• Medien

    Kandidaten müssen Pressefreiheit stärken

    Im Superwahljahr 2024 können mehr als vier Milliarden Menschen weltweit ihre Stimme abgeben. Unter ihnen sind auch 205 Millionen Indonesierinnen und Indonesier: Mitte Februar wählt das Land ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten. Doch auch in der drittgrößten Demokratie der Welt wird die Medienfreiheit auf vielfältige Weise bedroht. Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert daher die Kandidaten auf, sich für die Pressefreiheit einzusetzen und entsprechende Reformen anzustoßen. Diese sollten die physische und digitale Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten stärken und den Missbrauch von Verleumdungsprozessen stoppen. „Die Amtszeit von Präsident Joko Widodo war auch geprägt durch Verletzungen der Pressefreiheit, entsprechende Wahlversprechen wurden nicht eingehalten“, sagt RSF-Vorstandssprecherin Katja Gloger. „Die Kandidaten müssen sich für…

  • Medien

    RSF verurteilt Angriffe der AfD gegen Correctiv

    Nach den Enthüllungen von Correctiv über die Beteiligung von AfD-Mitgliedern an einem Treffen in Potsdam, bei dem offenbar Pläne für die Ausweisung unter anderem von Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern geschmiedet wurden, hetzen Mitglieder der Partei öffentlich gegen Medienschaffende der Rechercheplattform. Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilt diese gezielten Attacken auf die Journalistinnen und Journalisten und fordert die Parteiführung der AfD auf, sich klar von allen Angriffen gegen die Redaktion und einzelne Mitarbeitende zu distanzieren. „Die vielfältigen Versuche und diese journalistische Recherche zu denunzieren, sind nicht nur ein Angriff gegen die Reporter und Rechercheure von Correctiv, sondern gegen uns alle. Wir wissen, wohin es führt, wenn Parteien den Nährboden für Radikale und Extremisten bereiten”, sagt…

  • Verbraucher & Recht

    Zur Lage russischer Exil-Medien

    93 Redaktionen mit etwa 1.800 Medienschaffenden, die in 30 Ländern arbeiten: Russlands unabhängige Medien haben den Schock des Jahres 2022 überstanden und setzen die Berichterstattung aus dem Exil fort. Von dort aus erreichen sie noch immer bis zu neun Prozent der erwachsenen Russinnen und Russen. Die Bandbreite der Exilmedien reicht dabei von journalistischen Start-ups über Publikationen ethnischer Minderheiten bis hin zu etablierten Medienhäusern mit einem großen Stammpublikum. Einen Überblick über ihre aktuellen Herausforderungen und Bedarfe gibt nun die Studie „Sustaining Independence. Current State of Russian Media in Exile”.  Die Untersuchung ist ein gemeinsames Projekt der Onlineplattform The Fix und des JX Fund (European Fund for Journalism in Exile), der im April 2022 von…

  • Medien

    RSF startet U.S. State Press Freedom Index

    Vor den Präsidentschaftswahlen 2024 in den Vereinigten Staaten startet Reporter ohne Grenzen (RSF) in Zusammenarbeit mit dem Reynolds Journalism Institute (RJI) seinen neuen U.S. State Press Freedom Index. Analog zur weltweiten RSF-Rangliste der Pressefreiheit soll mithilfe des Index in den kommenden Monaten die Lage der Pressefreiheit in allen Bundesstaaten und Territorien der USA bewertet werden. Grundlage der Bewertungen werden Informationen sein, die landesweit fortlaufend von lokalen Journalistinnen und Journalisten sowie Medienexpertinnen und -experten gesammelt werden. „Die RSF-Rangliste ist ein unschätzbares Instrument, um die Lage der Pressefreiheit weltweit zu verstehen. Darauf aufbauend wollten wir tiefer in die Situation in den Vereinigten Staaten eintauchen“, sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr. „Je nachdem, wo sie in den…

  • Medien

    Jahresbilanz der Pressefreiheit 2023: Weniger Getötete trotz der Tragödie in Gaza

    In diesem Jahr sind 45 Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Das sind so wenige wie seit 2002 nicht mehr – trotz des Krieges zwischen Israel und der Hamas. In diesem Konflikt wurden bislang mindestens 17 Journalistinnen und Journalisten mit klarem Bezug zu ihrer Arbeit getötet, dutzende weitere Fälle werden derzeit überprüft. Weltweit kam mehr als die Hälfte der getöteten Medienschaffenden in Kriegsgebieten ums Leben. Insgesamt 521 Journalistinnen und Reporter sind derzeit im Zusammenhang mit ihrer Arbeit willkürlich inhaftiert. Auch wenn dies einen Rückgang um gut acht Prozent bedeutet, liegt die Zahl noch immer auf sehr hohem Niveau. Sechs von acht der weltweit längsten Haftstrafen wurden gegen weibliche…

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  • Medien

    Reporterin der Hongkonger Zeitung South China Morning Post verschwunden

    Reporter ohne Grenzen (RSF) ist in großer Sorge um die Journalistin Minnie Chan. Die Reporterin der Hongkonger Tageszeitung South China Morning Post wird seit Ende Oktober in China vermisst. Chan war nach Peking gereist, um dort über eine Sicherheitskonferenz zu berichten. „Wir sind sehr beunruhigt über das Verschwinden von Minnie Chan. Es ist leider gängige Praxis des chinesischen Regimes, Medienschaffende zu entführen und für Monate willkürlich in sogenannten schwarzen Gefängnissen festzuhalten. Dort werden sie ihrer Rechte beraubt und oft misshandelt. Peking muss sofort den Aufenthaltsort von Minnie Chan bekanntgeben und – sollte sie festgehalten werden – die Journalistin freilassen“, sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr. Minnie Chan ist leitende Reporterin bei der South China Morning Post (SCMP)…

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    Urteil im Völkerstrafverfahren nach Mord an RSF-Gambia-Korrespondent

    Im weltweit ersten Strafprozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit unter der Herrschaft von Langzeit-Diktator Yahya Jammeh in Gambia, der in Deutschland nach dem Weltrechtsprinzip stattfand, ist heute (30. November 2023) das Urteil gefallen. Der Verurteilte, Ex-Soldat Bai L., war als Mitglied einer Spezialeinheit im Auftrag des ehemaligen gambischen Präsidenten Yahya Jammeh unter anderem am Mord des bekannten gambischen Journalisten und RSF-Korrespondenten Deyda Hydara beteiligt. Das Oberlandesgericht in Celle hat ihn nun wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt, als Mittäter an diesem Mord sowie am Mord an dem Ex-Soldat Dawda Nyassi und dem versuchten Mord an Rechtsanwalt Osman Sillah. „Es ist ein historisches Urteil, in dem die Ermordung des herausragenden…

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    RSF-Stipendiatin in Aserbaidschan festgenommen

    Es ist ein gezielter Schlag gegen eines der letzten unabhängigen Medien in Aserbaidschan: Am 20. und 21. November wurden drei Mitarbeitende der investigativen Nachrichtenseite AbzasMedia festgenommen. Unter ihnen befinden sich der Direktor des Mediums, Ulvi Hasanli, und Chefredakteurin Sevinj Vagifgizi, die sich von Mai bis August 2021 mit einem Auszeit-Stipendium von Reporter ohne Grenzen (RSF) in Berlin aufhielt. Die Polizei nahm auch den Inklusionsaktivisten Mahammad Kekalov fest, der mit AbzasMedia zusammenarbeitet und über die Rechte von Behinderten schreibt. AbzasMedia berichtet seit 2016 vor allem über Korruption und Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan. „Wir verurteilen diesen Schlag gegen die Redaktion von AbzasMedia. Die Medienschaffenden müssen sofort freigelassen werden“, sagt Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen (RSF). „Die Festnahmen sind auch ein deutliches Zeichen an…

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    Presentation of the Golden Dove of Peace award to the Russian initiative OVD-Info

    On 10 December, Reporters Without Borders Germany (RSF) will present the Golden Dove of Peace award to the Russian human rights defence and media group OVD-Info in recognition of its many years of commitment to the investigation of politically motivated repression. OVD-Info has been reporting on arrests of demonstrators, violations of the freedom of assembly and the suppression of protests since its launch in 2011. The organisation also provides legal aid to persons facing political persecution. The Golden Dove of Peace human rights award has been presented to institutions and individuals who show particular dedication to international understanding and human rights since 2008. After one year, the current award winner passes the Golden Dove…

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    Übergabe der Goldenen Friedenstaube an die russische Initiative OVD-Info

    Am 10. Dezember übergibt Reporter ohne Grenzen (RSF) die „Goldene Friedenstaube“ an das russische Menschenrechts- und Medienprojekt OVD-Info. Mit dem Preis wird der langjährige Einsatz der Initiative für die Aufklärung politisch motivierter Repressionen gewürdigt. OVD-Info veröffentlicht seit seiner Gründung 2011 Nachrichten über Verhaftungen, Verstöße gegen die Versammlungsfreiheit und die Unterdrückung von Protesten. Außerdem leistet OVD Rechtshilfe für politisch Verfolgte. Der Menschenrechtspreis Goldene Friedenstaube wird seit 2008 an Institutionen und Personen vergeben, die sich für Völkerverständigung und Menschenrechte einsetzen. Der jeweilige Preisträger reicht die Goldene Friedenstaube nach einem Jahr an eine weitere preiswürdige Institution weiter. Auf diese Weise soll ein globales Friedensnetzwerk entstehen. Die Preisverleihung findet um 14 Uhr im Gorki Theater (Studio) statt. Die Laudatio…