• Finanzen / Bilanzen

    Die Märkte fahren Achterbahn

    Die Krise im Nahen Osten wird den Weg Europas zu strategischer Autonomie und umweltfreundlicherer Energie wahrscheinlich deutlich beschleunigen. Die Zentralbanken werden angesichts des zunehmenden Inflationsrisikos voraussichtlich vorsichtiger werden und eine abwartende Haltung einnehmen. Für Anlegerinnen und Anleger ist es wichtig, weiter gut zu diversifizieren und auch über die Krise hinaus Investments nach hohen Qualitätskriterien auszuwählen. Weltweiter Investmentansatz bleibt bei Aktien entscheidend Die Auswirkungen der Krise im Nahen Osten auf den Aktienmarkt zeigen die Sensibilität der Volkswirtschaften gegenüber höheren Energiepreisen und neuen Inflationsängsten. Während sich US-Investments (einschließlich des Dollars) bisher als recht widerstandsfähig erwiesen haben, bleiben die Anfälligkeiten im Zusammenhang mit hochpreisigen KI-Segmenten und einem hohen US-Finanzdefizit bestehen. Im Gegensatz dazu…

  • Finanzen / Bilanzen

    Alles dreht sich noch schneller

    Seit Jahresbeginn haben sich mehrere unserer Thesen bestätigt und manche Trends haben sich sogar beschleunigt. Die Märkte sind nach wie vor stabil, auch wenn es auf Länder- und Sektorebene und bei Aktien zu erheblichen Umschichtungen gekommen ist. Geopolitische Fragmentierung und kontrollierte Unruhen bleiben zentrale Themen, wie die aktuelle Eskalation im Nahen Osten gezeigt hat. Die Entwicklungen durch den militärischen Schock sind rasant, und die politischen Auswirkungen sind aktuell nicht vorherzusehen. Die Ölpreise – der wichtigste makroökonomische Transmissionsmechanismus – scheinen unmittelbar eine geopolitische Risikoprämie widerzuspiegeln. In Davos wurde schon eine Verschiebung des Narrativs diskutiert, ein klarer Bruch in der internationalen Ordnung. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz und zuletzt auf den Märkten haben…

  • Finanzen / Bilanzen

    Was der Iran-Konflikt für die Finanzmärkte bedeutet

    Die Iran-Krise verstärkt einen strukturellen Wandel, auf den wir bereits hingewiesen haben: Geopolitik wird wieder zu einem makroökonomischen Treiber. Wir bewegen uns weiter in Richtung eines Umfelds „kontrollierter Unordnung”, in dem Schocks eher zu Rotation und Streuung als zu einer einheitlichen Marktrichtung führen. Wir betrachten Öl als Transmissionsmechanismus für Wirtschaft und Märkte. Das aktuelle Ölpreisniveau spiegelt den aktuellen Schock wider. Ohne eine Störung der Straße von Hormus ist ein dauerhafter Ölpreis von über 100 USD unwahrscheinlich – und paradoxerweise würden bei Erreichen dieses Niveaus massive Nachfragerückgänge und Rezessionsrisiken den Anstieg schnell begrenzen. Wir interpretieren die Situation in erster Linie als vorübergehenden stagflationären Impuls und nicht als neuen Öl-Superzyklus. Solange die…

  • Finanzen / Bilanzen

    Vincent Mortier: Thesen bewahrheiten sich

    Wir bewegen uns weltweit eindeutig auf ein komplexeres Marktgleichgewicht zu, in dem Politik – einschließlich Handelspolitik –, Geopolitik und Kapitalallokation ebenso entscheidend sind wie der Konjunkturzyklus selbst. Da sich das Wachstum als widerstandsfähiger als ursprünglich erwartet erweist und die Unternehmensgewinne robust bleiben, haben sich die Märkte gut behauptet. Allerdings finden derzeit erhebliche Umschichtungen zwischen Ländern, Sektoren und einzelnen Aktien statt. Ein diversifizierter und flexibler Ansatz dürfte für Anleger der Schlüssel sein, um mit all diesen Verschiebungen und Rotationen umzugehen. In einer sich so schnell drehenden Welt ist es an der Zeit, unsere wichtigsten Thesen für 2026 neu zu bewerten: These 1: Der Zyklus geht weiter – höhere Dynamik in den…

  • Finanzen / Bilanzen

    Hantel-Strategie mit Gold, Silber & Co.

    Ende Januar kam es zu extremen Schwankungen auf den Metallmärkten. Die Volatilität bei Edelmetallen war auf mehr als das Doppelte ihres historischen Niveaus angestiegen. Gold, Silber und Kupfer reagieren derzeit auf eine Mischung aus strukturellen Nachfrageverschiebungen, geopolitischen Risiken und kurzfristigen Spekulationen. Während Gold durch Zentralbankenkäufe und die Flucht in den sicheren Hafen gestützt wird, lässt sich die Rallye bei Silber teilweise durch ein kurzfristiges Angebotsdefizit und die industrielle Nachfrage erklären. Und bei Kupfer sehen sich Investoren aufgrund der Elektrifizierung und des Ausbaus der KI mit einer langfristigen strukturellen Lücke konfrontiert. Der aktuelle Metallmarkt lässt sich am besten als eine Mischung aus anhaltenden strukturellen Veränderungen und kurzfristigen spekulativen Positionen interpretieren. Die…

  • Finanzen / Bilanzen

    Japans finanzpolitische Renaissance beginnt

    Die „Sanaenomics“ haben die Zustimmung des japanischen Volkes erhalten. Sanae Takaichi, die als Protegé von Shinzo Abe gilt, wird in ihrer Wirtschaftspolitik häufig als Fortsetzung der „Abenomics“ charakterisiert und hinsichtlich deren Wirksamkeit in Frage gestellt. Ein wesentlicher Unterschied liegt jedoch in ihrem Ansatz. Abe war vor allem ein Monetarist, die Umsetzung seiner Politik inkonsistent. Die verfrühte Haushaltskonsolidierung im April 2014, als die Mehrwertsteuer von 5 % auf 8 % angehoben wurde, erstickte Japans beginnende Erholung. Es ist unwahrscheinlich, dass Takaichi diesen Fehler wiederholen wird. Sie wird sich wohl stärker auf fiskalische Hebel stützen und eine Rückkehr zur geldpolitischen Lockerung vermeiden, insbesondere da die Menschen weiterhin mit einer Lebenshaltungskostenkrise konfrontiert sind.…

  • Finanzen / Bilanzen

    Das Handelsabkommen zwischen Indien und der EU fördert Qualität statt Preiskampf in Europa

    Am 27. Januar haben die Europäische Union und Indien die Verhandlungen über ein wegweisendes Freihandelsabkommen formell abgeschlossen und damit einen wichtigen Meilenstein gesetzt, auf den sie fast zwei Jahrzehnte hingearbeitet haben. Das Abkommen wird zwei der größten Volkswirtschaften der Welt mit einer Gesamtbevölkerung von fast zwei Milliarden Menschen zusammenbringen. Die juristische Prüfung – oder "textual scrubbing" – folgt. Beide Seiten möchten den Prozess zügig abzuschließen, um das Abkommen innerhalb der nächsten fünf bis sechs Monate zu unterzeichnen. Nach der Ratifizierung wird es voraussichtlich Anfang 2027 in Kraft treten. Der Zeitpunkt des Abkommens ist von strategischer Bedeutung: Es stärkt die Diversifizierung der Lieferketten weg von China, sichert gegen die Unsicherheit der…

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  • Finanzen / Bilanzen

    Die Märkte sind mit einer moderaten Wirtschaft zufrieden

    Das Jahr hat ereignisreich begonnen: Die USA haben ihre militärische Stärke und ihren wirtschaftlichen Einfluss eingesetzt, um die außenpolitischen Ziele von Präsident Trump zu erreichen. Die Vorladungen der US-Notenbank und die Militäraktion in Venezuela haben weder Ölpreise noch Risikoanlagen bewegt. Trumps Drohungen gegen die Souveränität eines NATO-Verbündeten haben allerdings eine vorübergehende Volatilität ausgelöst, von der sich die Märkte schließlich erholten. Dabei hinkten die USA anderen Regionen jedoch hinterher. Die verantwortungslose Ausgabenpolitik und die Inflationssorgen in Japan haben zudem die Anleiherenditen in die Höhe getrieben. Wir sind der Auffassung, dass ein Wirtschaftswachstum, das weder überhitzt, noch zu kalt ist, um eine Rezession auszulösen – zusammen mit einem hohen Maß an Selbstzufriedenheit…

  • Finanzen / Bilanzen

    Deutsche Aktien könnten europäische übertreffen

    Die kurzfristige wirtschaftliche Erholung ist mit einigen Risiken behaftet. Deutschland befindet sich nach einem schwachen Wachstum 2025 und zwei vorangegangenen Rezessionsjahren in einer Phase struktureller Stagnation, in der Industrie und Exporte in der Krise stecken. Eine umfassende finanzpolitische Kehrtwende – ein außerplanmäßiges Finanzpaket in Höhe von 500 Mrd. Euro und zusätzliche Kreditaufnahmen für Verteidigungszwecke – sollen Wirtschaft und Nachfrage ab 2026 ankurbeln. Langfristig glauben wir, dass Reformen ab 2027 zu stärkerem Wachstum führen könnten, wenn sie entschlossen vorangetrieben werden. Wir glauben, dass deutsche Aktien auch 2026 attraktive Renditen erzielen und sogar europäische Aktien übertreffen könnten. Die Märkte dürften beginnen, die sich verbessernden Gewinnaussichten einzupreisen, unterstützt durch fiskalische Impulse und geldpolitische…

  • Finanzen / Bilanzen

    Dynamische Asset Allocation bei Altersvorsorgeeinrichtungen auf dem Vormarsch

      Steigende Marktvolatilität und geopolitische Unsicherheiten fördern dynamische Asset Allocation (DAA) Weltweite Umfrage unter 158 Altersvorsorgeeinrichtungen Asset Manager entwickeln sich mehr und mehr zu strategischen Partnern Seit 2022 sind Investoren mit beispiellosen geopolitischen Entwicklungen und hoher Marktvolatilität konfrontiert. Die konservative Bewertung von Assets ist weit verbreitet und steigert das Interesse an der dynamischen Vermögensallokation (DAA), die die Zusammensetzung eines Portfolios regelmäßig anpasst. Laut einer Studie von CREATE-Research und dem größten europäischen Vermögensverwalter Amundi gewinnt die DAA gegenüber der strategischen Vermögensallokation (SAA) an Boden. Letztere stützt sich auf feste Gewichtungen für verschiedene Anlageklassen über längere Zeiträume hinweg. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 158 Altersvorsorgeeinrichtungen weltweit, die Vermögenswerte in Höhe…

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