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Raum für Vielfalt schaffen: So lassen sich Behandlung von und Umgang mit trans* und nichtbinären Personen verbessern
Trans* und nichtbinäre Personen zeigen sich verstärkt als Teil der Gesellschaft und stehen selbstbewusst zu ihrer Identität. „Gleichzeitig nehmen Diskriminierung und Hasskriminalität gegen die sogenannten LSBTIQ* Communities, wie sich lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* nichtbinäre und queere Menschen zusammenfassend bezeichnen, zu“, bedauert K* Stern diese Entwicklung, die im Widerspruch zu einer demokratischen, liberalen, toleranten Gesellschaft steht und zudem die Menschenrechte missachtet. K* Stern arbeitet unter anderem als Dozent:in und Trainer:in und bringt Ergotherapeut:innen im Rahmen der Akademie des DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) Wissen über trans* und nichtbinäre Menschen näher. Ergotherapeut:innen unterstützen seit jeher die Teilhabe von Klient:innen in allen Arbeits- und Alltagsbereichen und können deshalb gezielt ansetzen: Bei der…
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Flow: Der Zustand, der die beste und gesündeste Version eines Menschen hervorbringen kann
„Im Flow sein“ bedeutet weit mehr als „es läuft“. Den wenigsten Menschen ist bekannt, dass Flow wissenschaftlich erforscht ist. „Flow kommt aus der positiven Psychologie“, erklärt Sara Mohr und beschreibt diesen Zustand so: „Menschen im Flow sind maximal vertieft und selbstvergessen; sie blenden alles um sich herum aus, sogar die Zeit. Sie vollbringen oft Bestleistungen und erleben dabei gleichzeitig ein Höchstmaß an Wohlbefinden und Befriedigung“. Die Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) vermittelt ihren Berufskolleg:innen im Rahmen der DVE Akademie weitergehende Kenntnisse zu Flow. Das Ziel: Im Leben von Menschen mit einer Erkrankung oder in einer persönlichen Krise Alltagsaktivitäten finden, die geeignet sind, Flow zu ermöglichen und diese in…
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Teilhabe: das Rezept für Senior:innen gegen Einsamkeit im Alter
Mit fortschreitendem Alter summieren sich die Faktoren, die die eigenen sozialen Interaktionen reduzieren: Freunde und Freundinnen versterben nach und nach und eigene Mobilitätsprobleme oder Erkrankungen schränken die Möglichkeiten, das Haus zu verlassen, ein. Es besteht die Gefahr, dass alte Menschen dadurch vereinsamen. „Dazu muss es aber nicht kommen“, sagt Merle Böge, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), und erklärt: „Das Spektrum für mehr Teilhabe ist groß“. Ergotherapeut:innen haben bei ihren Interventionen immer auch einen Blick auf diesen Aspekt und schauen, in wie weit diese Senior:innen noch in das Leben anderer eingebunden sind. Bei Bedarf geben sie ihnen Impulse, wie sie aktiv werden können, unterstützen sie dabei, Kontakte zu knüpfen oder zeigen…
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Lebensfeldbegrenzungen reduzieren, Menschen mit multiplen Persönlichkeiten zu mehr Lebensqualität verhelfen
Sie haben oft unterschiedliche Handschriften, befinden sich manchmal irgendwo, ohne zu wissen, wie sie dort hingekommen sind und es plagen sie häufig Ängste – vor allem bei Dunkelheit. „Menschen mit einer DIS (Dissoziativen Identitätsstörung) haben multiple Persönlichkeiten und finden all das ganz normal, denn sie kennen es nicht anders – es ist ihr „Normalkonzept““, beschreibt Stephanie Knagge, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), die Situation von Menschen mit DIS. Betroffenen wird erst dann bewusst, dass bei ihnen vieles völlig anders ist, wenn sie sich mit anderen Jugendlichen oder Erwachsenen austauschen. Verwundert stellen sie dann fest, dass das, was für sie selbstverständlich ist, sich bei allen anderen anders verhält. Menschen…
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Alle Jahre wieder: Warum Vorsätze für das neue Jahr oft scheitern und wie sie zum Erfolg führen können
Gute Vorsätze sind eine ungebrochene Tradition zu Silvester. Viele wollen mit Beginn des neuen Jahres gesünder leben, indem sie sich mehr bewegen oder Gewohnheiten aufgeben, die gesundheitsschädlich sind. „Gesundheit und seit einiger Zeit zunehmend auch die Langlebigkeit – longevity – spielen in unserer heutigen Gesellschaft eine wichtige Rolle“, bekräftigt Fabian Heringhaus, Ergotherapeut im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.). Er beschäftigt sich von Berufs wegen mit dem Thema „Gesundheit“ und weiß, wie schwer es den meisten seiner Patient:innen und Klient:innen fällt, gesundheitsschädliches Verhalten in gesundes oder gesundheitsförderliches Verhalten umzumünzen: „Verhaltensänderung ist die Königsdisziplin“ sagt Heringhaus, „aber diejenigen, die bereit sind, sich auf eine Zusammenarbeit mit ihrem Ergotherapeuten oder ihrer Ergotherapeutin einzulassen,…
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Mehr und öfter auch jüngere Neuerkrankte mit Morbus Parkinson
Die meisten Menschen, die die Diagnose Morbus Parkinson erhalten, sind über 65 Jahre alt. Doch betrifft Parkinson mittlerweile zunehmend Jüngere, auch im mittleren Alter. „Es verdichten sich die Hinweise, dass bestimmte Chemikalien das Risiko erhöhen, an Parkinson zu erkranken“, stellt die Ergotherapeutin Amy Orellana, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) fest. Der verstärkte Einsatz von Umweltchemikalien könnte ein Erklärungsansatz dafür sein, weshalb sowohl die Zahl der jüngeren Neuerkrankten, aber auch die Summe aller an Parkinson Erkrankten zunimmt. Einen zentralen Part bei der Unterstützung von Menschen mit Parkinson übernehmen Ergotherapeut:innen. Parkinson entsteht über Jahre hinweg und rückblickend stellen Betroffene oft fest, dass sie Vorboten wie Schlafstörungen, Depressionen, Verstopfung oder andere Symptome hatten,…
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Eltern von Kindern mit Behinderung verdienen Rücksicht und Respekt
Der 3. Dezember erinnert jedes Jahr an Kinder und Erwachsene mit Behinderung. Ebenso wichtig wie das Würdigen der Menschen mit einer Behinderung selbst ist es, und zwar nicht nur an diesem Gedenktag, auf die Eltern dieser Kinder und Erwachsenen zu schauen und sie wertzuschätzen. „Die Eltern oder Elternteile eines Kindes mit einer Behinderung begleiten und pflegen es je nach Ausprägung der Behinderung oft bis ins Erwachsenenalter oder ein Leben lang“, ruft Renate Weyrich, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) diese bedeutungsvolle Tatsache ins Bewusstsein. Dass die Eltern oft „untergehen“, weiß sie als Mutter einer Tochter mit Behinderung aus eigener Erfahrung. Sie selbst richtet daher ebenso wie ihre Berufskolleg:innen bei…
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Chronische Schmerzen: schlechte klinische Versorgungslage könnte sich weiter zuspitzen
Die Deutsche Schmerzgesellschaft geht davon aus, dass es in Deutschland – Stand Juni 2025 – rund 23 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen gibt. Heißt: fast jede:r dritte in Deutschland Lebende ist durch Schmerzen im Alltag zum Teil sogar stark eingeschränkt. Dazu der Ergotherapeut Nico Sanning, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.): „Ergotherapeut:innen sind Spezialist:innen für Betätigung und tragen maßgeblich dazu bei, dass Patient:innen mit chronischen Schmerzen eine Verbesserung in puncto Alltag, Schmerz und Lebensqualität erleben“. Dieses Wissen ist wegweisend – gerade in Hinblick auf die bereits bekannte Unterversorgung von Schmerzpatient:innen und die sich abzeichnende Schließung weiterer schmerztherapeutischer Einrichtungen. Schmerzen sind multifaktoriell, so der aktuelle Stand der Wissenschaft. „Das bedeutet, dass bei…
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Kinder spielend fördern: Ergotherapeutische An- und Einsichten
Eltern, die die Entwicklung ihres Kindes bestmöglich fördern wollen, stehen oft vor der Frage: Welche Aktivitäten, Spiele und Spielzeuge unterstützen dies? „Geht es um Spiele und Spielsachen, legen Eltern häufig Wert auf das Prädikat ‚pädagogisch wertvoll‘ “, weiß Martina Wolf, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.). Die in der Frühförderung tätige Ergotherapeutin betont, wie wichtig Spielen für Kinder ist. Dabei gibt sie zu bedenken, dass Spielen nicht nur bedeutet, Kinder mit (gekauftem) Spielzeug zu beschäftigen. Eine große – und pädagogisch ebenso wertvolle – Bedeutung hat der Alltag einer Familie. Es ist wichtig, dass Bezugspersonen Zeit mit dem Kind verbringen und es spielerisch in alltägliche Aktivitäten einbeziehen. Dies fördert die…
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Blankoverordnung: nur 5 Clicks für mehr Zufriedenheit bei Patient:innen, Ärzt:innen und Ergotherapeut:innen
Die Blankoverordnung in der Ergotherapie wurde lange herbeigesehnt. Weniger Starre, mehr Flexibilität, Eingehen auf individuelle Bedürfnisse und in Summe ein effektiveres und effizienteres System – so die angekündigten wesentlichen Vorteile der Blankoverordnung. Das Resümee nach über einem Jahr Umsetzung in der Praxis: „Wer das Prinzip einmal verstanden hat, ist begeistert“, lautet das Statement des Ergotherapeuten Marwin Gabrecht, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.). Dies gilt nicht nur für Ergotherapeut:innen, sondern ebenso für Patient:innen und erst recht für Ärzt:innen. Gerade für diese Berufsgruppe bedeutet die Blankoverordnung Erleichterung auf mehreren Ebenen: Blankoverordnungen sind budgetneutral, sprich die Kosten hierfür werden dem Arzt oder der Ärztin im Gegensatz zu den Regelverordnungen nicht belastet, der Zeitaufwand…