Sprengel Museum Hannover sichert Schlüsselwerk von Teresa Solar Abboud
Mit diesem Erwerb positioniert sich das Sprengel Museum Hannover frühzeitig und strategisch mit dem Werk einer Künstlerin, die international als eine der markanten Stimmen ihrer Generation wahrgenommen wird. Solar Abbouds Skulpturen – hybride Körper zwischen organischer Form und industrieller Technologie – prägen aktuell den zeitgenössischen Diskurs über Materialität, Transformation und Infrastruktur.
Die angekaufte Arbeit ist die bislang größte Innenraum-Skulptur der Künstlerin und eine Weiterentwicklung ihrer „Tunneladora“-Serie. Die monumentale schwarze Form scheint in einer Wellenbewegung erstarrt, ihre blau schimmernden Enden erinnern an organische Extremitäten. Sie ruht auf einem industriell anmutenden Sockel – ein Spannungsfeld zwischen Körper, Maschine und Landschaft.
KULTURPOLITISCHES SIGNAL ZUR RICHTIGEN ZEIT
Der Ankauf ist mehr als eine Sammlungserweiterung: Er ist ein klares Bekenntnis zur Gegenwartskunst und zur aktiven Mitgestaltung internationaler Entwicklungen. Während viele Institutionen auf bereits kanonisierte Positionen reagieren, handelt das Sprengel Museum Hannover im entscheidenden Moment – bevor Marktmechanismen Werke dieser Größenordnung für öffentliche Häuser unerreichbar machen.
Ermöglicht wurde der Erwerb durch eine großzügige private Spende sowie durch das Engagement der Sprengel Freunde unter Leitung von Stefan Becker. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.
HANNOVER ALS PRODUKTIONS- UND SAMMLUNGSORT
Besonders bemerkenswert: Das Werk wurde nicht nur hier gezeigt, sondern für die kürzlich zu Ende gegangene Ausstellung „Self-Portrait as a Pregnant Woman“ (29.11.2025–1.3.2026) im Kunstverein Hannover eigens produziert. Damit ist Hannover nicht nur Präsentationsort, sondern Produktionsund Ankerpunkt eines internationalen Œuvres.
Die Kooperation zwischen Kunstverein und Museum zeigt exemplarisch, wie kuratorische Initiative und Sammlungspolitik ineinandergreifen können: Der Kunstverein ermöglichte die erste große institutionelle Ausstellung im deutschsprachigen Raum – das Museum sichert ein Schlüsselwerk dauerhaft für die Öffentlichkeit.
Für die Stadt und die Region bedeutet dieser Ankauf ein starkes Signal: Internationale Gegenwartskunst wird hier nicht nur temporär ausgestellt, sondern langfristig verankert.
ZITATE
„Es ist ein Glücksfall, wenn sich private Sammler engagieren und bereit sind, ihre Leidenschaft mit allen zu teilen und die Kunst allen zugänglich zu machen, indem sie sie einem öffentlichen Museum schenken oder zur Verfügung stellen. Eine solche Geste führte zur Gründung des Sprengel Museums, und es macht mich glücklich, dass Gisela Sperling diese wundervolle Tradition fortsetzt. Hannover kann sich glücklich schätzen angesichts solch engagierter Kunstbürger*innen!“, so Reinhard Spieler, Direktor Sprengel Museum Hannover.
Christoph Platz-Gallus, Direktor Kunstverein Hannover: „Es freut uns sehr, dass diese Arbeit, von wirklich außergewöhnlich hoher künstlerischer Qualität, in die hochkarätige Sammlung des Sprengel Museums Hannover geht. Die Arbeit entstand für unsere Ausstellung in Hannover, und es ist ein Glücksfall, dass sie der Öffentlichkeit erhalten bleibt. So zeigt sich, wie eng Produktion, Präsentation und Sammlungspolitik zusammenwirken können.“
Gisela Sperling, Mäzenin: „Mich überzeugt an Teresa Solar Abboud die Originalität ihrer ganz eigenen Formensprache und die Präsenz ihrer Arbeiten. Dass dieses monumentale Werk nun dauerhaft öffentlich zugänglich bleibt, war mir ein zentrales Anliegen. Ich möchte andere private Förderinnen und Förderer ermutigen: Durch gezielte Ankäufe, die von den Fachleuten aus den Institutionen wie dem Kunstverein Hannover, dem Sprengel Museum Hannover und den Sprengel Freunden begleitet werden, können solch großartige Arbeiten der Stadt erhalten bleiben.“
Stefan Becker, Vorstandsvorsitzender SPRENGEL FREUNDE: „Solche Momente entstehen nur, wenn Vertrauen, Netzwerk und Entschlossenheit zusammenkommen. In Hannover gibt es eine starke Gemeinschaft von Förderinnen und Förderern, die bereit ist, Verantwortung für die kulturelle Zukunft der Stadt zu übernehmen. Dass wir dieses Schlüsselwerk gemeinsam ermöglichen konnten, ist ein starkes Signal: Bürgerschaftliches Engagement kann internationale Maßstäbe setzen.“
Teresa Solar Abboud, Künstlerin: "Ich fühle mich sehr geehrt durch die Begeisterung und den Respekt, mit denen Hannover meine Arbeiten aufgenommen hat, was nun mit diesem bedeutenden Ankauf einen Höhepunkt findet. Es macht mich überaus glücklich, mit dieser Arbeit in die Sammlung des Sprengel Museums einzutreten, die auch das Werk von Niki de Saint Phalle bewahrt. Ich empfinde mich als dankbare Erbin ihrer Stärke und ihres Mutes und freue mich sehr darauf, neue Dialoge mit ihr und den vielen anderen großartigen Positionen der Sammlung des Museums eröffnen zu können.“
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover
Telefon: +49 (511) 168438-75
Telefax: +49 (511) 168450-93
http://www.sprengel-museum.de
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