-
Scharfe Kritik an den Plänen zur Cannabis-Legalisierung
Mit scharfer Kritik hat Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen, auf die vorgestellten Eckpunkte zur Legalisierung von Cannabis reagiert. „Aus meiner Sicht ist es ebenso unverantwortlich wie unbegreiflich, dass der Bundesgesundheitsminister im Rahmen eines sogenannten Zwei-Säulen-Modells den Konsum eines Suchtmittel freigeben will, von dem wir wissen, dass es bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu ernsten psychischen Erkrankungen und sogar zu dauerhaften Hirnschäden führen kann“, erklärt Pinkowski. Nachdem die Bundesregierung in einem ersten Schritt den Anbau von drei Cannabis-Pflanzen sowie den Besitz von 25 Gramm Cannabis straffrei stellen will, soll Cannabis in einem zweiten Schritt auch in Modellregionen durch lizenzierte Fachgeschäfte verkauft werden dürfen. Ziel sei es, Rechtssicherheit zu…
-
Gute Versorgung für Schwerstkranke und Sterbende jeden Alters
Die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer fordert die Verhandlungspartner der Leistungserbringer und Kostenträger der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) für Erwachsene und für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (SAPV-KJ) auf, eine gute Palliativversorgung in Hessen sicherzustellen. Das hessische Ärzteparlament fordert die Landesregierung deshalb auf, sich im Bundesrat dafür einzusetzen, die Regelversorgung der SAPV auch durch psychosoziale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (bspw. Psychologen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen) zu unterstützen. Aufgrund der neuen bundeseinheitlichen Rahmenverträge für die Leistungserbringung der SAPV und SAPV-KJ sind neue Verträge zwischen den Palliative Care Teams und den Verbänden der Krankenkassen auf Landesebene erforderlich, so die Delegierten. Damit soll die flächendeckend verteilungsgerechte Versorgung für alle Altersgruppen erhalten und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Der Bedarf…
-
Fachärztliche Behandlungsleitung in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen sichern
Die fachärztliche Behandlungsleitung darf weder ganz noch in Teilen oder in Vertretung durch Psychotherapeutinnen und –therapeuten, die nicht über eine entsprechende ärztliche Gebietsbezeichnung verfügen, erfolgen: Das erklärte die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen am Samstag, 25. März 2023, in Bad Nauheim. Wesentliches Merkmal der Behandlungsleitung ist die fachlich-inhaltliche Verantwortung für die Erstellung und Realisierung des komplexen Gesamtbehandlungsplans, der u. a. die ärztliche, somato-medizinische, psychotherapeutische, pharmakologische, pflegerische, physiotherapeutische sowie weitere fachtherapeutische und sozialarbeiterische Tätigkeiten umfasst. Nicht-ärztliche Psychotherapeutinnen und –therapeuten verfügen nicht über die notwendige somato-medizinische und pharmakotherapeutische Qualifikation zur Erstellung und Überwachung des Gesamtbehandlungsplans. Charakteristikum der (teil)stationären Versorgung in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen ist die komplexe, multimodale, den somatischen und psychotherapeutischen Bereich…
-
Ärztekammern als Grundpfeiler demokratischer Mitbestimmung schützen
Die Delegierten der Landesärztekammer Hessen haben besorgt und konsterniert auf die politische Einflussnahme und die Angriffe (durch Aufhebung der Pflichtmitgliedschaft) auf die nationale Ärztekammer in Ungarn reagiert. „Kammerinstitutionen sind Grundpfeiler demokratischer Mitbestimmung“, erklärten die Ärztevertreterinnen und –vertreter auf der Delegiertenversammlung am Samstag, 25. März 2023, in Bad Nauheim. „Die Ärztekammern verstehen sich mit ihren Aufgaben der Selbstverwaltung und in Fragen der Gesundheitspolitik als Partner, Berater und Korrektiv gegenüber der Politik und öffentlichen Institutionen. Dies ist gelebte Demokratie.“ Die Bundesärztekammer wurde aufgefordert, die Bedeutung der Kammern auf europäischer Ebene zu stützen, sich mit den anderen Kammerinstitutionen gegen politische Angriffe wie jüngst in Ungarn zu vereinen und gemeinsam Politikerinnen und Politiker bundes-und…
-
Delegiertenversammlung fordert Sicherstellung der Notfallversorgung bei Krankenhausreform
Die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen hat die Landesregierung am 25. März 2023 in Bad Nauheim dazu aufgerufen, bei der geplanten Krankenhausreform unbedingt die Sicherstellung der Notfallversorgung zu jeder Zeit als ein entscheidendes Element der Daseinsvorsorge in den Fokus zu stellen und entsprechende Rechtsnormen zu verabschieden. Nachdem in den Jahren 2020 und 2021 die Fallzahlbelastung in vielen hessischen Notaufnahmen leicht rückläufig gewesen ist, hat die Belastung in den vergangenen Monaten wieder stark zugenommen. In vielen Notaufnahmen mussten sogar deutlich mehr Patientinnen und Patienten als 2019 versorgt werden. Diese Entwicklung fordere das Gesamtkonzept einer Reform der Notfallversorgung, die sowohl den Rettungsdienst, die Notfallleitstellen, die Notaufnahmen an den Krankenhäusern als auch die vertragsärztliche…
-
Hessisches Ärzteparlament fordert ausreichende Weiterbildungsmöglichkeiten in Krankenhausplanung und ambulanter Versorgung
Die Delegierten der Landesärztekammer Hessen haben am Samstag, 25. März 2023, in Bad Nauheim eindringlich davor gewarnt, das ärztliche Weiterbildungsangebot zu verknappen und die Weiterbildungsplätze – insbesondere durch Bettenabbau in Kliniken und Folgen der Krankenhausreform – zu verringern. Die Konzentration der Leistungen in den Kliniken auf wenige Maximalversorger führe zu einem grundlegenden Wandel und zu einer Reduzierung des Angebotes an Weiterbildungsplätzen, erklärten die Ärztevertreterinnen und –vertreter auf der Delegiertenversammlung. Insbesondere seien „kleinere“ Fachbereiche dadurch bedroht. Bei einem zunehmenden Mangel an Fachärztinnen und Fachärzten würden langfristig auch in der ambulanten Versorgung die Weiterbildungsangebote fehlen. Die hessische Ärzteschaft fordert die Politik auf, zur Sicherstellung der zukünftigen Versorgung zu berücksichtigen, dass ausreichend Weiterbildungsmöglichkeiten…
-
Forderung nach angemessener Vergütung für Ärztinnen und Ärzten in allen Bereichen
Die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen hat sich am Samstag, 25. März 2023, in Bad Nauheim für eine angemessene Vergütung der ärztlichen Tätigkeit ausgesprochen. Angesichts der aktuell rasant steigenden Kosten forderten die Delegierten die Arbeitgeber und die Kostenträger dazu auf, in allen Bereichen die Vergütung ärztlicher Tätigkeit – in angestellter Tätigkeit an Kliniken, im öffentlichen Gesundheitswesen oder in freiberuflicher Tätigkeit in Niederlassung – angemessen zu vergüten. Eine Fortschreibung von „Quasi Nullrunden“ im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) oder die fehlende Anpassung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) seien ebenso nicht akzeptabel wie die Forderungen nach Reallohnverzicht in Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren, erklärten die Delegierten: „Ärztliche Versorgung bedeutet auch angemessene Vergütung der Ärztinnen und Ärzte.“…
-
Ärzteparlament fordert Lehrstuhl für Palliativmedizin in Hessen
Die Delegierten der Landesärztekammer Hessen haben die Hessische Landesregierung heute einstimmig aufgefordert, einen Lehrstuhl für Palliativmedizin an einer der drei medizinischen Fakultäten in Hessen einzurichten. Darüber hinaus appellierten sie an alle Parteien, die sich für die Gesundheitspolitik und medizinische Versorgung der Menschen in Hessen verantwortlich fühlen, die Absicht, einen Lehrstuhl für Palliativmedizin an einer der drei hessischen medizinischen Fakultäten einzurichten, in ihr Wahlprogramm aufzunehmen. In der Begründung heißt es: „Bisher ist Palliativmedizin im Medizinstudium kein Pflichtfach, muss aber in der Ausbildung der Medizinstudenten angeboten werden. Der Umgang mit Sterbenden ist eine Herausforderung – medizinisch und zwischenmenschlich (vergl. Deutsches Ärzteblatt vom 28.09.2007). Der Wissenschaftsrat empfiehlt im Masterplan Medizinstudium für den 2.…
-
Ankündigung: 15. ordentliche Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen am 25. März 2023
Die 15. ordentliche Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen, 16. Wahlperiode 2018-2023, findet am 25.03.2023 ab 10:00 Uhr s.t. im Seminargebäude des Bildungszentrums der Landesärztekammer Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 in Bad Nauheim statt. Die Veranstaltung ist mitgliederöffentlich. Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung: Landesärztekammer Hessen Hanauer Landstraße 152 60314 Frankfurt/Main Telefon: +49 (69) 97672-0 Telefax: +49 (69) 97672-128 http://www.laekh.de Ansprechpartner: Marissa Leister Referentin Stabsstelle Medien Telefon: +49 (69) 97672-107 Fax: +49 (69) 97672-224 E-Mail: marissa.leister@laekh.de Katja Möhrle Abteilungsleiterin Telefon: +49 (69) 97672-188 Fax: +49 (69) 97672-224 E-Mail: katja.moehrle@laekh.de Weiterführende Links Originalmeldung von Landesärztekammer Hessen Alle Meldungen von Landesärztekammer Hessen Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich.…
-
Zahl ärztlicher Behandlungsfehler in Hessen geht 2022 erneut auf Tiefstand zurück
Im Jahr 2022 wurden bei der Gutachter- und Schlichtungsstelle der Landesärztekammer Hessen 721 Anträge wegen vermuteter Behandlungsfehler gestellt, im Vergleich zu 804 im Vorjahr. 2020 hatte der Wert bei 858 Anträgen gelegen. Bei der Überprüfung wurden im Jahr 2022 in 93 von 423 abschließend geprüften Verdachtsfällen Behandlungsfehler bestätigt, im Vergleich zu 128 im Vorjahr. Die Zahl der Behandlungsfehler ist damit wieder auf den Wert von 2020 gesunken, dem niedrigsten Stand seit 2009. Die meisten Vorwürfe betrafen Orthopädie/Unfallchirurgie (141), Innere Medizin (39), Frauenheilkunde (28), Allgemeinchirurgie (26), Urologie (19) und Kardiologie (18). „Natürlich ist jeder Behandlungsfehler einer zu viel“, erklärt Landesärztekammerpräsident Dr. Edgar Pinkowski. „Dennoch ist an den im Vergleich zum Vorjahr…