Medizintechnik

Leipziger Erklärung zur Bedeutung der Zahnersatzversorgung für die Mundgesundheit in Deutschland

Die Delegierten des Verbandes Deutscher Zahntechniker Innungen (VDZI) haben im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung am Vortag des Branchentreffs Zahntechnik plus in Leipzig eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. Anlässlich des 70-jährigen VDZI-Jubiläums bekennen sich die VDZI-Mitgliedsinnungen damit zur zentralen Verantwortung für die Mundgesundheit der Bevölkerung in Deutschland. Im Rahmen der diesjährigen Zahntechnik plus feiert der VDZI feiert sein besonderes Jubiläum. Am 25. August 1956 wurde der Bundesinnungsverband in Augsburg gegründet.  

Die „Leipziger Erklärung zur Bedeutung der Zahnersatzversorgung für die Mundgesundheit in Deutschland“ im Wortlaut:

„Der VDZI vertritt die beruflichen und wirtschaftlichen Interessen des Zahntechniker-Handwerks und unterstützt die Mitgliedsinnungen in der Erfüllung ihrer gesetzlichen und satzungsmäßigen Aufgaben. Auf Bundesebene gestaltet er die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Zahntechniker-Handwerk.

Zahnbehandlungen und Zahnersatz sind keine Luxusgüter, sondern elementarer Bestandteil der medizinischen Grundversorgung. Wer diese Leistungen aus der solidarischen Finanzierung herauslöst oder weiter beschneidet, nimmt bewusst in Kauf, dass sich soziale Ungleichheiten im Gesundheitswesen weiter verschärfen.

Vor diesem Hintergrund begrüßt der VDZI ausdrücklich die zeitnahe Positionierung von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die sich in der laufenden Diskussion deutlich gegen Leistungskürzungen im Bereich Zahnbehandlung und Zahnersatz ausgesprochen hat, sowie die deutliche innerparteiliche Kritik am Vorstoß des CDU-Wirtschaftsrates. Ebenso hat sich die deutsche Zahnärzteschaft klar dazu bekannt, dass Mund- und Allgemeingesundheit unzertrennlich sind.

Die Bekenntnisse zur solidarischen Absicherung der zahnmedizinischen Versorgung sind ein wichtiges und richtiges Signal, sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für die im System tätigen Gesundheitsberufe. Besonders kritisch sieht der VDZI die möglichen Auswirkungen von Leistungskürzungen auf vulnerable Bevölkerungsgruppen. Schon heute verzichten viele Menschen aus Kostengründen auf notwendigen Zahnersatz oder zögern dringend erforderliche Behandlungen hinaus, mit teils gravierenden gesundheitlichen Folgen. Weitere Einschnitte würden diese Entwicklung verschärfen und langfristig sogar höhere Folgekosten im Gesundheitssystem verursachen.

Der VDZI fordert eine sachliche und verantwortungsvolle Diskussion über die nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssystems. Notwendig sind Lösungen, die Versorgungssicherheit, Qualität und soziale Gerechtigkeit miteinander verbinden, nicht pauschale Kürzungsvorschläge auf dem Rücken von Patientinnen und Patienten sowie der Gesundheitsberufe.“

Zur Sicherstellung der Zahnersatzversorgung durch die zahntechnischen Meisterlabore sagt VDZI-Präsident Dominik Kruchen: „Eine gute Mundgesundheit ist Voraussetzung für Lebensqualität, Teilhabe und allgemeine Gesundheit. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle.“

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