Luft- / Raumfahrt

Lufthansa Technik übergibt ersten Airbus A321LR an die Bundeswehr

  • Zukunftsfähiges und effizientes Kurz-, Mittel- und Langstreckenflugzeug für die Luftwaffe
  • Indienststellung zunächst als Truppentransporter, MedEvac-Fähigkeiten ab Mitte 2023

Die Lufthansa Technik AG hat heute auf der Internationalen Luft- und Raumfahrt-Ausstellung (ILA) in Berlin den ersten von zwei Truppentransportern des Typs Airbus A321LR (Long Range) an die Bundeswehr übergeben. Im Beisein von Lufthansa Technik COO Sören Stark und Airbus CEO Guillaume Faury haben der Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Benedikt Zimmer, und der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, das Flugzeug mit dem taktischen Kennzeichen 15+10 feierlich in Empfang genommen. Der Umbau des Flugzeugs durch den Hauptauftragnehmer Lufthansa Technik begann im Dezember des vergangenen Jahres. In den darauffolgenden Monaten wurde es in Hamburg zunächst für den flexiblen Truppen- und Passagiertransport sowie den parlamentarischen Flugbetrieb auf der Kurz-, Mittel- und Langstrecke modifiziert. Die maximale Kapazität in dieser Konfiguration liegt bei 136 Passagieren. Im Rahmen dieser ersten Umbauphase hat Lufthansa Technik auch bereits zahlreiche Vorkehrungen für die Einrüstung der sogenannten MedEvac-Rolle getroffen, die das Einsatzspektrum des Flugzeugs um Fähigkeiten zum qualifizierten Lufttransport von Verwundeten, Unfallverletzten und Kranken erweitern wird. Dazu zählen beispielsweise umfangreiche Vorrüstungen, unter anderem für eine erweiterte Sauerstoffversorgung an Bord, die für den kommenden Einsatz als "fliegende Intensivstation" zwingend erforderlich ist.

Die dafür notwendige ergänzende Zulassung für das Luftfahrzeug mitsamt der dazugehörigen Patiententransporteinheiten Neuer Generation (PTE NG), sowohl zivil als auch militärisch, ist für Mitte 2023 geplant. Damit werden dann auch der Transport von bis zu sechs Intensivpatienten oder der Transport von bis zu zwölf leicht- oder mittelschwer erkrankten/verletzten Patienten möglich sein. Lufthansa Technik wird dazu insgesamt zwölf Einheiten und zwei Reserveeinheiten der PTE NG an die Bundeswehr liefern.

"Die Übergabe des ersten A321LR an die Luftwaffe ist für uns ein weiterer Meilenstein in dieser mittlerweile jahrzehntelangen erfolgreichen Partnerschaft. Umso mehr freue ich mich, dass es wieder einmal gelungen ist, den hohen Ansprüchen unseres Kunden gerecht zu werden", erklärte Sören Stark, Chief Operations Officer von Lufthansa Technik. "Mit einer exakt auf die Bedürfnisse der Luftwaffe maßgeschneiderten Kabine hat unser Team erneut Maßstäbe gesetzt. Dafür gilt allen Beteiligten mein herzlicher Dank."

"Ich freue mich, den ersten von zwei A321LR heute hier auf der ILA in Empfang nehmen zu können. Von der Finanzierungszusage bis zur Auslieferung des Luftfahrzeuges sind nur zwei Jahre vergangen: Ein Beispiel dafür, wie schnell die Beschaffung marktverfügbarer Produkte laufen kann. Auf diesen Prozessen wollen wir auch in Zukunft aufsetzen", sagte Benedikt Zimmer, Rüstungsstaatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg). "Aber selbstverständlich ist dies alles auch der Teamleistung geschuldet. Ich danke den Beteiligten aus dem BMVg, dem BAAINBw, der Luftwaffe und den Firmen, die hier vertrauensvoll zusammengearbeitet haben."

"Für mich steht im Vordergrund, dass der Airbus A321 Long Range im grauen Anstrich ein klares Signal an die Truppe sendet. Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr freuen sich über den neuen Truppentransporter – ein Upgrade in die ‚Military Business Class’", ergänzte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz. "Unser neuer Airbus wird schon bald in Richtung Westen über den Atlantik fliegen, um beispielsweise Wechselcrews der Marine in Lateinamerika abzuholen, er wird unsere Heeres-Kameraden nach Litauen fliegen oder unsere Soldatinnen und Soldaten nach Afrika. Dieser A321 wird ein enormes Aufgabenpaket schultern und bei seinen weltweiten Missionen helfen, Leben zu retten. Wir freuen uns über unser neues ‚Mitglied‘ unserer ‚Luftwaffenfamilie‘. Unsere fliegenden Besatzungen, Bord-Crews, Techniker und Angehörige der Flugbereitschaft heißen ihn herzlich willkommen."

"Gemeinsam mit unserem Partner Lufthansa Technik haben wir hart daran gearbeitet, dass dieses Flugzeug alle Erwartungen erfüllt", ergänzte Guillaume Faury, Chief Executive Officer von Airbus. "Die A321LR fliegt nicht nur weiter, sie bietet auch eine bemerkenswerte Reduzierung der CO2-Emissionen um 20 % im Vergleich zu Flugzeugen älterer Generation. Außerdem ist sie für den Betrieb mit 50 % nachhaltigem Flugbenzin zertifiziert, was die Emissionen noch weiter senken kann. Ich bin zuversichtlich, dass die A321LR sich hervorragend in die Flotte der Flugbereitschaft einfügt und eine perfekte Ergänzung zu den drei ACJ350 darstellt, von denen sich die erste bereits im Einsatz befindet."

Der Übergabe auf der ILA war ein intensives Test- und Abnahmeprogramm durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), die Wehrtechnische Dienststelle 61 und die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung vorausgegangen. Danach kann die bis dato zivil registrierte Maschine nun zeitnah die offizielle militärische Zulassung unter dem taktischen Kennzeichen 15+10 erhalten. Parallel dazu wurden auch bereits die ersten Flight-, Cabin- und Technik-Crews der Luftwaffe durch Lufthansa Technik und Lufthansa Technical Training umfassend für den Umgang mit dem neuen Muster A321LR geschult. Die Indienststellung des Schwesterflugzeugs mit der taktischen Kennung 15+11 wird in Kürze erwartet.

Über die Lufthansa Technik AG

Der Lufthansa Technik-Konzern ist mit rund 35 Tochter- und Beteiligungsunternehmen einer der weltweit führenden Anbieter flugzeugtechnischer Dienstleistungen. Mehr als 20.000 Beschäftigte sind für den international zertifizierten Instandhaltungs-, Herstellungs- und Entwicklungs-betrieb tätig. Das Angebot von Lufthansa Technik umfasst das gesamte Service-Spektrum für Verkehrs-, VIP- und Special Mission-Flugzeuge. Dazu gehören die Wartung, Reparatur, Überholung und Modifikation von Triebwerken, Komponenten sowie Fahrwerken, aber auch die Herstellung von innovativen Kabinen-produkten und eine digitale Flottenbetreuung.

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