Finanzen / Bilanzen

Die zweite Corona-Welle drückt auf die Erholung

Die Berliner Wirtschaft leidet stark unter der anhaltenden Corona-Pandemie. Für das laufende Jahr rechnet die Investitionsbank Berlin (IBB) mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um insgesamt 6%. Für 2021 könnten dann wieder ein Wachstum von 4% erzielt werden. Die wirtschaftlichen Niveaus des Jahres 2019 dürften aber wohl erst 2022 wieder erreicht werden.

Nach dem heftigen Einbruch im 1. Halbjahr 2020 um 5,1% erholte sich die Berliner Wirtschaft im Zuge der Öffnung im 3. Quartal schneller als ursprünglich angenommen. Stark ansteigende Infektionszahlen im Herbst und eine dadurch drohende Überforderung des Gesundheitssystems erzwangen jedoch ein erneutes Abbremsen des öffentlichen Lebens. Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin (IBB): „Die Berliner Wirtschaft hat einen schwierigen Frühling und Sommer hinter sich, konnte sich aber dank großer Anstrengung aller Akteure in bemerkenswerter Weise gegen den Abschwung stemmen. Die Erholung wird jedoch durch den erneuten Teil-Lockdown wieder gebremst. Auch diesmal können die meisten der am härtesten betroffenen Branchen aber wieder mit Unterstützung rechnen.“

Digitalwirtschaft bleibt ein Motor für den Arbeitsmarkt

Der zu Beginn der Coronakrise sprunghafte Anstieg der Arbeitslosenzahlen ging im Herbst leicht zurück. So waren im Oktober 2020 insgesamt 204.792 Erwerbslose gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,2% (Deutschland: 6,0%) – 0,3 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und 2,4 mehr als im Vorjahresmonat. Der Beschäftigungsaufbau zeigt sich weiter widerstandsfähig auch dank der dynamischen Berliner Digitalwirtschaft. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im August im Jahresvergleich noch einmal um 10.910 auf 1,55 Mio. gestiegen. Damit liegt Berlin auch in dieser Krise mit einem Zuwachs von 0,7% weiterhin an der Spitze aller Bundesländer und 1,0 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Schnitt.

Besonders große Verluste im Gastgewerbe

Im Zeitraum Januar bis August sanken die Umsätze im Berliner Gastgewerbe bereits um 44,9% im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum. Das Gastgewerbe und der Bereich Kunst, Erholung und Unterhaltung haben in Berlin mit 2,5% bzw. 6,2% einen überdurchschnittlich hohen Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung (Deutschland: 1,6% bzw. 3,8%) und werden noch lange die Corona-Folgen spüren. Denn Reisebeschränkungen und Quarantäneregeln bremsen den hauptstädtischen Tourismus weiter aus und Restaurants sowie Unterhaltungsbetriebe sind infolge der zweiten Corona-Welle im November weitgehend geschlossen.

Berliner Industrie besser als der Bundestrend

Zwar ist die Berliner Industrie nicht immun gegen die Auswirkungen der Corona-Krise. Doch die gute Auftragslage der traditionell starken Pharmaindustrie sowie der Elektroindustrie haben den Absturz zumindest abgefedert. Die Umsätze der Berliner Industrieunternehmen fielen bis August 2020 gegenüber dem Vorjahrzeitraum nur um 3,5%, in Deutschland dagegen um 13,2%. Die Aufträge sanken um 8,5%. Ein Plus an Aufträgen verzeichneten dagegen die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (+16,2%), von chemischen Erzeugnissen (+4,2%) sowie von pharmazeutischen Produkten (+2,6%). Auch die Berliner Exporte fielen aufgrund von Störungen in internationalen Lieferketten und der gesunkenen Nachfrage von Januar bis August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 517 Mio. EUR (-5,4%). In Deutschland brachen die Exporte sogar um 12,7% ein.

Fachkräftemangel und steigende Kosten drücken Bauaktivität

Die Bauaktivität wird neben den neuen Corona-Auflagen vor allem durch den Fachkräftemangel in vielen Bau- und Handwerksberufen, fehlende Kapazitäten, sowie steigende Baukosten gebremst. Zudem stagnierten die Baugenehmigungen von Wohnungen in den ersten acht Monaten 2020 bei 14.550 (+0,2%). Aufgrund von Beschränkungen durch Corona dürfte der Genehmigungsstau weiter zunehmen.

Auch in der Krise zeigt sich die Widerstandsfähigkeit einzelner spezialisierten Berliner Wirtschaftszeige, insbesondere der Gesundheitswirtschaft und der Digitalwirtschaft. So verzeichneten die Informationsdienstleistungen (+16,2%%) und die Informationstechnologie (+6,0%) im 1. Halbjahr steigende Umsätze. Nach dem Überwinden der aktuellen Krise könnte Berlin seinen gegenüber dem Bund überdurchschnittlichen Wachstumspfad langsam wiederaufnehmen.

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