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Autobahn-Baustelle: Welche Regeln zu Tempo, Abstand und Rettungsgasse gelten

Baustellen auf der Autobahn erhöhen das Unfallrisiko erheblich. Besonders in Baustellenbereichen kommt es häufig zu Auffahrunfällen, riskanten Spurwechseln und gefährlichen Situationen durch fehlenden Abstand oder zu hohe Geschwindigkeiten. Wer im Baustellenbereich das Tempolimit einhält, ausreichend Sicherheitsabstand wahrt und frühzeitig eine Rettungsgasse bildet, leistet einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit und schützt sich sowie andere Verkehrsteilnehmer. Der Automobilclub KS e.V. informiert über die geltenden Vorschriften und gibt Tipps zum richtigen Verhalten bei Autobahn-Baustellen.

Mit Beginn der warmen Jahreszeit beginnt bundesweit die intensive Bau- und Sanierungssaison auf den Autobahnen; Fahrbahnbeläge und Brücken müssen erneuert werden. Das zieht nicht nur oftmals lange Staus nach sich, sondern auch erhöhte Unfallzahlen. Allein die Großbaustelle auf der A9, Bayerns Hauptachse von Norden nach Süden, die 2024 begonnen wurde und Ende des Jahres fertiggestellt werden soll, hat nach Angaben des BR gezeigt: Nach Baubeginn hat sich die Zahl der Unfälle im betroffenen Streckenabschnitt, vor allem im zweispurigen Bereich, mehr als verdoppelt. Anfang 2025 wurde darauf reagiert und die Geschwindigkeit tagsüber von 80 auf 60 km/h beschränkt. Als Folge ist die Zahl der Unfälle zwar nicht gesunken, doch gab es weniger Verletzte und weniger hohe Sachschäden.

„Autobahn-Baustellen bergen in vielerlei Hinsicht ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Zuallererst sind Baustellen Arbeitsplätze. Trotz Absicherungen sind die dort arbeitenden Menschen dem fließenden Verkehr sehr nahe und dadurch gefährdet. Doch Autobahn-Baustellen sind nicht nur für die Baustellenarbeiter gefährlich, auch für die Autofahrer gibt es gleich mehrere Gefahrenquellen und ein erhöhtes Unfallrisiko. Daher appelliert der Automobilclub KS e.V. ausdrücklich an alle Verkehrsteilnehmenden, vor sowie im direkten Bereich von Baustellen immer mit höchster Aufmerksamkeit zu fahren und die Beschilderungen zu beachten“, erläutert Isabella Finsterwalder, Pressesprecherin des Automobilclub KS e.V.

Geschwindigkeit anpassen, Reißverschlussverfahren anwenden

Bereits weit vor der eigentlichen Baustelle, wo schrittweise das Tempo des gesamten Verkehrs gedrosselt wird und die Fahrzeuge von beispielsweise drei auf zwei Spuren zusammengeführt werden, heißt es, die Situation zu antizipieren. „Hier entstehen schnell brenzlige Situationen oder Staus, wenn nicht alle aufmerksam fahren. Auch das Reißverschlussverfahren wird immer wieder falsch angewendet. Viele versuchen möglichst früh auf die Spur zu fahren, die weiter offenbleibt. Doch das ist nicht korrekt. Vielmehr gilt es, immer auch den endenden Fahrstreifen bis kurz vor der Verengung zu befahren und sich dort abwechselnd einzuordnen. Oft schimpfen Autofahrer, die bereits auf der weiterführenden Spur sind, wenn andere Autos auf dem meist leeren, endenden Streifen an ihnen vorbeiziehen – dabei machen die es richtig. Ein zu frühes Einscheren dagegen führt nachweislich zu längeren Rückstaus“, erklärt Finsterwalder das Reißverschlussverfahren.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Entlang der Baustellen-Bereiche selbst gelten häufig Tempolimits von 80 oder 60 km/h. Diese sind verbindlich, auch wenn subjektiv kein unmittelbares Hindernis erkennbar ist. So sind die Fahrbahnen entlang der Baustellen schmaler, Fahrbahnmarkierungen verlaufen ungewohnt und es besteht erhöhte Gefahr aufgrund von plötzlichen Bremsmanövern oder Spurwechseln.

Fahrzeugmaße und Spurbreiten beachten

Gerade an schmälere Baustellen-Fahrstreifen verschwenden die meisten Autofahrerinnen und -fahrer keinen Gedanken. Während die rechte Spur in Baustellenbereichen so dimensioniert ist, dass sie von Lkw genutzt werden kann, ist die linke Spur oftmals deutlich schmäler. Oft ist die linke Fahrbahn – Beschilderung beachten! – auf Fahrzeuge mit einer Breite von 2,0 oder 2,10 Metern begrenzt. Autos sind im Laufe der Jahre jedoch immer breiter geworden; vor allem SUVs sind in der Regel breiter als 2,10 Meter. Da diese Beschränkung inklusive der Außenspiegel gilt, darf die linke Spur von vielen SUVs, Transportern oder Wohnmobilen nicht genutzt werden. Übrigens, die in den Fahrzeugpapieren angegebene Breite des Fahrzeugs schließt die Außenspiegel nicht ein. Diese müssen noch hinzugerechnet werden.

Sicherheitsabstand einhalten

Eine der häufigsten Unfallursachen in Baustellen ist unzureichender Abstand. Aufgrund enger Fahrstreifen und eingeschränkter Ausweichmöglichkeiten kann es hier verstärkt zu Auffahrunfällen mit oft schwerwiegenden Folgen kommen. Hier gilt es, unbedingt den vorgeschriebenen Mindestabstand einzuhalten, also als Faustregel den halben Tachowert in Metern, vorausschauend zu fahren und dabei die Bremslichter der vorausfahrenden Fahrzeuge im Blick zu behalten. Ebenso wichtig: versetzt fahren, um gerade in Kurven nicht mit Fahrzeugen auf der Nebenspur zu kollidieren.

Rettungsgasse auch in Baustellen bilden

Last, but not least, selbst wenn es extrem eng wirkt: Auch in Baustellenbereichen muss immer eine Rettungsgasse gebildet werden, wenn der Verkehr zum Stillstand kommt oder stockt. Die Gasse ist zwischen dem linken und dem rechten Fahrstreifen zu bilden bzw. wenn mehr Spuren vorhanden sind, zwischen der äußersten linken und der unmittelbar rechts daneben verlaufenden Spur.

Über den Automobilclub KS e.V.

Der Automobilclub KS e.V. ist mit rund 660.000 Mitgliedern der zweitgrößte Automobilclub in Deutschland. Er ist seit Jahrzehnten Mitglied der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und zählt zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Auf europäischer Ebene ist der KS zudem Gründungsmitglied des EAC (European Automobile Clubs). Das Ziel ist eine europaweit sichere und nachhaltige Verkehrspolitik. Darüber hinaus engagiert sich der KS seit mehr als 40 Jahren für mehr Umweltschutz und Energiesparen im gesamten Bereich des automobilen Verkehrs. Um den Stellenwert der Automobilbranche für Energiesparen sowie Klima- und Umweltschutz zu unterstreichen, beschloss der KS, ab 1981 jährlich den KS Energie- und Umweltpreis zu vergeben.

Mit seinen Töchtern AUXILIA Rechtsschutz-Versicherungs-AG und KS Versicherungs-AG bietet er eine umfassende Palette an Club- und Versicherungsleistungen – von der Wildschadenbeihilfe über den KS-Notfall- Service bis hin zu preiswerten Rechtsschutz- und Schutzbriefversicherungen –, die aufgrund von Leistung und Preis in den vergangenen Jahren viele Rankings gewonnen haben. In der Münchner Zentrale und in acht Bezirksgeschäftsstellen sind rund 180 Mitarbeiter beschäftigt. Der Jahresumsatz der KS-Gruppe liegt bei rund 140 Millionen Euro. Der Vertrieb erfolgt über 10.000 unabhängige Makler und Mehrfachagenten.

Mehr Infos: www.ks-auxilia.de/automobilclub

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