Energie- / Umwelttechnik

Wird Vogelbeobachtung zum neuen Lockdown-Trend?

Kinos und Kneipen sind zu, doch die Natur steht den Berliner*innen (noch) offen. Viele Menschen haben schon im ersten Lockdown Gefallen an der Natur- und Vogelbeobachtung gefunden. Da trifft es sich, dass vom 8. bis 10. Januar zum elften Mal die bundesweite NABU-Mitmach-Aktion „Stunde der Wintervögel“ stattfindet. Die Berliner*innen sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang Vögel zu zählen und ihre Beobachtungen unter www.nabu.de/onlinemeldung zu melden. Teilnehmen kann jede*r, entweder vom Balkon aus, im Garten oder in den Parks. Von jeder Vogelart wird die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet wird. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Dieses Jahr im Fokus: die Blaumeise.

Mitmachaktion sammelt große Datenmengen

Die „Stunde der Wintervögel“ ist neben der „Stunde der Gartenvögel“ im Sommer die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands, bei der möglichst viele Menschen gemeinsam beträchtliche Datenmengen sammeln und so wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände geben. „Nur, weil so viele Leute mitmachen, können die Datenreihen Anhaltspunkte zu Bestandsentwicklungen liefern“, sagt Ansgar Poloczek, Artenschutzreferent beim NABU Berlin. „Je größer die Zahl der Teilnehmer*innen, desto aussagekräftiger ist das Ergebnis!“

Der Haussperling – Berlins ewiger Spitzenreiter?

Spannend wird die Frage, ob die Blaumeise auch dieses Jahr den dritten Platz erobert. Diese Vögel hatten im Frühjahr 2020 erheblich unter einer von dem Bakterium Suttonella ornithocola ausgelösten Epidemie gelitten, die in Teilen Deutschlands zu starken Bestandsrückgängen führte. Gewinner des letzten, milden Winters waren Star und Eichelhäher. „Dem Star kommen die milden Winter zugute und führen dazu, dass er teilweise nicht mehr nach Südeuropa zieht, sondern bleibt“, so Poloczek. Im Januar 2020 meldeten 3.694 Vogelfreund*innen ihre Beobachtungen, bei denen insgesamt 82.028 Vögel in der Hauptstadt gezählt wurden. Der Haussperling konnte mit 20.799 Meldungen zum zehnten Mal in Folge seine Spitzenposition verteidigen. Platz zwei belegte die Kohlmeise mit mehr als 10.000 Individuen, gefolgt von der Blaumeise mit rund 6.000 Meldungen, der Nebelkrähe (gut 5000) und Amsel (fast 4500). „Jedes Jahr gibt es Überraschungen: Vor drei Jahren gab es Beobachtungen von den seltenen Fichtenkreuzschnäblern. Letztes Jahr gab es einige Seidenschwänze. Wir können also gespannt sein!“, sagt Poloczek.

Bestimmungshilfe gefällig?

Zur Aktion stellt der NABU eine Zählhilfe und Porträts der häufigsten Wintervogelarten zur Verfügung. Da einige Teilnehmer*innen möglicherweise an Futterstellen beobachten, hat der NABU Berlin einige Tipps zu Standort und Hygiene zusammengetragen. Für Printmedien gibt es einen druckfähigen Teilnahmecoupon samt Vogelgalerie; Onlinemedien können die Meldemöglichkeit zur „Stunde der Wintervögel“ als Widget einbinden. Weitere Infos finden Sie unter www.nabu.de/sdw-medieninfos, Pressefotos zum Download gibt es unter www.nabu.de/presse/fotos/

Über NABU Berlin

Der NABU Berlin (Naturschutzbund Landesverband Berlin e.V.) ist ein Mitgliederverband. Über 19.000 Naturschützer*innen unterstützen die Arbeit des NABU Berlin, viele von ihnen engagieren sich in den zehn Bezirks- und acht Fachgruppen für den Erhalt der Natur und eine lebenswerte Umwelt. Weitere Informationen über den NABU Berlin finden Sie unter https://berlin.nabu.de.

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