Gesundheit & Medizin

Internationaler Kinderkrebstag: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“

Mehr als 500.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Krebs – unter ihnen etwa 2.200 Kinder und Jugendliche. Wenn ein Kind die Diagnose Krebs erhält, sitzt der Schock tief. Die gute Nachricht ist, dass sich die Heilungschancen krebskranker Kinder dank der Fortschritte in Forschung und Therapie in den letzten Jahren enorm verbessert haben. Anlässlich des Internationalen Kinderkrebstags am 15. Februar spricht Prof. Dr. Stefan Rutkowski, Leiter des Kinderonkologischen Zentrums des Universitären Cancer Center Hamburg (UCCH) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), über aktuelle Entwicklungen in der Krebsmedizin und -therapie.

Welche Krebsarten kommen besonders häufig bei Kindern und Jugendlichen vor?

Prof. Dr. Stefan Rutkowski: Die Diagnose Krebs ist immer ein Schock, besonders wenn sie Kinder trifft. In der Altersgruppe bis 15 Jahren sehen wir besonders häufig Leukämien, also Blutkrebs, mit einem Anteil von über 30 Prozent. Tumorerkrankungen im Gehirn und im Rückenmark sind an zweiter Stelle mit rund 24 Prozent, gefolgt von Erkrankungen des lymphatischen Gewebes mit 14 Prozent (Lymphknotenkrebs). In dieser Altersgruppe sind die Tumorerkrankungen besonders aggressiv, da sich die Krebszellen schnell vermehren.

Warum ist das so?

Prof. Rutkowski: Kinder sind noch in der Entwicklung, sie wachsen. Wachstum bedeutet immer Zellteilung. Krebs kommt bei Kindern besonders häufig dort vor, wo sich Zellen vermehrt teilen und wachsen, so zum Beispiel in den Lymphknoten. In der Pubertät wird Knochenkrebs als häufigste Krebsart bei Jugendlichen diagnostiziert, da diese in dieser Phase besonders schnell wachsen. Kinder sind eben keine kleinen Erwachsenen. Die Krebserkrankung, die Therapie und der Krankheitsverlauf unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von denen bei Erwachsenen.

Wie macht sich Krebs bei Kindern bemerkbar?

Prof. Rutkowski: Symptome, die auf eine Krebserkrankung beim Kind hinweisen können, sind unter anderem anhaltender Schmerz und Fieber, Kopfweh, Erbrechen, eine ungewöhnliche Wölbung des Bauches. Auch unerklärliche Blutungen oder Nachtschweiß sowie ein Schimmer in den Augen können Anzeichen sein. Machen sich derartige, auch unspezifische Symptome verstärkt bemerkbar, sollten Eltern aktiv werden und diese ärztlich abklären lassen.

Ist Krebs in Kinderjahren besser heilbar?

Prof. Rutkowski: Heutzutage sind dank der Fortschritte in Forschung und Therapie mehr als 80 Prozent der Krebserkrankungen, die bei Kindern und Jugendlichen festgestellt werden, heilbar. Das sind sehr erfreuliche Nachrichten! Dennoch bleibt die Diagnose Krebs bei Kindern ein Einschnitt in das Leben, das mit enormen organisatorischen und emotionalen Herausforderungen verbunden ist.

Welche Behandlungen gibt es?

Prof. Rutkowski: Welche Therapieoptionen infrage kommen, hängt von vielen Faktoren ab, in erster Linie von der Art der Krebserkrankung, dem Krankheitsverlauf, der Ausdehnung, Tumorbiologie und weiteren individuellen Faktoren, wie dem Alter der Patient:innen. Im Allgemeinen stehen die operative Therapie, die Strahlen- und die Chemotherapie zur Verfügung, aber auch neue, sogenannte zielgerichtete Therapieformen werden zunehmend eingesetzt. Auch wenn die Heilungschancen bei einem Großteil der Patient:innen sehr gut sind, muss die Versorgung der schwerkranken Kinder und Jugendlichen sichergestellt werden, und der Forschungsbedarf ist weiterhin sehr hoch.

Über Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Das 1889 gegründete Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist eine der modernsten Kliniken Europas und mit rund 14.400 Mitarbeitenden einer der größten Arbeitgeber in Hamburg. Pro Jahr werden im UKE rund 497.000 Patient:innen versorgt, 90.000 davon stationär und 407.000 ambulant. Zu den Forschungsschwerpunkten des UKE gehören die Neurowissenschaften, die Herz-Kreislauf-Forschung, die Versorgungsforschung, die Onkologie sowie Infektionen und Entzündungen. Über die Medizinische Fakultät bildet das UKE rund 3.400 Mediziner:innen, Zahnmediziner:innen und Hebammen aus.

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