• Medizintechnik

    Nicht der Fehler ist das Problem

    Eine Information wird nicht weitergegeben. Ein Medikament wird zu spät bereitgestellt. Eine Untersuchung muss wiederholt werden. Ein Arbeitsschritt wird vergessen. Im Klinikalltag entstehen solche Situationen selten aus dem Nichts. Und trotzdem lautet die erste Reaktion häufig noch immer: „Wer war dafür verantwortlich?“ Genau hier beginnt das Problem einer unzureichenden Fehlerkultur. Denn wenn Mitarbeitende befürchten müssen, für Fehler persönlich verantwortlich gemacht zu werden, entsteht ein gefährlicher Effekt: Probleme werden nicht offen angesprochen. Beinahe-Fehler bleiben unsichtbar. Kleine Schwachstellen werden akzeptiert. Und dieselben Probleme können immer wieder auftreten. Eine moderne Fehlerkultur muss deshalb eine andere Frage stellen: Was in unserem System ist ursächlich, dass dieser Fehler entstehen konnte? Das bedeutet nicht, Verantwortung abzuschieben.…

  • Medizintechnik

    Kontinuität in Bewegung – Das IWiG wird An-Institut der APOLLON Hochschule

    Das Institut für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG) wird An-Institut der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft. Mit der Kooperation wird eine langjährige wissenschaftliche Entwicklung fortgeführt und zugleich die Grundlage für neue gemeinsame Aktivitäten in Forschung, Lehre, Weiterbildung und Wissenstransfer geschaffen. Das IWiG wurde im Jahr 2004 gegründet und ist seit mehr als zwei Jahrzehnten auf die wissenschaftliche Analyse, Gestaltung und Optimierung von Arbeitsabläufen im Gesundheitswesen spezialisiert. Im Jahr 2007 wurde Prof. Dr. rer. oec. Dipl. Soz.-Päd. Michael Greiling auf die Stiftungsprofessur für Workflow-Management im Gesundheitswesen an der Westfälischen Hochschule berufen. In diesem wissenschaftlichen Umfeld wurde auch das IWiG als An-Institut der Hochschule etabliert und entwickelte seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten kontinuierlich weiter. Nach…

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    Stehen alle wichtigen Kennzahlen im Projektbericht?

    Ein neuer Prozess ist dann erfolgreich, wenn er im Alltag das verbessert, was für Patienten und Mitarbeitende tatsächlich zählt. Das klingt selbstverständlich. In der Praxis wird Veränderung jedoch häufig anders bewertet: Ist der neue Ablauf umgesetzt? Wurde die Schulung durchgeführt? Sind die neuen Zuständigkeiten definiert? Wurde die Software freigeschaltet? Alles wichtige Dinge. Aber sie beantworten noch nicht die entscheidende Frage: Was hat sich im Klinikalltag tatsächlich verbessert? Gerade jetzt ist diese Frage wichtiger denn je. Die Krankenhauslandschaft befindet sich mitten in einer mehrjährigen Transformation. Mit der Anpassung der Krankenhausreform im März 2026 wurden die strukturellen Veränderungen weiter konkretisiert. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel eine zentrale Herausforderung. Die DKG weist für 2026…

  • Medizintechnik

    Pflegezeit geht nicht nur durch Personalmangel verloren

    Ein ganz normaler Frühdienst auf einer Krankenhausstation: Ein Patient braucht etwas. Das benötigte Material liegt nicht am erwarteten Platz. Also suchen. Kurz darauf fehlt eine Information – eine Kollegin wird gefragt. Dann klingelt ein Patient. Später zeigt sich, dass eine wichtige Information an anderer Stelle dokumentiert wurde. Noch einmal nachsehen, noch einmal nachfragen. Nichts davon ist ein außergewöhnlicher Fehler. Genau darin liegt das Problem. Kleine Unterbrechungen, Suchwege, Rückfragen, Wartezeiten und unnötige Doppelarbeit summieren sich. Was für den einzelnen Vorgang kaum ins Gewicht fällt, kann sich über einen gesamten Dienst zu erheblichen Zeitfressern entwickeln. Angesichts des anhaltenden Personalmangels wird in Kliniken vor allem eine Frage diskutiert: Wie viele Mitarbeitende benötigen wir,…

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    Veränderungsfähigkeit in der Klinik beginnt mit Chaos

    Krankenhäuser verändern derzeit Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten in einer Geschwindigkeit, die viele Mitarbeitende unmittelbar im Arbeitsalltag spüren. Ambulantisierung, neue Versorgungsformen, wirtschaftlicher Druck, Digitalisierung und der zunehmende Personalmangel zwingen Kliniken dazu, Abläufe neu zu organisieren. Dabei wird eine entscheidende Phase häufig unterschätzt: die Zeit zwischen dem Alten und dem Neuen. Die bisherige Ordnung funktioniert nicht mehr wie gewohnt. Die neue Ordnung ist aber noch nicht eingespielt. Zuständigkeiten müssen sich neu sortieren, Abläufe werden ausprobiert, Schnittstellen funktionieren zunächst nicht reibungslos und manche Entscheidungen müssen mehrfach nachjustiert werden. Kurz gesagt: Es entsteht Chaos. Und genau dieses Chaos wird schnell zum Problem. Mitarbeitende fragen sich: Funktioniert das überhaupt? Warum machen wir das jetzt anders?…

  • Medizintechnik

    Der Weg ist das Ziel

    Veränderung in Kliniken wird häufig vom gewünschten Ergebnis her gedacht: Ein neuer Prozess soll eingeführt, die Zusammenarbeit verbessert oder eine neue Arbeitsweise etabliert werden. Dafür werden Ziele definiert, Maßnahmen geplant und Verantwortlichkeiten festgelegt. Doch erfolgreiche Veränderung beginnt nicht erst mit dem Erreichen des Ziels. Der Weg dorthin entscheidet wesentlich darüber, ob Veränderung überhaupt gelingt. Soll ein Veränderungsvorhaben erfolgreich sein, muss es zielorientiert geplant und gesteuert werden. Besonders stimmig und einleuchtend ist der Veränderungsprozess, wenn bereits auf dem Weg zum Ziel Elemente des gewünschten Ergebnisses enthalten sind. Ein einfaches Beispiel: Soll in einer Klinik die hierarchie- und berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit verbessert werden, muss genau diese Zusammenarbeit bereits im Veränderungsprozess stattfinden. Es wäre…

  • Medizintechnik

    Workflow-Management – ein wissenschaftlicher Ordnungs- und Gestaltungsrahmen für die Gesundheitsversorgung

    Die Gesundheitsversorgung befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Krankenhausreform, Ambulantisierung, Leistungsgruppen, Fachkräftemangel, Digitalisierung und steigende wirtschaftliche Anforderungen verändern die Rahmenbedingungen der Patientenversorgung grundlegend. Krankenhäuser stehen heute vor der Herausforderung, medizinische Qualität, organisatorische Leistungsfähigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit gleichzeitig sicherzustellen. Während viele dieser Entwicklungen bislang isoliert betrachtet werden, wächst die Erkenntnis, dass sie nur im Zusammenhang verstanden und gestaltet werden können. Genau hier setzt das Institut für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG) an. Workflow-Management neu denken Workflow-Management wird häufig auf Prozessoptimierung oder digitale Arbeitsabläufe reduziert. Aus Sicht des IWiG greift dieses Verständnis jedoch zu kurz. Die zunehmende Komplexität moderner Versorgungssysteme erfordert einen wissenschaftlichen Ordnungs- und Gestaltungsrahmen, der medizinische, organisatorische und gesundheitsökonomische Fragestellungen systematisch…

  • Medizintechnik

    Arbeit macht Spaß oder krank

    Wenn im Gesundheitswesen über Veränderungen gesprochen wird, geht es meist um Wirtschaftlichkeit, Digitalisierung, Personalengpässe oder neue gesetzliche Vorgaben. Kaum jemand spricht über Freude. Dabei lohnt sich genau dieser Perspektivwechsel. In einer Zeit, in der viele Beschäftigte unter hoher Arbeitsbelastung stehen und Organisationen um Fachkräfte konkurrieren, wird häufig über Entlastung diskutiert. Weniger Aufmerksamkeit erhält jedoch eine einfache Frage: Macht die Arbeit eigentlich noch Freude? Diese Frage ist weit weniger emotional, als sie auf den ersten Blick erscheint. Sie ist strategisch. Menschen bringen ihre Kreativität, ihre Ideen und ihre Energie dort ein, wo sie positive Erfahrungen machen. Freude fördert Motivation, Motivation stärkt Engagement und Engagement macht Veränderungen überhaupt erst möglich. Wer dagegen…

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    GKV-Sparkurs verändert Market Access

    Steigende Herstellerabschläge, anspruchsvollere Erstattungsverhandlungen und der wachsende politische Fokus auf die Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversorgung verändern die Rahmenbedingungen für innovative Therapien. Für Pharmaunternehmen steigt damit der Druck, den Wert neuer Arzneimittel über die klinische Evidenz hinaus nachvollziehbar zu belegen. Die wirtschaftliche Bewertung innovativer Therapien entwickelt sich weiter. Medizinischer Nutzen und Zusatznutzen bleiben die Grundlage jeder Nutzenbewertung. Gleichzeitig rückt jedoch stärker in den Fokus, welchen Beitrag eine Therapie zur Effizienz der Versorgung leistet. Damit verändern sich auch die Anforderungen an erfolgreiche Preisverhandlungen im Market Access. „Wir beobachten derzeit einen deutlichen Wandel in der Value-Argumentation innovativer Arzneimittel“, erklärt Prof. Dr. Michael Greiling, Leiter des Instituts für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG). „Klinische Evidenz bleibt…

  • Medizintechnik

    Veränderungsbereitschaft beginnt im Kopf – nicht im Projekt

    Veränderung gehört heute zum Alltag jeder Organisation im Gesundheitswesen. Neue gesetzliche Vorgaben, wirtschaftlicher Druck, Fachkräftemangel und steigende Qualitätsanforderungen verlangen nach neuen Lösungen. Dennoch zeigt die Praxis immer wieder: Nicht die Veränderung selbst ist die größte Herausforderung – sondern die Bereitschaft, sie zuzulassen. Veränderungsbereitschaft ist keine Methode und kein Projektplan. Sie ist eine Haltung. Sie beginnt mit der Entscheidung, Bestehendes zu hinterfragen und den Mut aufzubringen, neue Wege zu gehen. Genau daran scheitern viele Veränderungsvorhaben. Es fehlt nicht an Ideen oder Konzepten, sondern an der gemeinsamen Überzeugung, dass Veränderung notwendig und sinnvoll ist. Dabei kommt den Führungskräften eine besondere Verantwortung zu. Wer Veränderung beauftragt, muss sie auch glaubwürdig vertreten. Mitarbeitende beobachten…