Finanzen / Bilanzen

Nachhaltigkeitsberichterstattung deutscher Banken

Unsere aktuelle Studie zur Nachhaltigkeitsbericht erstattung deutscher Kreditinstitute zeigt für das Jahr 2024 eine deutliche Professionalisierung: Der bran chenweite Gesamtscore stieg signifikant von 2,44 auf 3,22 Punkte. Gleichzeitig erhöhen neue europäische Anforderungen an Klimadaten, Transitionspläne und geldpolitische Risikobewertungen den Anpassungsdruck auf die Institute.

Seit 2019 werden die Nachhaltigkeitsbe richte deutscher Banken regelmäßig auf ihre Transparenz und Überprüfbarkeit in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) analysiert. Die aktuelle Auswertung 2024 von 58 Instituten belegt eine zunehmende Reife im Nachhaltigkeitsmanagement über alle Bankengruppen hinweg.

Wesentliche Treiber: Kennzahlen und geldpolitische Anreize

Der Anstieg der Berichtsqualität ist primär auf die erstmalige Offenlegung der Green Asset Ratio (GAR), erweiterte Angaben zu finanzierten Emissionen (Scope 3) sowie eine verbesserte Datenlage zum Gender Pay Gap zurückzuführen.

Zusätzliche Dynamik erhält die ESG-Datenerfassung durch die Weiterentwicklung des geldpolitischen Sicherheitenrahmens der Euro päischen Zentralbank (EZB). Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 soll ein sogenannter „Climate Factor“ klimabezogene Risiken stärker in der Bewertung notenbankfähiger Sicherheiten berücksichtigen. In stitute mit belastbaren ESG-Datenstrukturen und integrierten Nachhaltigkeitsratings dürften dadurch strategische Vorteile bei Refinanzierung, Risikosteuerung und Kapitalmarktpositionierung erzielen.

Sektorvergleich: Sparkassen führen, VR-Banken holen kräftig auf Während die Sparkassen mit einem Durchschnittsscore von 3,56 weiterhin die stärkste Performance im Sektor zeigen, verzeichneten die VR-Banken den größten Aufholprozess: Ihr Score verbesserte sich deutlich von 1,64 auf 2,88 Punkte. Ein herausragendes Einzelergebnis erzielte die LBS Landesbausparkasse Südwest, die im Rahmen ihrer CSRD-Berichterstattung den maximalen Gesamtscore erreichte.

Regulatorische Konsolidierung und das Omnibus-I-Paket Die Studie erscheint in einer Phase grundlegender regulatorischer Neuordnung der europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattung. Mit dem Omnibus-I-Paket hat die Europäische Union bereits weitreichende Anpassungen an CSRD, Taxonomie-Verordnung und CSDDD auf den Weg gebracht. Ziel ist eine deutliche Vereinfachung und Konsolidierung der Berichtspflichten sowie eine stärkere Fokussierung auf große Unternehmen und Institute. Parallel werden die ESRS-Berichtsstandards überarbeitet und praxisnäher ausgestaltet, um die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu stärken. Bereits heute orientieren sich 67 % der untersuchten Banken teilweise am CSRD-Rahmenwerk.

Herausforderung Klimatransition: EmpCo und ISO 32212 im Fokus Trotz der positiven Entwicklung identifiziert die Studie weiterhin eine zentrale Lücke: Zwar wird Klimaschutz (E1) von nahezu allen Instituten als wesentlich eingestuft, doch verfügen viele Banken bis lang noch nicht über belastbare und konsistente Transitionspläne.

Mit der EU-Richtlinie 2024/825 (EmpCo) steigen zugleich die Anforde rungen an die Nachvollziehbarkeit klimabezogener Aussagen deutlich. Künftige Umwelt- und Klimaversprechen müssen stärker durch belastbare, überprüfbare und realistische Transitionspläne unterlegt werden. In diesem Zusammenhang gewinnen standardisierte Rahmenwerke wie ISO 32212 als potenzielle Referenzmodelle für glaubwürdige Net-Zero-Transitionsplanung zunehmend an Bedeutung.

Ein konkretes Beispiel für die steigende Relevanz nachvollziehbarer Nachhaltigkeitsstandards im Retailkundengeschäft liefert die Sparkasse Düren. Das Institut platzierte einen nach DIN 77236-2 zertifizierten nachhaltigen Sparbrief innerhalb kurzer Zeit nahezu vollständig am Markt. Die hohe Nachfrage unterstreicht das wachsende Interesse privater Anlegerinnen und Anleger an transparenten und glaubwürdigen nachhaltigen Finanzprodukten. Gleichzeitig zeigt das Beispiel, dass standardisierte Zertifizierungsansätze zunehmend an Bedeutung gewinnen – insbesondere vor dem Hintergrund ver schärfter regulatorischer Anforderungen an nachhaltigkeitsbezogene Aussagen durch die EU-Richtlinie 2024/825 (EmpCo). Die Zertifizierung nach DIN 77236-2 bietet hierbei bereits heute einen nachvollziehbaren und überprüfbaren Rahmen für nachhaltige Anlageprodukte.

„Die nachhaltige Transformation des Finanzsektors ist eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität“, unter streicht die Studie. Banken nehmen als Steuerer von Kapitalflüssen eine Schlüsselrolle ein, weshalb die Anforderungen an die Glaubwürdigkeit ihrer Berichterstattung kontinuierlich steigen.

Über die Studie:

Die Studie analysiert jährlich die öffentlich zugängliche Nachhaltig keitsberichterstattung deutscher Kreditinstitute. Für die aktuelle Ausgabe wurden 58 Banken ab einer definierten Mindestgröße sowie mit mindestens 500 Mitarbeitenden detailliert bewertet.

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