Finanzen / Bilanzen

„Private Equity als Staatsaufgabe?“

„Startup- und Mittelstandsförderung durch Eigenkapitalfinanzierung“, so der Titel des Vortrags von Thomas Kraft, Generalbevollmächtigter und Abteilungsleiter Spezialkredite der LfA Förderbank Bayern, beim fpmi business breakfast. In einem fakten- und facettenreichen Vortrag erläuterte der Referent die zahlreichen Aktivitäten des bayerischen Förderinstituts zur Stärkung des heimischen Mittelstands. Besonders prägnant eine Erkenntnis allgemeiner Natur: der private Finanzmarkt stellt Unternehmen 20 Mal mehr Fremdkapital als Eigenkapital zur Verfügung; bei der LfA ist die Relation deutlich besser.

In seiner Begrüßung wies der Sprecher der fpmi, Andreas Schmidt, auf die Entstehungsgeschichte der LfA hin, die als Förderbank des Freistaates Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau der heimischen Wirtschaft und die Integration der nahezu zwei Millionen Flüchtlinge unterstützen sollte. Seit 1980 ist sie an der Börse München zugelassenes Kreditinstitut und als Daueremittent im Kapitalmarkt aktiv.

Thomas Kraft stellte die wesentlichen Förderinstrumente der LfA vor. Während die LfA-Gruppe über verschiedene Instrumente Fremdkapital in Höhe von EUR 13,4 Mrd. ausgereicht und Risikopositionen im Volumen von EUR 2,1 Mrd. übernommen hat, schlägt die Gewähr von Beteiligungskapital mit einem Betrag von EUR 1,5 Mrd. zu Buche. Die Relation Eigenkapital- zu Fremdkapitalpositionen beträgt damit 1 zu 10, während im deutschen Gesamtmarkt die Relation 1 zu 20 besteht. Dies stärkt die Risikotragfähigkeit der finanzierten Unternehmen und unterstreicht das Selbstbewusstsein staatlicher Wirtschaftsförderung im Freistaat, die stärker auf Eigenkapital setzt als andere.

Diverse Studien belegen, dass Private Equity finanzierte Unternehmen sich auf die unternehmerischen Kernkompetenzen konzentrieren. In der Regel weisen diese Unternehmen ein höheres Wachstum an Umsatz und Mitarbeitenden auf und investieren mehr in Forschung und Entwicklung als ihre Wettbewerber. Das oftmals negativ konnotierte Image von Private Equity in Deutschland ist fehl am Platz, trägt privates Beteiligungskapital doch erheblich zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands bei.

Das Eigenkapital stellt die LfA teilweise außerhalb der Bankbilanz über die Gruppenunternehmen BayBG, Bayern Kapital und diverse Spezialvehikel zur Verfügung.

Während die BayBG in 2021 einen Beteiligungsbestand von EUR 318 Mio. in den Segmenten Wachstum/Mittelstand, Venture Capital, Unternehmensnachfolge, Turnaround und Existenzgründung aufgebaut hat, hat die Bayern Kapital als VC-Finanzierer in der letzten Fondsgeneration 2020/21 ein Volumen von EUR 450 Mio. investiver Mittel eingeworben.

Über ihre Investitionen in Beteiligungsfonds von Dritten erzielt die LfA einen sog. „Bayern Multiple“ von 13. Dies bedeutet, dass bei einem eigenen Kapitaleinsatz der LfA-Gruppe von 1 Euro über die weiteren Investoren insgesamt 13 Euro bei den geförderten Unternehmen in Bayern ankommen. Die LfA hat so inzwischen Investitionen in gut 170 bayerische Unternehmen über private Beteiligungsgesellschaften begleitet. Eine clevere Strategie zur Optimierung der Kapitalallokation, die im internationalen Vergleich, gerade gegenüber Amerika und Asien, dringend erforderlich ist. So liegt der Aufstieg von Apple, Microsoft, Amazon und Google auch an der besseren Versorgung mit Venture Capital in den USA. Vor diesem Hintergrund verwundert es dann doch nicht, wenn selbst bei von einem bayerischen Förderinstitut begleiteten Beteiligungsfonds Mitinvestoren aus Nordamerika zu finden sind.

Unter den Teilnehmern des fpmi business breakfasts bestand Einigkeit, dass die Rahmenbedingungen für Private Equity und die öffentlichen Kapitalmärkte in Deutschland weiter verbessert werden müssen, damit nachhaltiges Wachstum ermöglicht wird und sich dies in Renditen für deutsche Investoren niederschla-gen kann. Auch insoweit bleibt Private Equity in Bayern Staatsaufgabe.

Über das fpmi business breakfast
Nach Innen ist die fpmi bestrebt, das bereits enge Netzwerk zwischen ihren Teilnehmern weiter auszubauen. Hierzu dient auch das neue Format des fpmi business webinars, das aktuelle Führungskräfte und die Fachebene als künftige Führungskräfte der teilnehmenden Unternehmen anspricht. Viermal jährlich haben die Vertreter der Teilnehmerunternehmen Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch. Den Kern der Veranstaltung bildet ein Vortrag eines namenhaften Referenten zu finanz- und realwirtschaftlichen Themen mit anschließender Diskussion.

Über Finanzplatz München Initiative

Bayern mit seinem Zentrum München ist einer der bedeutendsten Finanzplätze Europas, der größte Versicherungsplatz Deutschlands, der zweitgrößte deutsche Bankenstandort und führend für Private Equity, Venture Capital, Leasing sowie Asset Management. In der Finanzplatz München Initiative haben sich alle wichtigen Unternehmen, Verbände, Institutionen sowie wissenschaftliche und staatliche Einrichtungen aus der Finanzbranche zusammengeschlossen, um mit einer Stimme zu sprechen. Gegründet 2000 unter maßgeblichem Engagement des bayerischen Wirtschaftsministeriums zählt die Initiative heute fünfzig branchenübergreifende Teilnehmer und damit mehr als jede andere Finanzplatz-initiative in Deutschland.

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