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Ersatzbaustoffverordnung: Last oder Chance?

Die Ersatzbaustoffverordnung (EBV) gilt als wichtiger Schritt für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Doch viele Unternehmen kämpfen mit gestiegenem Aufwand und komplexer Dokumentation. David Schmidt von PRAXIS EDV-Betriebswirtschaft- und Software-Entwicklung AG erklärt im Gespräch, warum gerade jetzt die Digitalisierung über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet – und warum die „Zettelwirtschaft“ endgültig ausgedient hat.

Herr Schmidt, die Ersatzbaustoffverordnung (EBV) ist seit einiger Zeit in Kraft. Wie fällt Ihr Fazit aus – Last oder Chance?

Beides. Die EBV ist kein Gesetzestext, den man abheftet und vergisst. Sie ist ein echter Einschnitt – für die gesamte Bau- und Rohstoffbranche. Zum ersten Mal gibt es ein bundesweit einheitliches Regelwerk für den Umgang mit mineralischen Ersatzbaustoffen. Ziel ist Ressourcenschonung, Umweltschutz und eine höhere Akzeptanz von Recyclingmaterialien – im Grunde also genau das, was die Branche schon lange gefordert hat.

In der Praxis scheint die Umsetzung aber nicht ganz reibungslos zu funktionieren.

Das stimmt. Die Vorgaben sind sehr streng – insbesondere bei Schadstoffgrenzwerten, Umweltverträglichkeit und Verwendungszwecken. Das führt dazu, dass Ersatzbaustoffe häufig nicht mehr wirtschaftlich einsetzbar sind. Der Monitoring-Bericht zur Ersatzbaustoffverordnung spricht eine klare Sprache: Nur 3,5 Prozent der Befragten empfinden die Zusammenarbeit mit den Behörden als erleichtert, 47 Prozent dagegen als aufwändiger. Hinzu kommt das Akzeptanzproblem – kaum ein Bauherr möchte Materialien verwenden, die offiziell als „Abfall“ gelten.

Wie reagiert der Markt auf diese Situation?

Der Markt folgt im Moment einem einfachen Kalkül: Ersatzbaustoffe werden meist nur dann eingesetzt, wenn Primärmaterial knapp oder teurer ist. Die EBV verändert damit nicht nur den Recyclinghof, sondern die gesamte Wertschöpfungskette – von der Gewinnung über den Einbau bis hin zur Entsorgung. Und genau in dieser Veränderung liegt auch eine Chance.

Inwiefern?

Die EBV zwingt Unternehmen, ihre Abläufe neu zu denken. Sie schafft zahlreiche neue Pflichten – aber sie bietet auch die Möglichkeit, Prozesse endlich konsequent zu digitalisieren. Denn klar ist: Mit der alten Zettelwirtschaft kommt man nicht mehr weiter.

Was bedeutet das konkret?

Die Liste an Pflichten ist lang: Annahmekontrolle mit organoleptischer Prüfung, Lieferscheine mit Mindestangaben, Fremd- und Eigenüberwachungen, Stoffstromnachweise – und all das in einer Qualität, die jederzeit nachvollziehbar sein muss. Wer das noch mit Papierordnern und Excel-Listen abwickelt, läuft Gefahr, Fehler zu machen, Nachfragen zu provozieren oder Baustopps zu riskieren. Jede Lücke kann zusätzliche Prüfkosten verursachen. Kurz gesagt: Wer die EBV mit analogen Mitteln bewältigen will, hat den Kampf schon verloren.

Das heißt, Digitalisierung ist kein Nice-to-have mehr, sondern Überlebensstrategie?

Ganz genau. Wer jetzt in digitale Systeme investiert, kann die EBV nicht nur erfüllen, sondern sie sogar zum Wettbewerbsvorteil machen.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Ein gutes Beispiel ist die digitale Annahmeverwaltung. Systeme wie das ERP WDV2026 TEAM prüfen automatisch, ob für angelieferte Materialien eine „Verantwortliche Erklärung“ und Analysen vorliegen. Fehlen diese, erscheint ein Warnhinweis – bis hin zum Lieferstopp. Die Unterlagen liegen digital an der Waage vor und können sofort eingesehen werden. Sobald die genehmigte Menge erreicht ist, erhalten Waage und Verwaltung automatisch eine Meldung. Das sorgt für maximale Rechtssicherheit bei minimalem Aufwand.

Das klingt nach einer deutlichen Vereinfachung im Tagesgeschäft.

Ja, und das gilt auch für die Dokumentation. Mit der sogenannten Ladungsfotografie dokumentieren kameragestützte Systeme automatisch jede Lieferung. Die Bilder werden dem jeweiligen Lieferschein zugeordnet und archiviert. Bei Rückfragen von Behörden oder Kunden reicht ein Klick – und der Nachweis ist erbracht. Ergänzt wird das durch den mobilen „Yard-Checker“, mit dem sich vom Radlader aus Fotos samt GPS-Daten erstellen und speichern lassen. So entsteht Transparenz, die Vertrauen schafft.

Ein Kernpunkt der EBV ist das Stoffstrommanagement. Wie lässt sich das digital abbilden?

Auch hier hilft ein ERP wie die WDV2026 TEAM. Materialströme können lückenlos von der Baustelle über Lagerung und Aufbereitung bis hin zum Einbau dokumentiert werden. Haufwerksdaten, Körnungen, Fremdstoffe, Entsorgungswege – alles ist erfasst und jederzeit abrufbar. Was früher in dicken Ordnern verschwand, steht heute auf Knopfdruck bereit. Das bringt Sicherheit bei Audits und sorgt im Alltag für Effizienz, weil Disposition, Verkauf und Lagerverwaltung auf dieselbe Datenbasis zugreifen.

Die EBV ist also Auslöser – aber nicht das ganze Bild?

Richtig. Sie ist nur ein Puzzleteil im größeren Kontext des digitalen Wandels. Containerdisposition, das elektronische Abfallnachweisverfahren (eANV), Tourenplanung, mobile Rückmeldungen von Fahrern – all das sind Prozesse, die digital organisiert sein müssen. Die WDV2026 TEAM deckt all diese Bereiche in einem System ab: vom digitalen Lieferschein über die Fahrer-App bis zur digitalen Unterschrift beim Kunden. Besonders im Containerbereich entstehen dadurch messbare Einsparungen – Standzeiten, Mietzeiten und Abrechnungen laufen automatisiert, Fehlerquellen werden minimiert.

Ihr Fazit?

Die Ersatzbaustoffverordnung ist gekommen, um zu bleiben. Sie verschärft Grenzwerte, erhöht den Prüfaufwand und zwingt zur Dokumentation. Wer das nur als Belastung sieht, wird von steigenden Kosten und wachsendem Aufwand erdrückt. Wer jedoch die Chance nutzt und digitalisiert, dreht den Spieß um: Statt Pflichten nur zu erfüllen, kann man Transparenz, Effizienz und neue Marktchancen gewinnen.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob sich die Branche anpasst – sondern wer es am schnellsten tut und mit den besten Werkzeugen.

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