Das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft feiert Jubiläum – 75 Jahre Forschung, Dokumentation und Vermittlung von Kunst in der Schweiz
Heute ist SIK-ISEA das nationale Kompetenzzentrum im Bereich Kunst – mit 60 Fachleuten in Zürich, Lausanne und Lugano. Im Rahmen seines Jubiläums lädt das Institut zu einem Tag der offenen Tür und zu öffentlichen Führungen ein.
75 Jahre im Dienst der Kunst in der Schweiz
«75 Jahre SIK-ISEA bedeuten 75 Jahre Leidenschaft für die Kunst in der Schweiz», erklärt Roger Fayet, Direktor SIK-ISEA: «Was einst aus der Sorge um das kulturelle Erbe entstand, ist heute ein lebendiges Zentrum des Wissens, der Forschung und des Austauschs. Dieses Jubiläum erfüllt uns mit grosser Dankbarkeit und mit Stolz: auf die Menschen, die dieses Institut geprägt haben, auf unsere Mitarbeitenden, die es heute tragen, und auf die Aufgabe, Kunst für kommende Generationen zu bewahren, zu erforschen und zugänglich zu machen».
Aus Verantwortung für das kulturelle Erbe gegründet
Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg entwickeln drei Kunsthistoriker unter der Ägide von Marcel Fischer zusammen mit dem Künstler Augusto Giacometti die Idee eines Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft. Das Institut soll auf aktuelle Herausforderungen in der Kunstwelt reagieren. Durch die Zerstörung von Kunstwerken im Krieg wird deutlich, dass es in der Schweiz keine zentrale Dokumentation von Gemälden und Skulpturen gibt. Im Kunsthandel kursieren zahlreiche Fälschungen und es fehlen Ausbildungsmöglichkeiten in der Restaurierung und in der kunstwissenschaftlichen Praxis. Die Idee überzeugt Museen, Künstler und Hochschulen – das Institut wird am 14. Juni 1951 offiziell gegründet.
Wissen bewahren, Forschung teilen, Kunst zugänglich machen
Von einem ehrenamtlich geführten Institut in einer 6-Zimmer-Wochung in Zürich-Hottingen entwickelt sich das Institut zu einem international anerkannten Forschungszentrum mit 60 Mitarbeitenden und Aussenstellen in Lausanne und Lugano. Das Archiv und die Bibliothek sind heute offen für alle und das kostenlos zugängliche Online-Lexikon SIKART dokumentiert 17’000 Kunstschaffende, die einen Bezug zur Schweiz haben. Das Institut bietet Echtheitsabklärungen, Schätzungen und Restaurierungen an und in seinem Labor können Kunstwerke mit naturwissenschaftlichen Methoden analysiert werden. Viele junge Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker sammeln hier mit Praktika erste Berufserfahrungen. Renommierte Forschende unterrichten an verschiedenen Universitäten der Schweiz und sorgen dafür, dass die Ergebnisse ihrer Recherchen in die Ausbildung einfliessen. Geleitet wird das Institut von Roger Fayet, einem Kunsthistoriker mit langjähriger Museumserfahrung, der sich als Vermittler zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit versteht.
Die Villa Bleuler als offenes Haus der Kunstwissenschaft
Seit 1993 befindet sich der Hauptsitz des Instituts in der denkmalgeschützten Villa Bleuler im Zürcher Seefeld. Die historistische Backsteinvilla aus dem 19. Jahrhundert ist so weiterhin zugänglich. Ein besonders beliebtes Veranstaltungsformat sind die Villa Bleuler Gespräche. Die Podiumsgespräche mit Kunstschaffenden vermitteln persönliche Einblicke und sind regelmässig ausgebucht.
Das Jubiläumsjahr: Einblicke, Begegnungen und Veranstaltungen
SIK-ISEA feiert sein 75-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür und mit öffentlichen Führungen am Hauptsitz in Zürich sowie mit Veranstaltungen in der ganzen Schweiz. Die Reihe «SIKART on Tour», Jubiläumsanlässe der Beratungsstelle für Kunstnachlässe sowie Aktivitäten der Antenne romande stellen spezifische Aktivitäten vor.
Tag der offenen Tür am Donnerstag, 11. Juni 2026, in Zürich:
Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in alle Tätigkeitsbereiche des Instituts, von Forschung und Restaurierung bis hin zu Archiv- und Bibliotheksbeständen.
Weitere Informationen finden Sie im Jubiläumsprogramm.
Neue Forschung zum Schweizer Kunsthandel
Im Jubiläumsjahr 2026 kommt das umfangreiche Forschungsprojekt zum Kunsthandel in der Schweiz zum Abschluss. Seit 2022 untersucht SIK-ISEA die Geschichte des schweizerischen Kunsthandels und seiner Akteurinnen und Akteure, darunter Personen, Unternehmen und Verbände. Die Ergebnisse erscheinen in einer dreibändigen Publikation im September dieses Jahres. Parallel dazu wird eine frei zugängliche Datenbank zu den Akteurinnen und Akteuren des Schweizer Kunsthandels veröffentlicht.
Weitere Informationen
zur Geschichte und den heutigen Tätigkeiten von SIK-ISEA finden Sie in unserem Jahresbericht und unter der Rubrik Forschungsvorhaben auf unserer Website.
Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA)
Zollikerstrasse 32
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Telefon: +41 (44) 38851-51
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