Medien

Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Mediensysteme in Deutschland und Russland

Mit Mediensysteme in Deutschland und Russland aus der Reihe Journalismus International bieten die Herausgeber Alla G. Bespalova und Horst Pöttker einen Überblick über die Mediensysteme der beiden größten Sprachgemeinschaften und Länder Europas, in denen auch beträchtliche ethnische Minderheiten der jeweils anderen Kultur leben.

Das zweisprachige Handbuch der Mediensysteme in Deutschland und Russland ist eine Fortsetzung des ähnlich aufgebauten Handbuchs Journalistische Genres in Deutschland und Russland, das 2010 im Herbert von Halem Verlag erschienen ist. Wie dieses soll es zu einem besseren wechselseitigen Verstehen der beiden Nationen beitragen, zwischen denen angesichts historischer und aktueller Konflikte reger Austausch auf allen Ebenen besonders wichtig erscheint.

Den Herausgebern ist es mit dem Handbuch gelungen, ein Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Journalistik-Abteilungen der Technischen Universität Dortmund und der Südlichen Föderalen Universität in Rostov am Don zu präsentieren.

Dies war mit hohem Aufwand verbunden: Neben technischen Problemen mussten vor allem wegen der Idee der Interkulturalität und der damit verbundenen Notwendigkeit der Übersetzung viele Hürden genommen und viel Zeit investiert werden.

Das Buch besteht aus zwei Teilen. Der erste enthält Stichwortartikel zu den Themenbereichen Presse, Radio, Fernsehen, Online-Medien, Agenturen und Medien im Allgemeinen. Bei der Festlegung der zu bearbeitenden Stichworte im hier behandelten Themenkreis Mediensysteme zeigte sich wieder, dass es auf der Ebene der einzelnen Phänomene eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten gibt. Es zeigte sich aber auch, dass die Mediensysteme der beiden Länder recht unterschiedlich sind.

Im zweiten Teil werden Datentabellen und Grafiken (Stand bis 2015) versammelt, in denen es unter anderem um die Entwicklung der Mediennutzung, Titel und Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften, Buchproduktion, Presse- und Hörfunknutzung, das Vertrauen der Bevölkerung in die Information von unterschiedlichen Medien oder die Dynamik der Internetnutzung geht.

In den unterschiedlichen Beiträgen, die – großenteils gemeinsam – von Autorinnen und Autoren beider Seiten verfasst wurden, zeigt der vorliegende Band die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Medienkulturen. Dabei ist die Besonderheit des Buchs der Textaufbau: Der Text in deutscher Sprache steht immer auf den linken und der entsprechende Text in russischer Sprache direkt gegenüber auf den rechten Seiten.

Alla G. Bespalova / Horst Pöttker (Hrsg.)

Mediensysteme in Deutschland und Russland. Handbuch

Journalismus International, 9
2022, 364 S., 17 Abb., 50 Tab., Broschur, 213 x 142 mm, dt./russ.

ISBN (Print) 978-3-86962-263-7 | 34,00 EUR
ISBN (PDF) 978-3-86962-264-4 | 28,99 EUR

Alla Grigor’evna Bespalova, Dr. phil., geb. 1956, schloss ihr Studium mit Auszeichnung an der Staatlichen Rostower Universität (RSU), Fachrichtung Journalismus, ab und promovierte 1993. Sie ist Leiterin des Lehrstuhls Geschichte des Journalismus an der RSU (heute: SFU), seit 1999 stellvertretende Dekanin für internationale Beziehungen der Fakultät für Philologie und Journalistik der SFU und Leiterin der Fachrichtung Internationaler Journalismus. Seit 2004 ist sie Direktorin des Unabhängigen Russisch-Deutschen Instituts für Journalistik (URDIJ) in Rostow am Don (Vertreterin der russischen Seite). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschichte des russischen Journalismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Werke herausragender russischer Publizisten, empirische Untersuchungen der Gegenwartspresse.

Horst Pöttker, geboren am 29.12.1944, Studium der Soziologie, Sprach- und Literaturgeschichte sowie Philosophie in Hamburg, Zürich, Kiel und Basel. Professor em. an der TU Dortmund und seit 1.4.2015 Seniorprofessor an der Universität Hamburg. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Theorie, Geschichte und Ethik des Journalismus; Medien und Migration; Soziologie der öffentlichen Kommunikation; Klassiker der Sozialwissenschaft.

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