingebunden werden. Die Teams in den Apotheken vor Ort sind bereit, zusätzliche Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen die Versorgung aktiv weiterzuentwickeln.
Anlässlich des bundesweiten Tags der Apotheke am 7. Juni machen die Apothekerkam-mer Nordrhein und der Apothekerverband Nordrhein e.V. auf das breite Leistungsspekt-rum der rund 1.900 Apotheken in Nordrhein aufmerksam. Zugleich unterstützen sie das aktuelle Positionspapier der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände mit dem Titel „Die zukünftige Rolle der Apotheke in der Primärversorgung“. Primärver-sorgung ist für die Menschen wichtiger denn je. Sie beschreibt die ersten Anlaufstellen im Gesundheitswesen. Also die Orte, an den sich Patientinnen und Patienten bei ge-sundheitlichen Fragen, Beschwerden oder Beratungsbedarf zuerst wenden.
Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e.V., sagt: „Bei der Gesundheitsversorgung in Nordrhein muss der Mensch mit seinem individuellen Versor-gungsbedarf im Mittelpunkt stehen. Die Primärversorgung ist dabei eine tragende Säule unseres Gesundheitssystems. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird ihr Stellenwert weiter zunehmen, da der Bedarf an Versorgung und qualifizierter Bera-tung in den kommenden Jahren deutlich steigen wird.“
Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, ergänzt: „Entschei-dend ist ein gut koordiniertes Zusammenspiel aller Akteure – von Apotheken, über Arzt-praxen und Pflegeheimen bis hin zu Kliniken. Bereits heute leisten Apotheken einen wichtigen Beitrag zur Versorgung. Aufgrund ihrer flächendeckenden Präsenz, der woh-nortnahen Erreichbarkeit, der niederschwelligen Zugänglichkeit und der qualifizierten pharmazeutischen Beratung bieten sie schon heute die besten Voraussetzungen, künf-tig noch stärker eingebunden zu werden.“
Neben der Arzneimittelversorgung bieten viele Apotheken an Rhein und Ruhr bereits heute ein erweitertes Leistungsangebot: Dazu gehören Schutzimpfungen gegen Grippe (Influenza) und COVID-19 sowie verschiedene pharmazeutische Dienstleistungen (pDL), etwa die erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation. In der Grippesaison 2025/2026 haben die Apotheken in Nordrhein rund 44.000 Menschen gegen Grippe geimpft – fast doppelt so viele wie in der Vorsaison 2024/2025.
Wenn in Kürze das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) in Kraft tritt, kommen weitere Dienstleistungen und Impfungen dazu
In den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln gibt es derzeit 1.893 Apotheken (Stand 01.04.2026). Damit versorgt jede Apotheke etwa 5.135 Menschen in Nordrhein. Mit den Pharmazie-Studienorten in Düsseldorf und Bonn, acht PKA-Berufsschulen und sechs PTA-Fachschulen ist zudem die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses innerhalb der Region gesichert.
Seit 1998 ruft die ABDA jährlich den bundesweiten Tag der Apotheke aus. Jeweils am 7. Juni wird die Öffentlichkeit auch in Nordrhein auf das vielfältige Leistungsspektrum und die gesundheitliche Bedeutung der Vor-Ort-Apotheken hingewiesen.
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