Finanzen / Bilanzen

Die zweite Dimension – das Risiko als Mehrwertindikator

Jahrelang wurden Aktien als Anlageklasse von den Deutschen verschmäht. Mittlerweile ist jedoch eine erfreuliche Entwicklung festzustellen. Doch ein sich abzeichnender Fokus auf Rennlisten allein ist mit Vorsicht zu genießen, weiß Thomas Böckelmann, leitender Portfoliomanager der Vermögensmanagement Euroswitch. Eine risikoadjustierte Steuerung durch Qualität und Diversifikation tragen zu einem erfolgreicheren Portfolio bei.

Deutsche Geldanleger sind aus internationaler Sicht ein seltsames Völkchen: In Umfragen wird meist Inflation als größte Bedrohung für das Vermögen genannt, aber 75 % aller Geldanlagen sind dieser schutzlos ausgeliefert – in Bankeinlagen, niedrig verzinslichen Anleihen oder Versicherungen. Dann allerdings, wenn es scheinbar satt Rendite abzuräumen gibt, ist deutsches Anlegergeld nicht weit. Dabei werden genannte Aussichten gerne als Versprechen verstanden, die damit verbundenen Risiken ausgeblendet. Böckelmann hat eine mögliche Erklärung: „In einer weit verbreiteten Wahrnehmung sind Rendite und Risiko zwei Seiten derselben Medaille. Dies ist jedoch falsch. Statistisch sind für eine Einheit Rendite die Akzeptanz von zwei Einheiten Risiko erforderlich. Die langjährige Rendite am Aktienmarkt beträgt etwa 7,5 %, das damit einhergehende Schwankungsrisiko liegt im sehr langen Durchschnitt bei 15 %.“

Risiken bei Aktien sind nicht immer gleich hoch

Die Dimension Risiko muss bei einer Aktienanlage richtig eingeordnet werden. „Aus vermögensverwaltender Sicht ist erst die gezielt gesteuerte Kombination aus der Dimension Rendite und der Dimension Risiko ein Mehrwert für eine Geldanlage“, so Böckelmann. Messbar wird dieses Rendite-Risiko-Profil eines Portfolios durch die Berücksichtigung seiner Wertschwankungen. So seien aus Sicht des Investmentexperten gängige Performancestatistiken oder Rennlisten allein zu wenig aussagekräftig. Oft werde nur die Wertentwicklung eines Marktes oder Produktes mit einem anderen verglichen. Diese Betrachtung vernachlässige aber völlig die zweite Dimension – das mit dem Produkt einhergehende Risiko. Eine Kennzahl wie das Sharpe-Ratio kann eine völlig neue Perspektive auf ein Produkt eröffnen. Performance ist wichtig, aber es ist auch wichtig, welches Risiko dafür genommen wurde.

„Viele Anleger glauben, dass das Risiko bei einer Aktienanlage ohnehin sehr hoch sei, ein Vergleich sich daher erübrige, zumal insbesondere bei langen Anlagehorizonten sich auch schwere Verluste üblicherweise wieder ausgleichen. Diese Aussage mag für einige Marktsegmente stimmen, aber nicht für alle Aktienmärkte“, weiß Böckelmann. Ein Beispiel: Der japanische Nikkei 225 ist mehr als 30 Jahre nach seinem Höchststand im Jahr 1989 gut 25 % im Minus. Auch der europäische Aktienindex EuroStoxx50 ist heute noch gut 20 % unter seinem Niveau des letzten Höchststandes vor 21 Jahren – im März 2000.

Sinnvolle Steuerung der Risiken

Offenbar macht es also auch bei sehr langfristigen Anlagehorizonten Sinn, sich bei Aktien mit den damit einhergehenden Risiken bewusst auseinanderzusetzen und diese im Rahmen einer Vermögensallokation gezielt zu steuern. „Wir setzen bei unserer Aktienstrategie Equity Story Leaders seit jeher auf die Angemessenheit und Ausgewogenheit der mit unserem Aktienengagement einhergehenden Risiken. Dabei bilden Qualität und Diversifikation des Portfolios die tragenden Säulen“, sagt der Investmentexperte.

Fokus Qualität

„Wir investieren nur in Unternehmen, die unsere strengsten Kriterien erfüllen. Dabei verstehen wir uns als QGARP-Investoren (quality growth at a reasonable price). Eine Entscheidung nach Value- oder Growth-Kriterien allein ist für uns nicht zielführend. Unsere Unternehmen müssen nach möglichst vielen betriebswirtschaftlichen und markttechnischen Parametern punkten – wir suchen nach etablierten „Equity Story Leaders“ – margenstark, überdurchschnittlich wachsend, niedrig verschuldet, relativ stabil in schwierigen Marktphasen und dennoch ein attraktives Kurspotential bietend. Derart nachhaltig erfolgreiche Unternehmen gibt es weltweit nur wenige – wir investieren daher hoch konzentriert in durchschnittlich 30 Werte“, erläutert Böckelmann seine Strategie.

Fokus Diversifikation

Wer ein ETF auf den Weltaktienindex MSCI Welt kauft, sei nur auf dem Papier breit diversifiziert. Böckelmann weiter: „Zwar wird in 1.600 Unternehmen investiert, aufgrund der Gewichtsverteilung im Index bestimmen aber faktisch 20 US-Technologieunternehmen, wie sich Index und Produkt entwickeln. Ferner sind der hohe 67prozentige Anteil der USA und das gänzliche Fehlen Chinas nicht zeitgemäß für eine globale Aktienanlage.“

30 qualitativ hochwertige global erfolgreiche Unternehmen diversifizieren ein Portfolio völlig ausreichend, wenn diese regional und sektoral ausgewogen seien. „Wer langfristig von der Wertschöpfung der Weltwirtschaft profitieren will, muss insbesondere in strukturellen Wachstumssegmenten engagiert sein. Dadurch wird das Portfolio weniger konjunkturabhängig. Gleichzeitig ist es wichtig, eine Klumpenbildung in neuen Technologien zu vermeiden. Diese bergen besondere Risiken, da dort aktive Unternehmen nicht nur Gewinner sein können – Disruptionen werden zu Verlierern führen. Umso wichtiger ist die Ausgewogenheit zwischen den investierten Themen, seiner Segmente und vor allem das ausschließliche Investieren nach Qualitätsgrundsätzen“, so der Investmentexperte abschließend.

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