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Brauchen wir noch Nationalhelden?

Wenn von „Nationalhelden“ die Rede ist, denken viele Menschen an monumentale Statuen, Reiterstandbilder und Denkmäler. Doch der Begriff ist unscharf: Was macht einen Helden aus, gar einen Nationalhelden? Ein ungewöhnliches Leben? Eine herausragende Tat? Wie hat sich der Mythos im Laufe der Jahrhunderte verändet – und was passiert heute damit, wo so manches Heldenbild gehörig ins Wanken geraten ist und manches Idol vom Sockel gestürzt wird? Diesen Fragen widmet sich die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven (OWEP)“ mit dem Titel „Nationalhelden – Mythos und Missbrauch“.

Das Heft eröffnet ein Interview von OWEP-Chefredakteurin Gemma Pörzgen mit der Osteuropa-Historikerin Prof. Susanne Schattenberg von der Universität Bremen. Diese skizziert die Bedeutung des Begriffs „Nationalheld“, Überlegungen zu modernen Heldenfiguren und die Geschichte des Heroenkults.

Im Folgenden werden Persönlichkeiten vorgestellt, die für ihre Nation eine Art von Heldenstatus genießen. Den Anfang macht ein Text des tschechischen Publizisten Jaroslav Šonka zu Jan Hus über seine Wandlung vom kirchlichen Reformator zum nationalen Helden, der am Ende sogar eine „Karriere“ im Kommunismus machte. Im Essay der in Budapest tätigen Literatur- und Kunsthistorikerin Tünde Császtvay werden Leben und Werk des ungarischen Nationaldichters Sándor Petőfi lebendig: Bis heute gehören seine Gedichte zum Bildungskanon Ungarns. Sein nicht geklärter Tod hat ihn mythisch überhöht – und wie Jan Hus wird auch Sándor Petőfi für politische Ziele eingesetzt.

Mit Mutter Teresa, geboren als Anjezë Gonxhe Bojaxhiu, wird eine Frau porträtiert, die in Albanien, Nordmazedonien und im Kosovo gleichermaßen verehrt und umstritten ist: Als Katholikin und Ordensfrau war sie, wie die in Tirana lebende Albanien-Expertin Christiane Jaenicke in ihrem Beitrag schreibt, gleich mehrfach eine Außenseiterin. Im kommunistischen Albanien war sie eine Un-Person, heute ist das Land jedoch stolz auf sie und wirbt mit ihr als „Botschafterin des neuen Albanien“.

Weitere Texte widmen sich dem umstrittenen ukrainischen Nationalistenführer Stepan Bandera, dem russischen Nationalhelden Alexander Newski sowie Tadeusz Kościuszko aus Polen; ein Beitrag beschäftigt sich mit Jeanne d’Arc, der „Jungfrau von Orléans“, und deren aktueller Instrumentalisierung zum Beispiel durch die politische Rechte in Frankreich. Und es geht um  Greta Thunberg, die moderne Ikone der Fridays for Future-Bewegung und eine medienwirksame Heldin neuen Typs.

Den Abschluss des Heftes bildet ein Beitrag des langjährigen OWEP-Chef-
redakteurs Prof. Michael Albus, der darin eine Bilanz seines zwanzig Jahre umfassenden Einsatzes für die Zeitschrift zieht.

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