-
Vincent Mortier: Thesen bewahrheiten sich
Wir bewegen uns weltweit eindeutig auf ein komplexeres Marktgleichgewicht zu, in dem Politik – einschließlich Handelspolitik –, Geopolitik und Kapitalallokation ebenso entscheidend sind wie der Konjunkturzyklus selbst. Da sich das Wachstum als widerstandsfähiger als ursprünglich erwartet erweist und die Unternehmensgewinne robust bleiben, haben sich die Märkte gut behauptet. Allerdings finden derzeit erhebliche Umschichtungen zwischen Ländern, Sektoren und einzelnen Aktien statt. Ein diversifizierter und flexibler Ansatz dürfte für Anleger der Schlüssel sein, um mit all diesen Verschiebungen und Rotationen umzugehen. In einer sich so schnell drehenden Welt ist es an der Zeit, unsere wichtigsten Thesen für 2026 neu zu bewerten: These 1: Der Zyklus geht weiter – höhere Dynamik in den…
-
Hantel-Strategie mit Gold, Silber & Co.
Ende Januar kam es zu extremen Schwankungen auf den Metallmärkten. Die Volatilität bei Edelmetallen war auf mehr als das Doppelte ihres historischen Niveaus angestiegen. Gold, Silber und Kupfer reagieren derzeit auf eine Mischung aus strukturellen Nachfrageverschiebungen, geopolitischen Risiken und kurzfristigen Spekulationen. Während Gold durch Zentralbankenkäufe und die Flucht in den sicheren Hafen gestützt wird, lässt sich die Rallye bei Silber teilweise durch ein kurzfristiges Angebotsdefizit und die industrielle Nachfrage erklären. Und bei Kupfer sehen sich Investoren aufgrund der Elektrifizierung und des Ausbaus der KI mit einer langfristigen strukturellen Lücke konfrontiert. Der aktuelle Metallmarkt lässt sich am besten als eine Mischung aus anhaltenden strukturellen Veränderungen und kurzfristigen spekulativen Positionen interpretieren. Die…
-
Japans finanzpolitische Renaissance beginnt
Die „Sanaenomics“ haben die Zustimmung des japanischen Volkes erhalten. Sanae Takaichi, die als Protegé von Shinzo Abe gilt, wird in ihrer Wirtschaftspolitik häufig als Fortsetzung der „Abenomics“ charakterisiert und hinsichtlich deren Wirksamkeit in Frage gestellt. Ein wesentlicher Unterschied liegt jedoch in ihrem Ansatz. Abe war vor allem ein Monetarist, die Umsetzung seiner Politik inkonsistent. Die verfrühte Haushaltskonsolidierung im April 2014, als die Mehrwertsteuer von 5 % auf 8 % angehoben wurde, erstickte Japans beginnende Erholung. Es ist unwahrscheinlich, dass Takaichi diesen Fehler wiederholen wird. Sie wird sich wohl stärker auf fiskalische Hebel stützen und eine Rückkehr zur geldpolitischen Lockerung vermeiden, insbesondere da die Menschen weiterhin mit einer Lebenshaltungskostenkrise konfrontiert sind.…
-
Das Handelsabkommen zwischen Indien und der EU fördert Qualität statt Preiskampf in Europa
Am 27. Januar haben die Europäische Union und Indien die Verhandlungen über ein wegweisendes Freihandelsabkommen formell abgeschlossen und damit einen wichtigen Meilenstein gesetzt, auf den sie fast zwei Jahrzehnte hingearbeitet haben. Das Abkommen wird zwei der größten Volkswirtschaften der Welt mit einer Gesamtbevölkerung von fast zwei Milliarden Menschen zusammenbringen. Die juristische Prüfung – oder "textual scrubbing" – folgt. Beide Seiten möchten den Prozess zügig abzuschließen, um das Abkommen innerhalb der nächsten fünf bis sechs Monate zu unterzeichnen. Nach der Ratifizierung wird es voraussichtlich Anfang 2027 in Kraft treten. Der Zeitpunkt des Abkommens ist von strategischer Bedeutung: Es stärkt die Diversifizierung der Lieferketten weg von China, sichert gegen die Unsicherheit der…
-
Die Märkte sind mit einer moderaten Wirtschaft zufrieden
Das Jahr hat ereignisreich begonnen: Die USA haben ihre militärische Stärke und ihren wirtschaftlichen Einfluss eingesetzt, um die außenpolitischen Ziele von Präsident Trump zu erreichen. Die Vorladungen der US-Notenbank und die Militäraktion in Venezuela haben weder Ölpreise noch Risikoanlagen bewegt. Trumps Drohungen gegen die Souveränität eines NATO-Verbündeten haben allerdings eine vorübergehende Volatilität ausgelöst, von der sich die Märkte schließlich erholten. Dabei hinkten die USA anderen Regionen jedoch hinterher. Die verantwortungslose Ausgabenpolitik und die Inflationssorgen in Japan haben zudem die Anleiherenditen in die Höhe getrieben. Wir sind der Auffassung, dass ein Wirtschaftswachstum, das weder überhitzt, noch zu kalt ist, um eine Rezession auszulösen – zusammen mit einem hohen Maß an Selbstzufriedenheit…
-
Deutsche Aktien könnten europäische übertreffen
Die kurzfristige wirtschaftliche Erholung ist mit einigen Risiken behaftet. Deutschland befindet sich nach einem schwachen Wachstum 2025 und zwei vorangegangenen Rezessionsjahren in einer Phase struktureller Stagnation, in der Industrie und Exporte in der Krise stecken. Eine umfassende finanzpolitische Kehrtwende – ein außerplanmäßiges Finanzpaket in Höhe von 500 Mrd. Euro und zusätzliche Kreditaufnahmen für Verteidigungszwecke – sollen Wirtschaft und Nachfrage ab 2026 ankurbeln. Langfristig glauben wir, dass Reformen ab 2027 zu stärkerem Wachstum führen könnten, wenn sie entschlossen vorangetrieben werden. Wir glauben, dass deutsche Aktien auch 2026 attraktive Renditen erzielen und sogar europäische Aktien übertreffen könnten. Die Märkte dürften beginnen, die sich verbessernden Gewinnaussichten einzupreisen, unterstützt durch fiskalische Impulse und geldpolitische…
-
Dynamische Asset Allocation bei Altersvorsorgeeinrichtungen auf dem Vormarsch
Steigende Marktvolatilität und geopolitische Unsicherheiten fördern dynamische Asset Allocation (DAA) Weltweite Umfrage unter 158 Altersvorsorgeeinrichtungen Asset Manager entwickeln sich mehr und mehr zu strategischen Partnern Seit 2022 sind Investoren mit beispiellosen geopolitischen Entwicklungen und hoher Marktvolatilität konfrontiert. Die konservative Bewertung von Assets ist weit verbreitet und steigert das Interesse an der dynamischen Vermögensallokation (DAA), die die Zusammensetzung eines Portfolios regelmäßig anpasst. Laut einer Studie von CREATE-Research und dem größten europäischen Vermögensverwalter Amundi gewinnt die DAA gegenüber der strategischen Vermögensallokation (SAA) an Boden. Letztere stützt sich auf feste Gewichtungen für verschiedene Anlageklassen über längere Zeiträume hinweg. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 158 Altersvorsorgeeinrichtungen weltweit, die Vermögenswerte in Höhe…
-
Eine Atempause nach der Dynamik der Märkte
Das Jahr geht langsam zu Ende, wobei sich die meisten Risikoanlagen im positiven Bereich befinden und die globalen Aktien- und Metallpreise mehrere Höchststände erreicht haben. Selbst der längste Shutdown der US-Regierung aller Zeiten konnte en Enthusiasmus der Märkte nicht dämpfen. Wir glauben, dass die Märkte die Schwächen nicht beachtet haben, weil sie davon ausgehen, dass geld- und fiskalpolitische Hebel zur Unterstützung zur Verfügung stehen werden, dass die Rentabilität von KI-Investitionen fast selbstverständlich ist und dass die Unternehmensgewinne nach einer starken Berichtssaison in den USA und einer etwas schwächeren in Europa weiterhin die Erwartungen übertreffen werden. Auch die Auswirkungen der Zölle auf den Konsum werden weitgehend ignoriert. Die jüngsten Bedenken hinsichtlich…
-
2026 Global Investment Outlook: Keep It Turning
– Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Phase des Übergangs, nicht des Abschwungs – Diversifizierung in einem System kontrollierter Unordnung – Investoren sollten eine globale Perspektive einnehmen 2026 wird ein Jahr des Übergangs sein. Die Weltwirtschaft passt sich einem Regime der „kontrollierten Unordnung“ an, in dem eine technologische Revolution eine bereits multipolare Welt neu gestaltet, die mit geopolitischen Spannungen und fiskalischen Problemen konfrontiert ist. Geopolitik, der Policy-Mix und erhöhte Inflation sind zu strukturellen Faktoren geworden. Diese Veränderungen werden prägen, wie sich der wirtschaftliche und finanzielle Zyklus 2026 entfalten wird. Der Zyklus verlängert sich weiter – gestützt durch die als im Markt vorhandene Liquidität, geldpolitische Lockerungen, industriepolitische Verschiebungen und – bislang – einen…
-
Amundi tokenisiert seinen ersten Fonds in Zusammenarbeit mit CACEIS
Amundi, der führende europäische Asset Manager, hat seinen ersten tokenisierten Anteilsschein des Geldmarktfonds AMUNDI FUNDS CASH EUR gelauncht. Die erste Transaktion fand am 4.November statt. Der Fonds wird nun auf hybride Weise vertrieben: Er bleibt auf traditionellen Kanälen erhältlich, ist aber auch über die tokenisierte Anteilsklasse AMUNDI FUNDS CASH EUR – J28 EUR DLT (C) zugänglich. Der Fonds nutzt die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) und die öffentliche Ethereum-Blockchain, um eine transparente Dokumentation der Fondsanteile und der getätigten Transaktionen zu gewährleisten. Die Einführung ist das Ergebnis einer Partnerschaft mit CACEIS, einem führenden Asset-Servicing-Anbieter in Europa und europäischem Marktführer bei Transferagent-Aktivitäten. CACEIS stellt die Technologie und Infrastruktur für die Tokenisierung von Fondsanteilen, digitale Portfolios für Anleger…