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Buchrezension – Roland Werner: Faszination frühe Christen … und ihre Strahlkraft für unsere Zeit

Roland Werner: Faszination frühe Christen
… und ihre Strahlkraft für unsere Zeit

Fontis Verlag, Basel 2025
288 Seiten, 19,90 Euro

ISBN-10: 3038482951
ISBN-13: ‎ 978-3038482956

Dieser interessanten Zeitspanne widmet sich der Sprachwissenschaftler und Theologe Roland Werner in seinem Buch Faszination frühe Christen. Anhand zahlreicher Quellen beleuchtet der Autor Glaube und Lebenspraxis der ersten Christen. Dabei bezieht er sich auf archäologische und literarische Zeugnisse. Dabei bezieht er sich auf archäologische und literarische Zeugnisse. Doch das Thema wird keineswegs trocken behandelt, denn die Faszination des Autors für das Leben und Leiden der ersten Christen ist spürbar. Obwohl die damalige Zeit ganz anders war, können doch Parallelen zur heutigen Zeit gezogen werden. Zum Schluss wagt Roland Werner tatsächlich einen kurzen Abgleich und will herausarbeiten, was die heutige Kirche von den Glaubenseltern der Frühzeit lernen kann. Dazu stellt er zwischen die thematischen Kapitel unter dem Stichwort „Fokus Lebensbilder“ Christen, die ihren Glauben kompromisslos gelebt haben.

Zum Inhalt

In seinem knapp 300 Seiten starken Werk mit Einführung und Anhang führt Roland Werner die Strahlkraft der ersten Christen aus. Dabei unterteilt er den Text in drei Abschnitte. Im ersten Abschnitt legt er die Fundamente, zeigt Kontraste auf und gibt seine Quellen an. Der zweite Abschnitt ist mit „Faszination” überschrieben. Hier werden acht zentrale Eigenschaften der frühen Christen vorgestellt: Euangelion (Die Kraft der Botschaft), Koinonia (Die Kraft der Gemeinschaft), Metanoia (Die Kraft der Umkehr), Didache (Die Kraft der Orientierung), Apologia (Die Kraft der Wahrheit), Martyria (Die Kraft des Zeugnisses), Diakonia (Die Kraft der Barmherzigkeit) und Basileia (Die Kraft der Hoffnung).

Im dritten Abschnitt zeigt Werner ebenfalls in acht Schlagworten die Folgerungen für den modernen Christen auf und stellt kurz dar, was von der Generation der ersten Christen gelernt werden kann. Hier nennt er Veritas: Überzeugtsein von der Wahrheit des Evangeliums, Communitas: Leben in ganzheitlicher Gemeinschaft, Identitas: Kraft ziehen aus der Verwurzelung in Jesus Christus, Caritas: Aus Liebe füreinander einstehen, Sanctitas: Leben in heiliger Eindeutigkeit, Auctoritas: Die wirksame Kraft des Heiligen Geistes entdecken, Testimonium: Jesus in der Welt bekennen und Aeternitas: Leben unter dem Horizont der kommenden Gottesherrschaft.

Zum Buch

Als Gründer des Marburger Christus-Treffs und früherer CVJM-Generalsekretär weiß Roland Werner wovon er spricht, wenn er die Herausforderungen der Evangelisation in einem säkularen Umfeld anspricht. Es gelingt ihm gut, den Ernst und die Kompromisslosigkeit der Glaubenshelden damals der heutigen Zeit gegenüber zu stellen, ohne moralisierend oder anklagend aufzutreten. Vielmehr motiviert er die Lesenden indirekt, ihr Glaubensleben zu reflektieren und ihre Kompromissbereitschaft kritisch zu hinterfragen. Der gute und positive Ton bleibt bis zum Schluss erhalten, auch wenn es nicht immer um gewaltfreie Themen geht. Gerade die Märtyrergeschichten mögen manche sensiblere Persönlichkeit belasten und eher als fanatisch denn beispielhaft angesehen werden.

Interessant ist auch der Beitrag von Guido Baltes am Ende des Buches, der über das Thema Auch der Beitrag von Guido Baltes am Ende des Buches ist interessant. Er schreibt über das Thema „Juden, Christen, Judenchristen: Gemeinsame und getrennte Wege zwischen Kirchen und Synagogen der ersten Jahrhunderte“. Die Beziehung zwischen Juden und Christen war in der Geschichte oft von Spannungen geprägt und ist es in manchen Teilen bis heute. Hier wertschätzend zu bleiben und doch die Herausforderungen zu benennen, ist eine Kunst. Insgesamt gelingt es dem Buch, den großen Bogen von den ersten Jahrhunderten bis in die Gegenwart zu spannen, ohne die Spannung im Laufe der Kapitel zu verlieren. Der Appell ist deutlich: Das westliche Christentum benötigt heute neue Strahlkraft, um den konkurrierenden Philosophien und Ideologien der Zeit etwas Attraktives entgegensetzen zu können.

Claudia Mohr

Die Rezension kann unter diesem Shortlink als Dokument heruntergeladen werden: https://tinyurl.com/bddf7v9b

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