Gesundheit & Medizin

Organspender und ihre Familien sichtbar machen

Auf Einladung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und der Staatssekretärin im Ministerium für Familie, Senioren, Gesundheit und Pflege, Hessen, Dr. Sonja Optendrenk, kamen heute ärztliche und pflegerische Mitarbeitende aus Krankenhäusern, Transplantationsbeauftragte Angehörige von Organspendern sowie Organempfängerinnen und -empfänger aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland in den Räumen der Landesärztekammer Hessen zur Jahrestagung der Region Mitte der Deutschen Stiftung Organtransplantation zusammen. Auf dem Programm standen ein praktischer Workshop, fachliche Vorträge sowie ein Pressegespräch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Medizin und Politik, gemeinsam mit Betroffenen. Dabei stand die Situation der Angehörigen von postmortalen Organspendern im Mittelpunkt. Sie sollten innerhalb der Gesellschaft stärker sichtbar sein, ohne sie wären Transplantationen nicht möglich.

Weiterhin wurden Auszüge aus Dankesbriefen von Menschen nach einer Transplantation an die Familie ihres Spenders präsentiert.

Schon am Vortag fand der Erfahrungsaustausch für Transplantationsbeauftragte aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen in der Landesärztekammer Hessen statt.

Dr. Sonja Optendrenk, Staatssekretärin im Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege Hessen, erklärte in Frankfurt: „Heute konnten wir erfahren, was Menschen bewegt, die einer Organspende bei einem verstorbenen Angehörigen zugestimmt haben. In einem Moment großer Trauer wurden sie mit der Frage nach einer möglichen Organspende konfrontiert, denn nur in wenigen Fällen liegt eine dokumentierte Entscheidung des oder der Verstorbenen vor. Der Hessischen Gesundheitsministerin Diana Stolz und mir ist es ein besonderes Anliegen, die persönliche Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema zu fördern.“

Die Hessische Landesregierung steht klar für die Einführung der Widerspruchsregelung in Deutschland ein, so die Staatssekretärin weiter: „Es ist wichtig, dass die Menschen ihren Willen dokumentieren. Dies kann nur gelingen, wenn die Auseinandersetzung mit Organspende kein Tabu mehr ist und es zur Selbstverständlichkeit wird, den eigenen Willen für den Fall der Fälle leicht auffindbar und eindeutig festzuhalten. Sprechen Sie über Ihren Willen mit der Familie und dokumentieren Sie den Wunsch mit einem Organspendeausweis, einer Patientenverfügung und insbesondere auch mit einem Eintrag in das digitale Organspende-Register. Mit einer solchen Dokumentation kann man selbstbestimmt festlegen, ob und wenn ja, welche Organe man bereit ist zu spenden. Sollte man nur bestimmte Organe spenden wollen, kann dies differenziert entschieden und dokumentiert werden.“

Der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Edgar Pinkowski, sprach auf der Jahrestagung über die wichtige Rolle der Transplantationsbeauftragten im Prozess der Organspende: „In den Kliniken nehmen sie eine zentrale Rolle ein. Ihre Aufgabe ist es, die Mitarbeitenden der Intensivstationen über die Organspende zu informieren sowie mögliche Spender zu erkennen und an die DSO zu melden. Auch die Gespräche mit den Angehörigen möglicher Spender zu führen, ist oftmals Teil ihrer Arbeit. Dafür müssen ihnen jedoch auch die notwendigen zeitlichen Ressourcen zur Verfügung stehen.“ Die Landesärztekammern bieten in Zusammenarbeit mit der DSO regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen für Transplantationsbeauftragte nach den Vorgaben der Bundesärztekammer an.

PD Dr. med. Ana Paula Barreiros, Geschäftsführende Ärztin der DSO-Region Mitte, bedankte sich bei allen Mitarbeitenden, die sich in den Kliniken für die Organspende einsetzen. Sie ergänzte: „Auf der heutigen Veranstaltung wollen wir uns auch besonders dem Dank an die Organspender und ihren Familien widmen. Für viele Empfängerinnen und Empfänger eines Organs ist es ein Herzenswunsch, der Familie des Spenders zu danken für das unschätzbare Geschenk, dass sie erhalten haben.“

Es gibt die Möglichkeit, diesen Dank in Worte zu fassen und einen Brief zu schreiben. Die Briefe werden den Familien der Organspender in anonymisierter Form zugestellt. Einen Einblick dazu bietet die Website www.dankesbriefe-organspende.de.

Sascha Brandhorst, der eine Lunge erhalten hat, hat einen solchen Brief geschrieben. Es war ihm wichtig, der Familie des Spenders sein Mitgefühl für ihren Verlust auszudrücken. Er wollte deutlich machen, wie ihn das gespendete Organ gerettet hat, als sein Leben am seidenen Faden hing, und wie auf diesem Weg auch seine Familie neue Hoffnung schöpfen konnte.

Lea Jantschke hat einer Organspende bei ihrer verstorbenen Mutter zugestimmt. Sie berichtet, wie sie die Situation erlebt hat und was sie bis heute bewegt. Sie hat Dankesbriefe von einem Nierenempfänger erhalten. Sie beschreibt, wie wichtig es für sie war zu erfahren, was ihre Entscheidung bewirkt hat.

Im Jahr 2025 gab es 119 Organspender in der DSO-Region Mitte (63 in Hessen, 39 in Rheinland-Pfalz, 17 im Saarland). 362 postmortal entnommene Organe konnten für die Transplantation vermittelt werden. Zum Jahresende 2025 standen über 1.000 Menschen aus der Region auf der Warteliste für eine Transplantation.

Die DSO ist die Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende gemäß Transplantationsgesetz und bietet den rund 1.100 Entnahmekrankenhäusern in Deutschland umfassende Unterstützungsangebote bei den Abläufen der Organspende an. Dazu gehören Vorträge und Beratungen in den Kliniken, Fort- und Weiterbildungen, ein zertifiziertes E-Learning-Fortbildungsprogramm sowie fachbezogene Informations- und Arbeitsmaterialien. In der Region Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) betreuen die Koordinatorinnen und Koordinatoren der DSO insgesamt rund 180 Krankenhäuser.

Mehr zum Programm der Fachtagung finden Sie auf der Website der DSO.

*Die Zahlen entsprechen dem Stand vom 12. Januar 2026, Quelle: DSO (vorläufige Zahlen)

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