Energie- / Umwelttechnik

TÜV SÜD: So finden Verbraucher das passende Laserentfernungsmessgerät

Ob beim Renovieren, beim Aufbau von Möbeln oder bei der Planung neuer Wohnräume – Laserentfernungsmessgeräte erleichtern das exakte Ausmessen von Distanzen erheblich. Die handlichen Geräte liefern Messergebnisse in Sekunden und ersetzen Zollstock oder Maßband in vielen Situationen. Gerade bei der Planung von Küchen oder dem Kauf von Möbeln sparen sie Zeit und vermeiden Fehlkäufe. Doch je nach Einsatzbereich unterscheiden sich Ausstattung, Reichweite und Genauigkeit deutlich. TÜV SÜD-Produktexperte Stephan Kammermayer erklärt, worauf Verbraucher beim Kauf achten sollten.

Messbereich und Genauigkeit

„Vor dem Kauf sollten sich Verbraucher überlegen, wofür sie das Gerät hauptsächlich nutzen möchten“, so Kammermayer. Für den Innenbereich, etwa beim Ausmessen von Räumen, genügt meist ein Messbereich von 20 bis 40 Metern. Wer größere Distanzen messen möchte – beispielsweise im Garten, auf Baustellen oder an Fassaden – sollte ein Modell mit 60 bis 100 Metern Reichweite wählen. Auch die Messgenauigkeit ist entscheidend: Gute Geräte arbeiten mit einer Toleranz von etwa ± 1,5 bis 3 Millimetern. Für Heimwerker ist das meist ausreichend, während im professionellen Einsatz höhere Präzision gefragt ist.

Wichtig: Die Herstellerangaben zur Reichweite gelten meist unter Idealbedingungen. Bei starkem Sonnenlicht oder dunklen Oberflächen kann die tatsächliche Messdistanz geringer ausfallen.

Messfunktionen und Rechenhilfen

Viele Laserentfernungsmessgeräte bieten Zusatzfunktionen, die die Arbeit erleichtern:
• Flächen- und Volumenberechnung
• Addition und Subtraktion mehrerer Messungen
• Pythagoras-Funktion für indirekte Höhenmessung
• Dauermessung für bewegte Ziele

„Solche integrierten Rechenfunktionen sparen Zeit und reduzieren Rechenfehler – besonders bei Renovierungs- oder Planungsarbeiten“, erklärt Kammermayer. Für Einsteiger reichen oft wenige Grundfunktionen, während sich umfangreiche Zusatzfeatures vor allem für ambitionierte Heimwerker oder bei häufiger Nutzung lohnen.

Display und Bedienkomfort
Ein gut ablesbares Display ist wichtig – idealerweise beleuchtet, damit Messwerte auch bei schlechten Lichtverhältnissen erkennbar bleiben. Große Ziffern und eine klare Menüführung erleichtern die Bedienung. Einige Modelle verfügen über einen Touchscreen, Bluetooth-Schnittstellen oder eine App-Anbindung, um Messdaten direkt zu übertragen oder zu dokumentieren. Gerade bei häufiger Nutzung kann eine App-Anbindung sinnvoll sein, etwa um Grundrisse direkt digital zu speichern oder mit Handwerkern zu teilen.

Robustheit und Einsatzumgebung
Laserentfernungsmessgeräte werden häufig auf Baustellen oder im Außenbereich genutzt. Daher sollten Verbraucher auf eine robuste Verarbeitung achten. Wichtige Merkmale sind: ein stoßfestes Gehäuse, gummierte Griffflächen und Staub- und Spritzwasserschutz (z. B. Schutzklasse IP54 oder höher). „Geräte mit entsprechender Schutzklasse sind langlebiger und liefern auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässige Messergebnisse“, so Kammermayer. Für den reinen Innenbereich kann dagegen oft ein einfacheres und günstigeres Modell ausreichen.

Laserklasse und Sicherheit
Laserentfernungsmesser arbeiten mit sichtbarem Laserlicht. Für den Heimgebrauch kommen meist Geräte der Laserklasse 2 (Laserleistung <1mW) zum Einsatz; höhere Laserklassen dürfen für solche Geräte nicht verwendet werden.

Laserklasse 2 gilt bei kurzzeitigem, zufälligem Blickkontakt als sicher, dennoch gilt:
• Niemals absichtlich in den Laserstrahl schauen.
• Geräte außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
• Warnhinweise und Gebrauchsanleitung beachten.
• Auf die Kennzeichnung und Warnsymbole als „Konsumerlaserprodukt“ und die entsprechende Norm EN 50689:2021 achten.
• Den Laserstrahl niemals auf Personen oder Tiere richten.
• Besonders auf reflektierende Flächen wie Spiegel oder metallische Konstruktionen achten. Durch solche Reflektionen kann man selbst oder auch weit entfernt stehende Personen gefährdet werden.

Verbraucher sollten zudem auf eine korrekte Kennzeichnung und transparente Herstellerangaben achten. Insbesondere bei sehr günstigen oder anonym angebotenen Importprodukten kann es vorkommen, dass die Laserleistung oder die Sicherheitskennzeichnung nicht den europäischen Vorgaben entspricht. Ein Kauf bei seriösen Anbietern und der Blick auf anerkannte Prüfzeichen bieten hier zusätzliche Orientierung.

Stromversorgung und Laufzeit
Die meisten Geräte werden mit Batterien oder wiederaufladbaren Akkus betrieben. Modelle mit Energiesparfunktion oder automatischer Abschaltung verlängern die Laufzeit. Für eine häufige Nutzung sind Geräte mit Akku und Ladefunktion besonders praktisch. Zudem spart der Akkubetrieb langfristig Kosten und ist nachhaltiger als die Verwendung von Einwegbatterien.

Auf geprüfte Qualität achten
Beim Kauf sollten Verbraucher auf Prüfzeichen wie das GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ und das blaue TÜV SÜD-Oktagon achten. TÜV SÜD prüft Laserentfernungsmessgeräte unter anderem auf elektrische Sicherheit, Laserklassifizierung und Strahlungssicherheit, Messgenauigkeit (Hinweis: Nur bei entsprechendem Prüfzeichen), Robustheit und Verarbeitung sowie Bedienbarkeit und Kennzeichnung. So können Käufer sicher sein, dass ihr Messgerät präzise, zuverlässig und sicher im Alltag eingesetzt werden kann.

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Über die TÜV SÜD Customer Engagement and People GmbH

Im Jahr 1866 als Dampfkesselrevisionsverein gegründet, ist TÜV SÜD heute ein weltweit tätiges Unternehmen. Rund 30.000 Mitarbeitende sorgen an über 1.000 Standorten in rund 50 Ländern für die Optimierung von Technik, Systemen und Know-how. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, technische Innovationen wie Industrie 4.0, autonomes Fahren oder Erneuerbare Energien sicher und zuverlässig zu machen. tuvsud.com/de

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