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„Homeoffice spaltet die Beschäftigten, wird aber weiter Bestand haben“

Vor Ausbruch der Krise noch eher eine Randerscheinung, wurde die Arbeit von zuhause während der Pandemie für viele zum Standard. In 2021 wurde dies noch einmal durch die Gesetzgebung verstärkt, als Arbeitgeber verpflichtet wurden, ihren Beschäftigten zwischen April und Juni 2021 grundsätzlich Homeoffice anzubieten und diese das Angebot auch annehmen mussten. Seit der Aufhebung dieser Pflicht besteht Unsicherheit, wie sich die Homeoffice-Quote nach Ende der Pandemie entwickeln wird – auch deshalb, weil die Perspektiven von Unternehmen und Beschäftigten nicht deckungsgleich sind. Aktuelle Befragungen unterstreichen, dass die Unternehmen perspektivisch eine Senkung der Homeoffice-Quote anstreben, gleichzeitig aber trotzdem an flexiblen Arbeitsmodellen festhalten wollen.

„Viele Unternehmen mussten zunächst gezwungenermaßen die Arbeit von zuhause akzeptieren. Mit zunehmender Dauer der Pandemie verfestigt sich jedoch der Eindruck, dass mit dem Homeoffice viele Vorteile verbunden sind. Gleiches gilt für die Beschäftigten im Homeoffice selbst. Die Herausforderung wird zukünftig darin bestehen, die richtige Balance zu finden zwischen Arbeit an der Arbeitsstelle und zuhause“, betont Johannes Hercher, Vorstand der Rogator AG und Co-Autor der Studie OpinionTRAIN.

Die Ergebnisse der Studie im Überblick:

Langsame Normalisierung des Arbeitsalltags

Über die drei Untersuchungswellen der Studie OpinionTRAIN hinweg zeigt sich eine gewisse Normalisierung der Arbeitssituation. Gaben in der ersten Befragung im Apr./Mai 2020, also zur Zeit des ersten Lockdowns, nur 55 % der Beschäftigten in Deutschland an, dass sie regulär ihrer Arbeit nach wie vor nachgehen, sind dies im Aug./Sep. 2021 ca. 76 % der Beschäftigten – in Schweden sind dies nur 60 %. In der Gegenbewegung erhält das Statement „Ich arbeite häufiger / komplett von zuhause“ eine tendenziell abnehmende Zustimmung (in Deutschland aktuell 18 % vs. 24 % zu Beginn des ersten Lockdowns).

Im Sep. 2021 werden in Deutschland im Mittel 27 % der Arbeitstage im Homeoffice geleistet (auch dieser Wert ist rückläufig – er betrug im Nov. 2020 noch 36 %). In der Schweiz (32 %) und in Schweden (37 %) liegen die Homeoffice-Quoten deutlich höher. Für die Beschäftigten in Schweden ergeben sich insgesamt die geringsten Senkungen der Homeoffice-Quote im Zeitverlauf. Während sich das Niveau der Homeoffice-Tätigkeit in den vergangenen Monaten nach unten verschiebt, bleibt das Ranking der Branchen relativ stabil. Mehr als 50 % der Arbeitstage der Beschäftigten im Bereich IT, Medien & Kommunikation entfallen auf zuhause, im Bereich Handel & Konsumgüter sind dies nur 12 %.

Überwiegend positive Erfahrungen mit der Arbeit zuhause

In Deutschland ist der Anteil der Beschäftigten, die im Homeoffice arbeiten, von 52 % (Nov. 2020) auf aktuell 43 % (Sep. 2021) gesunken. Ebenfalls gesunken ist der Anteil der Beschäftigten mit mehr als 80 % Homeoffice-Tätigkeit (15 % vs. 25 %). Beschäftigte in Deutschland mit überwiegender Homeoffice-Tätigkeit fänden es zu 64 % gut, wenn sie zukünftig noch mehr im Homeoffice arbeiten könnten (13 % Ablehnung), halten zu 51 % die aktuelle Aufteilung zwischen Homeoffice und Arbeit am Arbeitsplatz für optimal und würden nur zu 27 % gerne weniger im Homeoffice arbeiten als heute.

Etwa 39 % der Beschäftigten in Deutschland bewerten eine dauerhafte Tätigkeit im Homeoffice für sich persönlich als problematisch. Dieser Wert ist allerdings vor allem bei Befragten hoch, die aktuell nicht im Homeoffice arbeiten (46 %), bei Personen mit überwiegender Homeoffice-Tätigkeit liegt die Zustimmung nur bei 24 %. Insgesamt zeigt sich in der Bewertung der Homeoffice-Tätigkeit eine tiefe Spaltung der Beschäftigten. Diese dürfte auch bestehen bleiben: Einerseits werden Beschäftigte ihrer Arbeit an der Arbeitsstelle wie vor der Corona-Krise nachgehen, andererseits wird eine überwiegende Homeofficetätigkeit in Teilen auch das „New Normal“ für die Erwerbstätigen darstellen.

Wie sich die Homeofficequote zukünftig entwickeln wird, hängt nicht nur von den Beschäftigten, sondern auch von der Strategie der Unternehmen ab. Auch wenn aktuell Senkungen der Homeoffice-Quote zu beobachten sind, gehen die Befragten für sich persönlich selbst bei einer Impfquote von 80-90 % der Bevölkerung nicht von einem Einbruch bei der Homeoffice-Quote aus. Die Arbeit von zuhause wird für viele weiterhin als Standardmodell des Arbeitens erwartet, auch wenn sich möglicherweise die Aufteilung der Arbeitstage ändert.

Wunschquote der Beschäftigten: 37 % Homeoffice-Tätigkeit

Neben der Beschreibung der aktuellen und zukünftig erwarteten Arbeitsorganisation wurden die Studienteilnehmer gefragt, wie eine aus ihrer Sicht ideale Aufteilung der Arbeitswoche zwischen Arbeitsplatz und Homeoffice aussähe (unabhängig davon, ob der Arbeitsgeber dies erlaubt). Das Ergebnis: Freitag und Montag sind die am stärksten präferierten Wochentage für die Arbeit im Homeoffice. Die gewünschte Homeoffice-Quote ist positiv korreliert mit der aktuellen Arbeit von zuhause. Befragte ohne Arbeit im Homeoffice kommen auf 18 % (knapp ein Tag in der Woche), Befragte mit 1-50 % Homeoffice-Tätigkeit erreichen 47 % (2,4 Tage in der Woche) und Befragte mit 51+ % Homeoffice-Tätigkeit kommen auf 73 % (3,6 Tage in der Woche). Im Mittel wünschen sich die Beschäftigten in Deutschland knapp 2 Arbeitstage einer Regelarbeitswoche im Homeoffice (37 %). Freitag ist der Wochentag, den sich die meisten Beschäftigten als Homeoffice-Tag wünschen (50 %).

„Wenn das Homeoffice – insbesondere in größeren Wohnorten – zum New Normal wird, ergeben sich vielfältige Konsequenzen für unterschiedliche Wirtschaftsbereiche, zum Beispiel Mobilität und Stadtverkehr, Volumen an Geschäftsreisen, Einkauf in der Stadt, Tourismus, Nutzung von Büroflächen, Human Ressource Management oder die Immobiliennachfrage allgemein. Die Arbeit von zuhause wird bleiben, wo Arbeitsplätze während der Corona-Pandemie per Homeoffice funktioniert und die Beschäftigten die neue Arbeitsweise zu schätzen gelernt haben. Ebenso in Unternehmen, die die neuen Chancen für ein verändertes Personalmarketing erkannt haben und sich neben Produktivitäts- auch Kostenvorteile durch ein effizienteres Organisieren von Büroflächen versprechen“, resümiert Prof. Dr. Andreas Krämer, CEO der exeo Strategic Consulting AG und Co-Autor der Studie OpinionTRAIN.

Kostenfreier Studienbericht: https://www.rogator.de/studienberichte-opiniontrain/

Pressemeldung online: http://www.rogator.de/homeoffice-spaltet-beschaeftigten-wird-weiter-bestand-haben/

Hintergrund der Studie: „OpinionTRAIN“

Rogator AG

Die Rogator AG steht seit 20 Jahren für leistungsstarke Software und erfolgreiche Online-Forschung . Erfolgsgarant des Unternehmens ist dabei die Kombination aus zuverlässigen Softwareprodukten, fundierten methodischen Kenntnissen im Online-Kunden- und Mitarbeiterfeedback sowie einem umfassenden Full-Service-Angebot: "Combined Competence" für jedes Befragungsprojekt. Johannes Hercher ist Vorstand der Rogator AG.

exeo Strategic Consulting AG

Die exeo Strategic Consulting AG mit Sitz in Bonn wurde im Jahr 2000 gegründet und ist auf die datenbasierte Entscheidungsunterstützung im Marketing ausgerichtet. Schwerpunkte der Beratungsgesellschaft liegen im Bereich Mobilitäts-, Kundenwert- und Preismanagement. Zur Erarbeitung konkreter Empfehlungen setzt exeo auf die Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen, zu denen auch innovative Befragungen zählen. Prof. Dr. Andreas Krämer ist Vorstandsvorsitzender der exeo Strategic Consulting AG in Bonn und unterrichtet u.a. Preismanagement, CRM, Marktforschung und Statistik an der University of Applied Sciences Europe, Fachbereich Wirtschaft in Iserlohn. Seit 2014 hat er eine Professur für Pricing und Customer Value Management. Er ist zudem Vorstand von VARI (Value Research Institute) in Iserlohn.

Die Studienreihen „OpinionTRAIN“, „Pricing Lab“ und „ obilitätsTRENDS“ sind Kooperationsprojekte der Rogator AG und der exeo Strategic Consulting AG .

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exeo Strategic Consulting AG
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E-Mail: andreas.kraemer@exeo-consulting.com
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