Kunst & Kultur

Auf der Suche nach Kriegsverlusten brandenburgischer Museen

Seit drei Jahren ist der Museumsverband des Landes Brandenburg im Rahmen des Projekts „Verlustsache: Märkische Sammlungen“ Kriegsverlusten brandenburgischer Museen auf der Spur. Nun konnten 100 seit 1945 als verschollen geltende Objekte des ehemaligen Uckermärkischen Museums in Prenzlau in der Suchdatenbank LostArt veröffentlicht werden. Aber das ist nur der Anfang. Ausgangpunkt des Projekts war die Rekonstruktion, Erschließung und Veröffentlichung eines bundesweit einmaligen Quellenfundes: des „Gesamtkatalogs märkischer Heimatmuseen“. Dieser umfasst etwa 4.000 Karteikarten mit Fotos und technischen Angaben einzelner Sammlungsobjekte brandenburgischer Museen sowie Aufnahmen der Ausstellungsräume vor dem Kriegsende. Die Kartei wurde 1942 bis 1944 angelegt und umfasst Museen und Sammlungen der preußischen Provinz Brandenburg mit den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt (Oder), also die Mittel- und die Neumark. Anhand der Kartei und umfangreichen Archivrecherchen konnten hunderte Objekte aus brandenburgischen Museen als verschollen identifiziert werden. Sie werden nun nach und nach auf LostArt veröffentlicht.

Die Sammlung in Prenzlau

Für den „Gesamtkatalog Märkischer Heimatmuseen“ ließ der staatliche Museumspfleger Georg Mirow im Herbst 1944 Aufnahmen von Prenzlauer Objekten anfertigen. Über 170 Karten mit Innenansichten und Objektfotos sind erhalten. Anfang Februar 1945 war das Museum in Prenzlau zur Teilevakuierung aufgefordert worden. Erst nach vierzig Jahren kehrte dieser ausgelagerte Kernbestand der Prenzlauer Sammlungen zurück. Für die in Prenzlau verbliebenen Museumsobjekte sah es allerdings anders aus: Die Heilig-Geist-Kapelle mit der vorgeschichtlichen Sammlung, dem Kunstgewerbe und der Volkskunde, brannte völlig aus. Das Dominikanerkloster blieb mit seinen Ausstellungsräumen zunächst zwar intakt, wurde später aber von Plünderern heimgesucht. Teile der Sammlung wurden von Vertretern der sowjetischen Kommandantur beschlagnahmt. Der erhaltene Altbestand wurde in den 1970er Jahren neu inventarisiert. Von den 1944 für den „Gesamtkatalog Märkischer Heimatmuseen“ erfassten Stücken hatte mit 62 Objekten nur knapp ein Drittel den Krieg überstanden.

Lieferung an die LostArt-Datenbank

Der Museumsverband will mit der Veröffentlichung die brandenburgischen Museen unterstützen, den Verbleib ihrer Kriegs- und Nachkriegsverluste zu klären. Die LostArt-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste ist dafür ein wichtiger Anlaufpunkt. Diese dokumentiert neben Kulturgütern, die den Verfolgten der NS-Diktatur zwischen 1933 und 1945 entzogen wurden („NS-Raubgut“) auch Meldungen zu Kulturgütern, die aufgrund der Ereignisse des Zweiten Weltkrieges verbracht wurden („Kriegsverluste“). Ihre Publikation soll der Unterstützung völkerrechtskonformer Lösungen dienen. Unter https://www.lostart.de/de/Verlust/613791 können nun die in LostArt dokumentierten Kriegsverluste des heutigen Dominikanerklosters Prenzlau recherchiert werden. Dazu gehört zum Beispiel die aufwändig gestaltete Streichholzdose „Napoleon“, die ähnlich wie ein Hausaltar gestaltet ist. Unter einem Baldachin ist ein Podest, dahinter ein Spiegel. Auf dem Podest steht mit verschränkten Armen ein vergoldeter Napoleon. Ein weiteres Beispiel ist die gemalte Wappenscheibe „Johannes Petrus Custodius” aus Glas, mit der Darstellung eines mit Lanze und Schild bewehrten Mannes mit breitkrempigem Hut.

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