• Finanzen / Bilanzen

    Kanada und Europa rücken enger zusammen – deutsch-kanadische Erbfälle bleiben steuerlich anspruchsvoll

    Die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Kanada und Europa werden derzeit deutlich vertieft. Neben CETA bauen Kanada und die Europäische Union ihre Zusammenarbeit in Bereichen wie Investitionen, Digitalisierung, kritischen Rohstoffen sowie Sicherheits- und Verteidigungspolitik weiter aus. Kanada ist zudem seit 2026 das erste Nicht-EU-Land, das am europäischen SAFE-Instrument teilnimmt. Mit den engeren Beziehungen nehmen auch die persönlichen und wirtschaftlichen Verbindungen zu. Deutsche leben und arbeiten in Kanada, Kanadier in Deutschland, und viele Familien besitzen Immobilien oder Kapitalanlagen auf beiden Seiten des Atlantiks. Im Erbfall können daraus komplexe steuerliche Fragestellungen entstehen. „Ein besonders hartnäckiger Irrtum lautet, dass ein Erbfall mit Kanada steuerlich einfach sei, weil Kanada keine klassische Erbschaftsteuer nach deutschem…

  • Finanzen / Bilanzen

    Ferienhaus in Frankreich? Dann sollte auch Ihr Testament über die Grenze schauen.

    Viele Deutsche besitzen heute Vermögen jenseits der Grenze: ein Ferienhaus in der Provence, eine Wohnung an der Côte d’Azur oder einen Alterswohnsitz in Südfrankreich. Im Erbfall ist es von entscheidender Bedeutung, die deutschen und französischen Besonderheiten zu kennen, um die beste Lösung zu finden. "Viele Mandanten gehen davon aus, dass ein deutsches Testament automatisch auch ihre Immobilie in Frankreich regelt. Tatsächlich müssen Erbrecht und Erbschaftsteuer bei internationalen Nachlässen getrennt betrachtet werden", stellt Dipl.-Oec. Hergen Kassuba, Steuerberater und Fachberater für Internationales Steuerrecht, klar. Die Europäische Erbrechtsverordnung ist hier klar: Das anzuwendende Erbrecht richtet sich nach dem gewöhnlichen Aufenthalt des Erblassers. Eine Rechtswahl zugunsten deutschen Rechts ist unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll. Sie…

  • Verbraucher & Recht

    Der digitale Nachlass – der blinde Fleck vieler Nachfolgeplanungen

    Wer seine Vermögensnachfolge regelt, denkt in der Regel an Immobilien, Bankkonten, Wertpapierdepots oder Unternehmensbeteiligungen. Testament, Vorsorgevollmacht und Erbvertrag sind für viele selbstverständlich geworden. Ein Bereich bleibt jedoch häufig unbeachtet – obwohl er inzwischen nahezu jeden betrifft: der digitale Nachlass. Dabei hinterlässt heute fast jeder Mensch digitale Vermögenswerte und digitale Spuren. E-Mail-Konten, Cloud-Speicher, Online-Banking, Kryptowährungen oder Social-Media-Profile sind längst fester Bestandteil unseres privaten und beruflichen Lebens. Im Erbfall können sie jedoch zu erheblichen rechtlichen und praktischen Problemen führen – selbst dann, wenn die Erbfolge eindeutig geregelt ist. Was gehört eigentlich zum digitalen Nachlass? Der digitale Nachlass umfasst weit mehr als Facebook- oder Instagram-Konten. Dazu gehören unter anderem: Online-Banking und Wertpapierdepots Kryptowährungen…

  • Verbraucher & Recht

    Bundesfinanzhof stärkt Steuerbefreiung

    Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit seinem aktuellen Urteil (Az. II R 27/23) die Steuerbefreiung für geerbte Familienheime in wichtigen Punkten konkretisiert. Danach kann die Begünstigung unter bestimmten Voraussetzungen nicht nur das Wohnhaus selbst, sondern auch gemeinsam genutzte Garten- und Wegeflächen umfassen. „Für viele Erbinnen und Erben ist das eine erfreuliche Klarstellung“, erklärt Steuerberater Hergen Kassuba. „Entscheidend ist nicht allein das Flurstück, auf dem das Gebäude steht, sondern die steuerlich festgestellte wirtschaftliche Einheit des Grundstücks.“ Deutlich höhere Steuerbefreiung möglich Im entschiedenen Fall hatte das Finanzamt zunächst lediglich den Wert des mit dem Wohnhaus bebauten Grundstücks berücksichtigt und einen steuerbefreiten Grundbesitzwert von rund 521.000 Euro anerkannt. Der Bundesfinanzhof bestätigte hingegen die Auffassung…