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Am 17. Januar tritt das UN-Hochseeschutzabkommen (BBNJ-Abkommen) in Kraft: ein Meilenstein für den Meeresschutz
Der 17. Januar 2026 markiert einen historischen Meilenstein für den Schutz der Ozeane. Nach über 20 Jahre dauernden Verhandlungen tritt das Hochseeschutzabkommen der UN (High Seas Treaty/BBNJ-Abkommen) in Kraft. Erstmals hat sich ein großer Teil der Weltgemeinschaft auf einen rechtlich verbindlichen Rahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Biodiversität in Gebieten außerhalb nationaler Zuständigkeit (Biodiversity Beyond National Jurisdiction/BBNJ) geeinigt. Die Hohe See (high seas) umfasst mehr als 40 % der Erdoberfläche oder 90 % des bewohnten Lebensraums der Ozeane. Bis zum 15. Januar hatten 81 Länder (inklusive der EU) das Abkommen ratifiziert, 145 hatten es unterzeichnet. Ohne BBNJ-Abkommen keine Meeresschutzgebiete auf der Hohen See „Das Hochseeschutzabkommen ist entscheidend für die…
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Seltener Gast in der Ostsee: ein Finnwal in der Flensburger Förde
Das neue Jahr beginnt in der Ostsee mit einer Riesen-Überraschung. Für Aufsehen sorgt ein seltener und ziemlich großer Gast. Am Sonntag, den 4. Januar, traf ein Zollboot in der Flensburger Innenförde im Bereich Mürwik am späten Vormittag auf einen ca. 17 m großen Finnwal! „Wahrscheinlich handelt es sich um den Finnwal, den man kurz vor Weihnachten im Kleinen Belt vor der dänischen Küste entdeckt hatte“, erklärt der Diplom-Biologe Ulrich Karlowski von der Deutschen Stiftung Meeresschutz. Der dänische Walforscher Carl Kinze hatte das Tier anhand der Position der Rückenfinne und der Form des Blases (Atemfontäne) als Finnwal identifiziert. Auch wenn zu dieser Zeit kaum Sportbootfahrer auf der Förde unterwegs sein dürften,…
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Fischereikommission ICCAT mit Teilerfolgen für den Haischutz
Nach über einer Woche zäher Verhandlungen endete am 24.11. in Sevilla die 29. Generalversammlung der Internationalen Kommission zum Erhalt des Atlantischen Thunfischs (ICCAT, International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas). In den Zuständigkeitsbereich der ICCAT fällt das fischereiliche Management von 30 weit wandernden Fischarten im Nord- und Südatlantik. Neben verschiedenen Thunfischarten fallen darunter auch Haiarten wie Kurzflossen-Makohaie, Walhaie, Riesenhaie oder Weiße Haie. Die Kommission, in deren Zuständigkeitsbereich der Großteil der europäischen Haifänge erfolgt, konnte sich nur auf kleine entscheidende Fortschritte für mehr Nachhaltigkeit bei der Haifischerei einigen. „Obwohl insgesamt sieben Vorschläge für besseren Haischutz auf dem Tisch lagen, wurden nur zwei angenommen. Für den Kurzflossen-Makohai im Südatlantik hätte die…
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33 Meeresschutzorganisationen fordern: EU muss Tiefseelebensräume (VMEs) vor der Zerstörung durch die Fischerei schützen
33 europäische Meeresschutzorganisationen fordern in einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und den Kommissar für Fischerei und Ozeane, Costas Kadis, den besseren Schutz gefährdeter EU-Tiefseeökosysteme (VMEs) vor der Zerstörung durch die industrielle Tiefseefischerei. Spanische Fischereiindustrie will vulnerable Tiefseeökosysteme (VMEs) befischen Der auch von der Deutschen Stiftung Meeresschutz unterstützte Appell richtet sich gegen Versuche der spanischen Fischereiindustrie, das von der EU verhängte Verbot für bodenberührende Tiefseefischerei in 87 vulnerablen marinen Ökosystemen (sog. VMEs oder Vulnerable Marine Ecosystems) aufzuheben. „Die Europäische Union muss beim Schutz empfindlicher Tiefseeökosysteme vor der industriellen Fischerei mit gutem Beispiel vorangehen“, lautet die Kernforderung der Verbände. Tiefseefischerei in vulnerablen marinen Ökosystemen (VMEs) Die spanische Fischereiindustrie…
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Bevölkerung fordert von griechischer Regierung Einrichtung eines Meeresschutzgebietes
Ein ungewöhnlicher Zusammenschluss aus Tauchern, Touristikern, Fischern und Lokalpolitikern des auf Mani – dem „mittleren Finger“ der Peloponnes-Halbinsel – gelegenen ehemaligen Fischerorts Stoupa fordert von der Regierung in Athen die Einrichtung eines Meeresschutzgebietes (Marine Protected Area/MPA). Das neue Meeresschutzgebiet soll in einer Bucht direkt südlich von Stoupa liegen und würde etwa 12 km2 umfassen. In der Bucht existiert eine Vielfalt verschiedener Ökosysteme. Darunter Korallenriffe, Steilabbrüche, Seegraswiesen, ein Sandstrand, Felsen sowie mehrere Grotten. Dies bedingt eine ungewöhnlich reichhaltige Artenvielfalt unter Wasser. In dem neuen Meeresschutzgebiet soll neben anderen Restriktionen auch ein Fischereiverbot gelten (no-take zone). Die Pläne werden vom Verband der Berufsfischer von Agios Nikolaos, Stoupa und Kardamyli sowie den Amateurfischern von…
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Neue Art: der Rochen mit der Zorro-Maske
Maskenrochen sind im gesamten Indopazifik weit verbreitet, so auch in den Gewässern des Fidschi-Archipels. Bislang wusste man allerdings nicht, um welche der 16 anerkannten Maskenrochenarten es sich handelt. Jetzt ist klar: Es ist eine neue Art und es gibt sie nur im Fidschi-Archipel (endemische Art). Sie erhielt den Namen Fidschi-Maskenrochen mit dem Artnamen Neotrygon romeoi1. Identifiziert hat sie die Meereswissenschaftlerin Dr. Kerstin Glaus, gemeinsam mit Taxonomen und Molekularbiologen des CSIRO-Forschungsinstituts in Tasmanien. Glaus war von Ende 2021 bis März 2025 Forschungsbeauftragte am Institute of Marine Resources (IMR) an der University of the South Pacific (USP) in Suva, der Hauptstadt von Fidschi. Sie untersuchte – unterstützt von der Deutschen Stiftung Meeresschutz2…
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Schutz von Tiefsee-Lebensräumen: Appell an EU-Fischereikommissar Costas Kadis
Hintergrund der Aktion von mehr als 20 Meeresschutzorganisationen ist die Forderung spanischer Fischer, geschützte Tiefsee-Ökosysteme wieder für die Langleinenfischerei zu öffnen. Unterstützt werden sie von EU-Parlamentariern aus Spanien, Portugal, Frankreich und den Niederlanden. Damit ignorieren die Parlamentarier ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 11. Juni 2025. Darin hatte der EuGH die Rechtmäßigkeit der Fischereiverbote unmissverständlich bestätigt. Geklagt hatten die spanische Regierung und mehrere Fischereien aus Galicien. Artenvielfalt in der Tiefsee in Gefahr Im Visier haben die Fischer 87 artenreiche Tiefsee-Lebensräume in EU-Gewässern (Seeberge, Kaltwasser-Korallenriffe, Schwammriffe), sogenannte VMEs (Vulnerable Marine Ecosystems). Die Gebiete sind seit September 2022 durch die EU-Verordnung (EU 2016/2336) für die Tiefseefischerei gesperrt. Wissenschaftler und Meeresschützer halten…
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Viel heiße Luft auf UN-Ozeankonferenz UNOC-3 in Nizza
Heute endet die dritte UN-Ozeankonferenz (UNOC-3) in Nizza. „Angesichts der im Vorfeld hochgesteckten Erwartungen herrschte auf der Ozeankonferenz wesentlich mehr Schatten als Licht“, kommentiert der Biologe Ulrich Karlowski von der Deutschen Stiftung Meeresschutz, die auf der Konferenz durch die Haispezialistin und Leiterin Fischerei- und Meeresschutzpolitik Dr. Iris Ziegler vertreten wurde. Scheitern beim BBNJ-Abkommen/Hochseeschutzabkommen Zur feierlichen Eröffnung der UNOC am 9. Juni sollte die sechzigste Ratifizierung des Hochseeschutzabkommens (BBNJ-Abkommen: Biodiversity Beyond National Jurisdiction) gefeiert werden. Damit hätte das Abkommen in Kraft treten können. Mit einer eigens organisierten Sonderveranstaltung zur Eröffnung von UNOC-3 gelang es lediglich, die Zahl der Ratifizierungen von 32 auf 50 hochzuschrauben. Bis zum Ende der Konferenz kam ein weiteres…
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UN-Ozeankonferenz in Nizza (UNOC-3) in schwerer See
Vom 9. bis 13. Juni findet in Nizza die UN-Ozeankonferenz UNOC-3 (United Nations Ocean Conference) statt. Gastgeber sind Frankreich und Costa Rica. Die UNOC ist die bedeutendste Ozeankonferenz. Sie findet erst zum dritten Mal statt. Erwartet werden Tausende am Meeresschutz Interessierte sowie Regierungsvertreter, Vertreter von Meeresschutzorganisationen, aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Gemeinsam will man Lösungen für die drängenden Probleme des größten Ökosystems – des Ozeans – finden. Für die Deutsche Stiftung Meeresschutz wird die Haispezialistin und Leiterin Fischerei- und Meeresschutzpolitik Dr. Iris Ziegler an der Ozeankonferenz teilnehmen. UN-Ozeankonferenz unter Druck: BBNJ-Abkommen Zur feierlichen Eröffnung der UNOC am 9. Juni wollte man die sechzigste Ratifizierung des Hochseeschutzabkommens (BBNJ-Abkommen: Biodiversity Beyond National…
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Lärm in den Meeren – zum »Internationalen Tag gegen Lärm«
Zum diesjährigen Tag gegen Lärm am 30. April macht die Deutsche Stiftung Meeresschutz darauf aufmerksam, dass der ständig stärker werdende Lärmpegel in den Meeren für viele Meerestiere eine krank machende, mitunter tödliche Umweltbelastung ist. »In Salzwasser breiten sich Schallwellen, abhängig vom Grad der Salinität und der Wassertemperatur, 4- bis 5-mal schneller aus als in Luft. Meerestiere, die von einem intakten Hörvermögen abhängen, wie Delfine, Wale oder Robben, leiden zunehmend unter der Verlärmung ihrer Lebensräume. Die damit verbundenen teilweise tödlichen Folgen werden immer noch unterschätzt. Auch weiß man nur wenig über die Auswirkungen von Lärm auf Knochen- und Knorpelfische, am Meeresboden lebende Tiere oder auf Meeresreptilien wie Meeresschildkröten«, erklärt der Biologe…