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Mit dem Klimawandel Schritt halten: mittel- bis langfristige Szenarien und Renditeprognosen
Von Pascal Blanqué, Chairman des Amundi Institute, und Monica Defend, Head of Amundi Institute Um fundierte Entscheidungen bei der Asset Allocation treffen zu können, müssen immer mehr Variablen berücksichtigt werden. Dabei wird künftig eine entscheidende Rolle spielen, ob, wann und in welchem Ausmaß ernsthafte Klimaschutzmaßnahmen in welchen Teilen der Welt eingeführt werden. Zum ersten Mal haben wir den Klimaschutz und den Übergang zu Netto-Null explizit in unsere Kapitalmarkteinschätzungen und in eine Klimarisiken achtende Portfolioallokation aufgenommen. Als Ausgangspunkt dienen uns die Referenzszenarien eines Konsortiums von Klimawissenschaftlern, Ökonomen und Zentralbanken, in denen in einem flexiblen Rahmen verschiedene Zukunftsvisionen untersucht werden. Die Integration dieser Szenarien in unsere aktuelle Methodik ermöglicht es, die Folgen…
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Russland-Ukraine: Viele schlimme Nachrichten bereits eingepreist, aber die Aussichten verschlechtern sich
Marktreaktionen: Die Märkte sind nach wie vor sehr volatil, die Aktienmärkte sind rückläufig, doch gab es zuletzt gewisse Anzeichen einer Stabilisierung. Öl ist nach dem von den USA und UK verhängten Embargo gegen russisches Öl weiterhin angespannt. Die Nachfrage nach sicheren Anlagen („Safe-Haven“), wie Gold, ist nach wie vor hoch. Zwar ist ein Erholungsprozess bei Value-Aktien im Gange (die erste Neubewertung begann vor der Krise, dann kamen die Auswirkungen der Krise auf europäische Vermögenswerte), doch ist diese Erholung unvollständig und fragmentiert. Insbesondere bleibt abzuwarten, wie sich die von der Fed und der EZB bestätigten ersten Schritte der "Normalisierung" in der Praxis auswirken. Dies spricht für etwas Geduld, da die wahrscheinliche zusätzliche…
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Stichwort Energiewende – Asien nimmt deutlich Fahrt au
Die Diskussionen um die Energiewende beschränken sich manchmal auf den Ausbau der Kapazitäten für saubere Energie und das Erreichen der Netto-Null. Der Wandel muss aber vielschichtig sein und auch Fragen zu der öffentlich-privaten Finanzierung, dem Zugang zu zuverlässiger Elektrizität, der Ausbildung und Umschulung von Arbeitnehmern und anderen sozioökonomischen Bereichen umfassen. Die Energiewende vollzieht sich in Asien in einem noch nie dagewesenen Tempo, das sich zweifellos noch erhöhen wird. Laut Energy Transition Index (ETI) haben sich die asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländer in den letzten zehn Jahren in der Bewertung um 6 % – und damit stärker als die übrigen Regionen der Welt – verbessert. Und immer mehr asiatische Länder verkünden offensivere…
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Inflation und geopolitische Spannungen bergen Abkühlungsrisiko
Von Vincent Mortier, Group CIO Amundi und Matteo Germano, Deputy Group CIO Amundi Die geopolitische Eskalation zum Monatsende markiert einen weiteren Anstieg der Volatilität. Die Credit Spreads (für Investment Grade, High Yield und Euro-Peripherie-Anleihen) erhöhten sich weiter, während sich die Korrektur an den Aktienmärkten fortsetzte. Die Rotation in Richtung Value ging weiter, allerdings angesichts der zunehmenden Risiken für das Wirtschaftswachstum durch den Russland-Ukraine-Konflikt mit einer Pause in den zyklischsten Segmenten. Vor dem Hintergrund dieser Krise bewerten die Märkte die Wende von Fed und EZB, hin zu einer restriktiveren Politik, neu. An der Makrofront lagen die US-Arbeitsmarktdaten deutlich über den Erwartungen; die Inflationswerte für Januar erreichten den höchsten Stand seit vier Jahrzehnten. Dies…
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Europäischer Aktienmarkt: die große Value Rotation und der Reiz der Dividenden
Der Januar 2022 war ein Rekordmonat für europäische Value-Aktien, was ihre Outperformance gegenüber Wachstumswerten angeht. Die Neubewertung der Maßnahmen der Zentralbanken durch die Märkte nach ihrer Kursänderung hin zu einer restriktiveren Politik hat die Realrenditen in die Höhe getrieben und Value-Aktien begünstigt, während Wachstumssektoren wie der Technologiesektor, die empfindlicher auf die Zinsänderungen reagieren, gelitten haben. Auch der Energiesektor entwickelt sich angesichts der steigenden Energie- und Rohstoffpreise außergewöhnlich gut. Wir sehen eine Fortsetzung der europäischen Value-Rotation im Jahr 2022, da die wirtschaftliche Dynamik weiterhin unterstützend wirkt und wir in eine Phase mit länger dauernden Inflation eintreten. Die Entwicklung wird jedoch nicht linear verlaufen, aber obwohl es zu Unterbrechungen in diesem Trend…
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Ernennung von Vincent Mortier zum Chief Investment Officer von Amundi und Matteo Germano zum stellvertretenden Chief Investment Officer von Amundi
Amundi gibt die Ernennung von Vincent Mortier zum Chief Investment Officer (CIO) von Amundi mit Wirkung zum 10. Februar 2022 bekannt. Er tritt die Nachfolge von Pascal Blanqué an, der zum Vorsitzenden des neu gegründeten Amundi Instituts ernannt wurde. Matteo Germano wurde zum stellvertretenden Chief Investment Officer von Amundi ernannt. John O’Toole wird zum Head of Multi-Asset Investment Solutions ernannt, Francesco Sandrini wird zum Head of Multi-Asset Strategies. Vincent Mortier, Group CIO und Mitglied des General Management Committee und des Executive Committee von Amund Vincent Mortier ist seit 2015 der stellvertretende Group CIO von Amundi. Er ist Mitglied des Global Management Committee, des Executive Management Committee und mehrerer Aufsichtsräte. In…
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Amundi gründet das Amundi Institute
In einer sich wandelnden und zunehmend komplexer werdenden Welt möchten Anleger ihr Umfeld und die Entwicklung von Investmentpraktiken besser verstehen, um ihre Vermögensallokation festzulegen und ihre Portfolios zu konstruieren. Dieses Umfeld umfasst wirtschaftliche, finanzielle, geopolitische, gesellschaftliche und ökologische Dimensionen. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, hat Amundi das Amundi Institute gegründet. Das Amundi Institute hat sich zum Ziel gesetzt, die Beratung, die Ausbildung und den täglichen Dialog zu diesen Themen für alle Kunden – Vertriebspartner, Institutionen und Unternehmen – zu intensivieren, unabhängig von den Vermögenswerten, die Amundi für sie verwaltet. Diese neue Einheit fasst die Aktivitäten in den Bereichen Research, Marktstrategie und Asset-Allocation-Beratung unter dem Dach des Amundi Institute zusammen.…
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Value am Wendepunkt
Von Andreas Wosol, Head of Value und Senior Portfolio Manager bei Amundi Asset Management Value-Aktien hatten seit der Finanzkrise sehr viel Gegenwind, während sich Wachstumswerte, allen voran Tech, extrem viel besser entwickelten – aber dieser Trend scheint sich nun umzukehren. Der trübe Januar an den Börsen und die jüngsten Kursverluste der US-Börsenstars sprechen dafür. Längerfristig betrachtet ist die Bewertungsdifferenz zwischen Growth und Value zwar nach wie vor so groß wie nie zuvor, doch die Ursachen dafür verschwinden allmählich wieder: geringes Wachstum, niedrige Anleiherenditen und Nullzinsen sowie Disinflation. Aus quantitativer Sicht sind Anlagestile meist mit dem Wirtschaftszyklus und der Risikowahrnehmung verknüpft. Die Performance der jeweiligen Stile spiegelt also typischerweise das zugrunde…
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Schnelle und heftige Marktschwankungen
Im Januar kam es an den Märkten zu starken Schwankungen, wobei die nominalen und realen Renditen stark anstiegen, was bei Aktien zu einer starken Umschichtung von Growth (wachstumsorientierte Titel) zu Value (wertorientierte Titel) führte. Die Neubewertung der Inflationsprämie im Zuge der hohen Bewertungen hat zu einer massiven Neubewertung der Risikoprämien geführt. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass sich dieses unsichere und volatile Umfeld fortsetzt, während die Märkte vier Themen bewerten: Die Entwicklung der Omikron-Variante, die sich negativ auf das Wachstum auswirken und die Versorgungsengpässe weiter verschärfen könnte. Die Ungewissheit über die Reaktionen der Zentralbanken auf die hohen Inflationszahlen (USA und Europa) vor dem Hintergrund einer leichten Verlangsamung des…
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Abkehr vom Elektroschrott: eine Notwendigkeit mit Investmentpotenzial
Die Europäische Union fordert die Umorientierung in Richtung Kreislaufwirtschaft. Wie kann die Branche diese Vorgabe in ihr Geschäftsmodell integrieren? Der Kampf der EU gegen den Elektroschrott Die Folge des Wachstums der Elektronik-Branche ist eine permanent zunehmende Abfallmenge. 2019 wurden nur 17 % des weltweiten Elektroschrotts gesammelt und ordnungsgemäß recycelt. 44 Millionen Tonnen wurden dagegen entweder auf Deponien gelagert, verbrannt oder gerieten in den illegalen Handel. In der EU wird die Recyclingquote auf unter 40 % geschätzt. Elektroschrott enthält eine Anzahl problematischer Stoffe, die bei unsachgemäßer Entsorgung Wasser und Nahrungsketten verschmutzen. In vielen Ländern werden Menschen, die auf Deponien bei der Rückgewinnung von Metallen aus dem Elektroschrott arbeiten, giftigen Substanzen und…