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Personelle Veränderungen nach Kursverfall der Lira
Der türkische Präsident Erdogan hat den Gouverneur der Zentralbank des Landes, Herrn Uysal, in Folge des Kursverfalls der Lira entlassen. Nachfolger ist der ehemalige Finanzminister Agbal. Am selben Wochenende trat der bislang amtierende Finanzminister Albayrak aus gesundheitlichen Gründen zurück. Er ist Erdogans Schwiegersohn und wurde als dessen potenzieller Nachfolger angesehen. Die türkische Lira stand über Monate hinweg unter starken Abwertungsdruck und erreichte historische Rekordtiefs. Trotz einer zweistelligen Inflationsrate und einer starken Abwertung der Wechselkurse zögerte Uysal, die Zinsen zu erhöhen, teilweise unter Druck des Präsidenten. Erdogan gilt als grundsätzlicher Gegner hoher Zinsen. Die Zentralbank hielt den Zinssatz niedrig, um die Wirtschaft anzukurbeln, und nutzte die Währungsreserven zur Eindämmung der Lira-Abwertung.…
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Russland wird von zweiter Coronawelle getroffen
Auch Russland ist nicht immun gegen die Zweite Coronawelle. Die von den regionalen Behörden getroffenen Maßnahmen dürften sich aber weniger stark auf die Wirtschaft auswirken, als es im Frühjahr der Fall war. Das Land wurde in diesem Jahr von einem doppelten Schock getroffen. Neben der Coronakrise haben auch die niedrigen Ölpreise gravierende Auswirkungen. Nach einem starken Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal 2020 (- 8 %) zeigte die Wirtschaftstätigkeit im dritten Quartal Anzeichen einer Erholung. Der neuerliche Anstieg der Coronainfektionen dürfte diese Erholung nun gefährden. Insgesamt wird erwartet, dass das reale BIP in diesem Jahr um etwa 4 % schrumpft und sich 2021 leicht erholt. Dank seiner sehr soliden…
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Argentinien: Teufelskreis ohne Aussicht auf Entspannung
Der Kreditversicherer Credendo hat eine neue Länderstudie zu Argentinien veröffentlicht. Argentiniens politische Lage wird weiterhin von Unsicherheit geprägt. Als Alberto Fernández im Dezember 2019 das Präsidentenamt antrat, brachte er in Zeiten einer Rezession erneut peronistische Parteien an die Macht. Mit dem jähen Ausbruch der Covid-19-Pandemie wurde die Bekämpfung des damit einhergehenden Schocks schnell zur obersten Regierungspriorität. Seit März ist im Land einer der weltweit längsten und strengsten Lockdowns in Kraft. Obwohl die Zahl der täglichen Neuinfektionen Ende September unverändert anstieg, wurden die Eindämmungsmaßnahmen schrittweise gelockert. Die Wirtschaft brach im laufenden Jahr weiter ein und Argentinien konnte bereits zum neunten Mal seine staatlichen kommerziellen Schulden nicht begleichen, bevor das Land sich…
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Wirtschaftliche Erholung in Europa durch zweite Coronawelle und Brexit bedroht
Angesichts der zweiten Coronawelle und neuer Lockdowns in verschiedenen europäischen Ländern ist es fraglich, ob der Wirtschaftsaufschwung anhalten wird. Obwohl das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Europäischen Union (EU) im zweiten Quartal 2020 um 11,4 % einbrach, deuteten viele Indikatoren darauf hin, dass im April und Mai der Tiefpunkt erreicht worden war. Verarbeitendes Gewerbe in Westeuropa zeigt Widerstandskraft In Westeuropa verlor die Erholung bereits im Sommer an Fahrt, da die Infektionszahlen wieder zunahmen und den Tourismus-, Reise- und Gastgewerbesektor in Mitleidenschaft zogen. Dennoch zeigte sich das verarbeitende Gewerbe robust, unterstützt durch die Wiederbelebung in China, die die Exporte ankurbelte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte kürzlich eine weitere Erholung ab dem…
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Unterhaltungselektronik und IT – unterschiedliche Auswirkungen der Coronapandemie
Der Kreditversicherer Credendo hat eine Branchenstudie zu Unterhaltungselektronik und IT veröffentlicht. Die Branche wurde durch die Covid-19-Krise erschüttert. Die Situation ist einzigartig, weil sie nicht durch einen Rückgang der Nachfrage oder der Produktion ausgelöst wurde. Es gibt drei Probleme, die gleichzeitig angegangen werden müssen: Störungen in der Lieferkette, ein Einbruch der Nachfrage und Störungen in der Produktion. Die Lieferkette für diese Branche wird von China dominiert, das wichtige Montagevorgänge für Geräte durchführt. Die zusammengebauten Produkte stammen in der Regel aus Japan, Südkorea, Taiwan, Singapur oder einigen chinesischen Provinzen. Da China das erste Land war, das von der Covid-19-Pandemie betroffen war, wurde die globale Lieferkette gestört. Die Pandemie brach dann in…
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Covid 19 wird Öl- und Gaspreise längerfristig beeinflussen
Während die Öl- und Gasindustrie bereits vor einigen Jahren durch den starken Rückgang der Ölpreise, der Mitte 2014 begonnen hatte, geschwächt worden war, war der Sektor in den ersten Monaten dieses Jahres einem neuen brutalen Doppelschock ausgesetzt: (i) ein plötzlicher und massiver Rückgang der weltweiten Nachfrage nach dem Ausbruch von Covid-19, wobei der Rohölverbrauch im Vergleich zu seinem Höchststand um fast ein Drittel gesunken ist und in diesem Jahr im Durchschnitt um etwa 8 % niedriger sein wird als im Vorjahr nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) und (ii) der im März begonnene Ölmarktanteilskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland. Die Kombination der beiden Faktoren führte dazu, dass der Preis der Brent-Rohöl-Benchmark…
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Montenegro – politischer Wendepunkt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
Die Parlamentswahlen in Montenegro haben der DPS-Partei von Präsident Đukanović (die „Demokratische Partei der Sozialisten“) und ihren kleineren Verbündeten eine historische Niederlage gebracht. Obwohl die DPS mit 35% der Stimmen die größte Einzelpartei blieb, verlor sie gegen eine Koalition von Oppositionsparteien, die sich aus drei Oppositionsblöcken zusammensetzte (pro-russische und pro-serbische Parteien sowie zwei bürgerlich orientierte Pro-EU-Gruppen), die eine knappe Mehrheit erhielt (41 von insgesamt 81 Sitzen) und sich bereit erklärte, eine Regierung zu bilden. Das neue Bündnis kündigte an, dass die künftige Regierung auch unabhängige Experten umfassen werde, die erklärt haben, die internationalen Verpflichtungen des Landes, insbesondere im Hinblick auf die NATO-Mitgliedschaft und den EU-Beitrittsprozess, einzuhalten. Um die Korruption und…
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Eskalation zwischen Aserbaidschan und Armenien
In der selbsternannten Republik Berg-Karabach eskaliert seit Tagen die Gewalt. Armenien und Aserbaidschan beschuldigen sich gegenseitig, die Eskalation begonnen zu haben. Die jüngsten Auseinandersetzungen sind die schlimmsten seit dem viertägigen Krieg im Jahr 2016, in dem mehr als 100 Menschen starben. Der Einsatz von Panzern und Artillerie weist auf ein höheres Planungsniveau hin als im Juli 2020, als es auch schon zu kleineren Zusammenstößen kam. Das aserbaidschanische Militär soll Dörfer nahe der iranischen Grenze erobert haben. Beide Länder haben das Kriegsrecht und eine allgemeine Mobilisierung erklärt. Die EU und Russland sind besorgt über die Zusammenstöße. Sie forderten einen sofortigen Waffenstillstand und eine Rückkehr zu internationalen Verhandlungen. Der Streit zwischen Aserbaidschan…
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Philippinen – Gute wirtschaftliche Fundamentaldaten helfen bei Überwindung der schwersten Rezession
Die Covid-19 Pandemie hat die philippinische Wirtschaft mit Wucht getroffen und trübt die kurzfristigen Aussichten. Der Zusammenbruch der in- und ausländischen Nachfrage wird das Land in seine bisher schlimmste Rezession und die erste seit der Asienkrise im Jahr 1998 führen. Der erwartete Rückgang des realen BIP wird für 2020 auf 3,6% geschätzt. Im kommenden Jahr dürfte sich die Wirtschaft zwar wieder kräftig erholen, erwartet werden bis 6,8%, abhängig von der Schwere und Dauer der Pandemie kann diese Prognose jedoch noch einmal nach unten korrigiert werden und ist daher mit Vorsicht zu betrachten. Das Leistungsbilanzdefizit wird voraussichtlich von 0,1% des BIP (2019) auf 2,3% (2020) steigen. Dies erklärt sich mit einem…
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Klimawandel hat erhebliche wirtschaftliche Folgen
Der Klimawandel trifft Länder vorwiegend durch eine Zunahme und Verschärfung von Naturkatastrophen – häufig zu einem hohen menschlichen, wirtschaftlichen und sozialen Preis. Die Pazifik- und Karibikinseln sind aufgrund ihrer hohen Gefährdung durch den steigenden Meeresspiegel, der großen Häufigkeit von schweren Hurrikans und Zyklonen und ihrer geringen Fläche mit Abstand am stärksten bedroht. In größeren Länder sind die Schäden durch Naturkatastrophen hingegen in vielen Fällen örtlich begrenzt und beeinträchtigen damit nur einen relativ kleinen Teil der Wirtschaft. Gleichwohl bleiben auch größere Länder von den negativen Auswirkungen des Klimawandels nicht verschont. Immer mehr Staaten – insbesondere in Lateinamerika, Australasien und Subsahara-Afrika – werden regelmäßig von Dürren geplagt, die aufgrund des Klimawandels sowohl…