Gesundheit & Medizin

Abschied von Prof. Dr. Rupert Bauersachs

Nach 18 Jahren heißt es Abschied nehmen: Zum Ende des Monats Mai geht Klinikdirektor Prof. Dr. Rupert Bauersachs in den Ruhestand – oder eher Unruhestand, denn auch ohne klinische Arbeit wird er seinem Fach, der Angiologie, die Treue halten. Den Abschied nehmen die Geschäftsführer der Klinikum Darmstadt GmbH zum Anlass, ihm zu danken: „Prof. Dr. Rupert Bauersachs hat mit seinem Team den Ruf der Gefäßklinik im Bereich Angiologie Dank seines Engagements und seines Know-hows weiter vorangebracht, was auch die zahlreichen Focus-Auszeichnungen als Top-Mediziner und Top-Klinik belegen. Wir verlieren mit ihm einen ausgewiesenen Experten, aber wissen zugleich die Klinik bestens aufgestellt. Wir wünschen Prof. Dr. Rupert Bauersachs alles Gute für seine Zukunft und freuen uns darauf, dass er als Beisitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Klinikums Darmstadt e.V., dem er viele Jahre vorstand, dem Klinikum doch noch weiter verbunden bleibt“, so Clemens Maurer und Prof. Dr. Nawid Khaladj. 

Als Direktor der Klinik für Gefäßmedizin im Fachbereich Angiologie hat Prof. Bauersachs den Wandel des Stadtkrankenhauses hin zu einem modernen Klinikum begleitet: „Jetzt sieht man es auch an den Gebäuden, aber wir haben hier im Klinikum schon immer eine sehr gute Versorgung auf einem sehr hohen Niveau geboten. Es bestehen hier in der Gefäßklinik seit jeher – auch im überregionalen Vergleich – exzellente Bedingungen zur Versorgung von Gefäßpatient*innen.“

Die Gefäßklinik des Klinikums Darmstadt ist die älteste angiologische Klinik in Deutschland, aus der viele wegweisende Entwicklungen hervorgegangen sind. Hier wurde die erste Angiografieanlage Deutschlands aufgebaut und hier hat Professor Andreas Grüntzig, der Erfinder der Ballonaufdehnung, die mittlerweile millionenfach in den Beinen und am Herzen durchgeführt wird, seine Facharztausbildung erhalten. Und auch danach wurden innovative Techniken und Behandlungen in der Gefäßklinik frühzeitig eingesetzt, die sich erst später in Deutschland etablierten.

„In der Gefäßklinik bestanden und bestehen optimale Bedingungen zur Versorgung von auch schwerkranken und komplexen Gefäßpatient*innen, und damit auch der Bedarf und die Möglichkeit für diese Patienten neue, verbesserte Therapieverfahren zu entwickeln und einzusetzen. Für diese Möglichkeiten war ich immer sehr dankbar, und umso mehr freut es mich, dass es gelang, hier in Darmstadt die Entwicklung von neuen Verfahren zu koordinieren, zum Beispiel Medikamente zur Blutverdünnung, die inzwischen weltweit Standard geworden sind und von dessen Tausende von Patienten profitieren.“

Während seiner Zeit ist die angiologische Therapie und Behandlung mehr und mehr patientenschonender geworden – immer minimalinvasiver, immer öfter medikamentös behandelbar und auch die Komplikationen wurden deutlich weniger. Heute weiß er seine Klinik gut aufgestellt: „Wir verfügen über ein großes Arsenal von diagnostischen Ultraschallgeräten und bester radiologischer Diagnostik.“ Zur höheren Sicherheit habe vor allem auch die zunehmende Digitalisierung geführt: Mit der mobilen Visite sind alle Daten und Bilder jederzeit und an jedem Ort verfügbar: „Sicherer und schneller, sofort verfügbar, nichts geht verloren, das war eine große, aber äußerst sinnvolle Veränderung“. 

Erst kürzlich konnte Prof. Bauersachs beim 71. Kongress des American College of Cardiology die Gesamtauswertung der Voyager-PAVK Studie vorstellen. Hier zeigte sich zum ersten Mal im Rahmen einer großen kontrollierten Studie, in der über 6.500 Patient*innen eingeschlossen waren, dass bei einer peripheren arteriellen Durchblutungsstörung (pAVK) nach einer peripheren Revaskularisation weiterhin ein hohes Risiko für nachfolgende kardiovaskuläre Ereignisse bestehen. Innerhalb von drei Jahren kam es bei 88 von 100 Patient*innen zu neuen vaskulären Komplikationen. Dieses hohe Risiko konnte durch eine niedrigdosierte Antikoagulation (Gerinnungshemmung) absolut um 12,5 % reduziert werden. „Die in dieser Größenordnung nicht erwarteten Ergebnisse werden in zukünftige Therapie-Leitlinien eingehen. Die dabei verwendete, erfolgreiche Behandlung zur Verminderung der Komplikationen ist im Klinikum Darmstadt bereits jetzt verfügbar“, sagt Prof. Bauersachs nicht ohne Stolz. Diese Studien-Ergebnisse konnte Prof. Bauersachs zeitgleich in der renommierten Fachzeitschrift Journal of the American College of Cardiology veröffentlichen (https://www.abstractsonline.com/pp8/#!/9228/presentation/24019 ;

http://tv.clinicaltrialresults.org/play.php?submission_id=2569 ).

Sehr zufrieden ist er damit, im Klinikum Darmstadt über die letzten zehn Jahre verbesserte Verfahren für Krebspatient*innen mit Thrombose zu entwickeln, sowie – ganz aktuell – für Patient*innen mit schweren arteriellen Durchblutungsstörungen oder oberflächlichen Venenentzündungen.

„Ich hatte das Glück hier über viele Jahre immer eine gute Unterstützung von vielen Kolleg*innen, und auch von Verwaltung und Geschäftsführung des Klinikums und auch von den niedergelassenen Ärzt*innen zu bekommen. Unbedingt möchte ich auch die außerordentlich gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Pflege betonen, die es ermöglichte, eine hohe Versorgungsqualität zu entwickeln – zum Wohle der sehr vulnerablen Gefäßpatienten.

Die erfolgreiche Arbeit mit Gefäßpatienten und die außerordentlich gute Zusammenarbeit mit den anderen Fächern in Klinikum und den anderen Berufsgruppen in Klinikum hat mir über die letzten beiden Jahrzehnte immer sehr viel Spaß gemacht. Sorgen – und damit kein lachendes Auge  – machen mir der politische Druck zur Ökonomisierung der Medizin, der immer stärker Einfluss auf die Versorgung der Patienten nimmt. Erfreulicherweise hat dies im Klinikum Darmstadt noch nicht zu Einschränkungen der Versorgungsqualität geführt und ich hoffe, dass dies auch in Zukunft nicht geschehen wird.“

Um seine Patient*innen macht sich Prof. Bauersachs keine Sorgen: die weiß er bei seinem Nachfolger als Klinikdirektor, dem bisherigen Leitenden Oberarzt PD Dr. med. Jörg Herold, in besten Händen.

Zum Abschluss sagt Prof. Bauersachs: „Diese Arbeit mit den Patient*innen wird mir sicher fehlen, so dass ich mit einem weinenden Auge gehen werde“. Er wird sich in Zukunft mehr der wissenschaftlichen Arbeit widmen, Fachartikel schreiben, um die schweren thromboembolischen Komplikationen zu vermeiden, und als Leiter des Aktionsbündnis Thrombose (www.risiko-thrombose.de) dafür arbeiten, „die Awareness für Thrombose zu verbessern.“

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