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Wie funktioniert ein Bausparvertrag?
Ein Bausparvertrag kombiniert immer einen Sparvertrag mit einem Immobiliendarlehen. Man spart bereits lange vor dem eigentlichen Immobilienkauf oder Hausbau Guthaben an und legt so rechtzeitig den Grundstein für den künftigen Erwerb von Immobilieneigentum. Ist ein bestimmter Anteil Eigenkapital aufgebaut, wird das Darlehen von der Bausparkasse ausgezahlt. Wohnwirtschaftliche Verwendung ist Pflicht Der Zweck eines Bausparvertrags ist wohnwirtschaftlicher Art. Das heißt, das Bauspardarlehen muss zur Finanzierung wohnwirtschaftlicher Maßnahmen eingesetzt werden. Dazu gehören: der Bau oder Kauf von Wohnimmobilien der Erwerb von Bauland und Erbbaurechten an Bauland zum Bau von vorwiegend zu Wohnzwecken dienenden Gebäuden der Erwerb von Wohnrechten, etwa bei einem Einkauf in ein Altenheim die Bezahlung von Erschließungsbeiträgen oder Kaufnebenkosten für…
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Gehalt nicht verhandeln
In der Praxis zeigt sich, dass Frauen seltener und oft zurückhaltender Gehaltsverhandlungen führen als Männer. Die Gründe sind vielfältig: Unsicherheit, Sorge vor Konflikten oder die Annahme, gute Leistung werde von allein gesehen. Doch Gehalt wächst in der Regel nicht automatisch. Wer nicht aktiv nachverhandelt, bleibt häufig unter seinen Möglichkeiten. Dabei ist das Einkommen die Grundlage für alles Weitere: fürs Sparen, Investieren und für die Altersvorsorge. Ein zu niedriges Gehalt wirkt sich nicht nur auf Ihr aktuelles Monatsbudget aus, sondern auch auf Bonuszahlungen, Rentenansprüche und mögliche Sparraten. Die Folgen summieren sich über Jahre. Jede nicht verhandelte Erhöhung fehlt dauerhaft. Gerade bei Teilzeit oder familiären Unterbrechungen wird es später schwieriger, größere Sprünge…
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Idee und Prinzip des Bausparens
Das Bausparen hat eine lange Tradition. Bereits um 1775 entstand im englischen Birmingham die erste Bausparkasse. In Deutschland gründete Pastor von Bodelschwingh 1885 in Bielefeld die erste Bausparkasse, die Bausparkasse für Jedermann. Doch erst nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich der Bauspargedanke hierzulande so richtig durch und es entstanden moderne Bausparkassen wie die Bausparkasse Wüstenrot oder die BHW-Bausparkasse. Heute hat in Deutschland fast jeder zweite Haushalt mindestens einen Bausparvertrag. Anfang 2026 gab es in Deutschland insgesamt 13 Bausparkassen, acht private Institute und fünf Landesbausparkassen. Alle vereint eine Idee: Ein Zusammenschluss von bauwilligen Sparerinnen und Sparern führt schneller zum Ziel, als wenn jeder allein für sich auf Wohneigentum sparen würde. Das…
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Care-Arbeit und Teilzeit nicht finanziell ausgleichen
Teilzeit, Kinderbetreuung und Familienarbeit sind für viele Frauen bewusste Entscheidungen. Sie ermöglichen Nähe zur Familie und mehr Flexibilität im Alltag. Im Hier und Jetzt fühlt sich dieses Modell häufig stimmig an. Die finanziellen Folgen zeigen sich jedoch meist erst Jahre später. Denn weniger Arbeitsstunden bedeuten nicht nur weniger Einkommen. Sie wirken sich auch auf Rentenansprüche, Karrierechancen und den langfristigen Vermögensaufbau aus. Diese Effekte laufen im Hintergrund mit und werden leicht übersehen. Care-Arbeit fair ausgleichen Finanzielle Gleichberechtigung bedeutet, unbezahlte Arbeit mitzudenken. Wer wegen Care-Arbeit weniger verdient, kann etwa einen geringeren Anteil an den Fixkosten übernehmen. Statt strikt fifty-fifty oder nach Einkommen zu teilen, wird die Care-Arbeit bei Miete, Versicherungen oder anderen…
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Wie funktioniert Bausparen?
Der Nachfrageboom, den das Bausparen nach der Zinswende in den Jahren 2022 und 2023 erfahren hat, ist vorbei: Das Neugeschäft der Bausparkassen hat sich inzwischen wieder auf einem normalen Niveau stabilisiert. Bezogen auf die Anzahl der Verträge schrumpfte der Gesamtmarkt in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 um etwa 15 Prozent. Gleichzeitig kletterte aber der Bestand an Bauspardarlehen nach oben – zum Teil sogar deutlich. Bei den Landesbausparkassen betrug der Zuwachs bezogen auf die Summe aller Bauspardarlehen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 gut 40 Prozent. Die Debeka verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Bestandswachstum an Krediten von 20 Prozent und auch beim Marktführer Schwäbisch Hall werden wieder…
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Finanzentscheidungen in Beziehungen abgeben
In vielen Beziehungen kümmert sich eine Person um die Finanzthemen, häufig der Mann. Konten, Versicherungen oder Geldanlagen laufen dann über ihn. Für viele Frauen ist das bequem oder bewusst so gewählt. Im Alltag funktioniert dieses Modell oft lange problemlos. Kritisch wird es meist erst, wenn sich etwas ändert. Wer Finanzentscheidungen vollständig abgibt, verliert den Überblick und die Gelegenheit zur Mitsprache. Bei Trennung, Krankheit oder Todesfall kann das schnell zum Problem werden. Wer nicht weiß, welche Konten existieren, wie Geld angelegt ist oder welche Versicherungen bestehen, ist auf den Partner angewiesen. Deshalb lohnt es sich, informiert zu bleiben und wichtige Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Eigene finanzielle Basis schaffen Unabhängig von der…
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Urlaubsgeld und Urlaubsentgelt
Arbeitnehmern steht in der Regel zweierlei zu: Zum einen das Urlaubsentgelt – das ist die Lohnfortzahlung im Urlaub. Zum anderen das zusätzliche Urlaubsgeld. Der Lohn wird während des Urlaubs weiterbezahlt. Das Urlaubsentgelt bemisst sich dabei nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, den der Arbeitnehmer in den letzten 13 Wochen (das entspricht drei Monaten) vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat. Geregelt ist dies in § 11 des Bundesurlaubsgesetzes. Kurzarbeit, Arbeitsausfälle oder unverschuldete Arbeitsversäumnisse, welche im Berechnungszeitraum eintreten, bleiben für die Berechnung des Urlaubsentgelts außer Betracht. Vom Urlaubsentgelt zu unterscheiden ist das Urlaubsgeld. Dieses ist eine zusätzliche Leistung neben dem Urlaubsentgelt. Ein gesetzlicher Anspruch auf Urlaubsgeld besteht nicht, es wird nur bezahlt, wenn…
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Krankheit im Urlaub
Auch wer im Urlaub krank wird, hat Anspruch auf die übliche Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Das bedeutet: Der Urlaubsanspruch wird dann nicht weiter „verbraucht“ und der Lohn wird vom Arbeitgeber bis zu sechs Wochen lang fortgezahlt. Die Arbeitsunfähigkeit muss allerdings nachgewiesen werden – und zwar durch ein ärztliches Attest. Dieses kann selbstverständlich auch von einem ausländischen Arzt ausgestellt werden. Eine amtsärztliche Bescheinigung darf der Arbeitgeber nicht verlangen. Biallo-Tipp: Bei einer Erkrankung im Urlaub sollte sich der betroffene Arbeitnehmer sicherheitshalber schon am ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beschaffen und seinen Chef umgehend telefonisch oder per Fax über seine Erkrankung unterrichten. Denn zeigt er die Krankschreibung erst nach seiner Rückkehr an, kann er im…
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Erreichbarkeit im Urlaub
Arbeitnehmer sind nicht verpflichtet, dem Arbeitgeber ihre Urlaubsadresse mitzuteilen. Sie brauchen auch nicht per Notebook oder Handy im Urlaub erreichbar zu sein. Dies hat das Bundesarbeitsgericht am 20. Juni 2000 entschieden (Az.: 9 AZR 405/99). „Dem Arbeitnehmer ist uneingeschränkt zu ermöglichen, anstelle der geschuldeten Arbeitsleistung, die ihm aufgrund des Urlaubsanspruchs zustehende Freizeit selbstbestimmt zu nutzen. Das ist dann nicht gewährleistet, wenn der Arbeitnehmer trotz der Freistellung ständig damit rechnen muss, zur Arbeit abgerufen zu werden“, erläuterte das oberste deutsche Arbeitsgericht. Und genau das ist der Fall, wenn ein Arbeitnehmer jederzeit mit einem Anruf seines Arbeitgebers rechnen muss. Im zitierten Urteil vom Juni 2000 ging es auch um eine Vereinbarung zwischen…
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Antrag auf Urlaub und Urlaubsgenehmigung
Grundsätzlich entscheidet der Arbeitgeber darüber, wann er dem Arbeitnehmer Urlaub gewährt. Wenn es um den Urlaubszeitraum geht, muss er die Urlaubswünsche der Arbeitnehmer aber berücksichtigen – es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder die Ferienwünsche anderer Arbeitnehmer entgegenstehen. Dringende betriebliche Belange können beispielsweise dann eine Urlaubsgenehmigung verhindern, wenn gerade „Hochsaison“ in einem Betrieb ist (etwa im Hochsommer in einer Eisdiele oder in der Weihnachtszeit in einem Kaufhaus). In Firmen mit Betriebsrat hat dieser nach § 87 des Betriebsverfassungsgesetzes in Urlaubsfragen ein Mitbestimmungsrecht. Dies gilt für die „Aufstellung allgemeiner Urlaubsgrundsätze und des Urlaubsplans sowie die Festsetzung der zeitlichen Lage des Urlaubs für einzelne Arbeitnehmer, wenn zwischen dem Arbeitgeber…